Der Dresdner Franchisenehmer Willy Dany hat vier seiner McDonald’s-Restaurants an seine Tochter Luisa und deren Mann Philip übergeben, rund 200 Beschäftigte inklusive. Der Fall zeigt, wie Franchise-Karrieren bei der Marke heute beginnen: nicht mit einem neuen Standort, sondern mit der Übernahme eines laufenden Betriebs.
Willy Dany zählt zu den größten McDonald’s-Partnern der Bundesrepublik. In Spitzenzeiten führte er 34 Franchise-Restaurants, vor allem in Ost- und Mittelsachsen, darunter den umsatzstarken Standort am Dresdner Altmarkt. Vier Betriebe liegen seit rund einem halben Jahr in den Händen der nächsten Generation. Dazu gehört das 2023 eröffnete Restaurant an der A4 bei Ottendorf-Okrilla. Luisa Dany ist 34 Jahre alt und verantwortet gemeinsam mit ihrem Mann Philip rund 200 Mitarbeitende. (Quelle: Sächsische Zeitung, 17. September 2026)
Vier Restaurants, 200 Beschäftigte: was die nächste Dany-Generation übernimmt
Allein der Standort an der A4 beschäftigt knapp 50 Menschen im Dreischichtbetrieb. Nähe zu den Teams nennt Luisa Dany als ihren wichtigsten Führungsgrundsatz.
Die Übergabe kam nicht spontan. Luisa Dany studierte zunächst Bauingenieurwesen und sammelte Erfahrung außerhalb des Familienbetriebs, bevor sie einstieg. Genau diese Reihenfolge, erst eigene Qualifikation, dann Einstieg ins System, entspricht dem Profil, das die Systemzentrale von Bewerber:innen erwartet.
McDonald’s Deutschland: Übernahme statt Neugründung
Wer heute bei McDonald’s Franchise-Nehmer:in werden will, gründet keinen neuen Standort. Neue Partner:innen kommen ausschließlich über die Übernahme bestehender Restaurants ins Franchise-System und führen diese weiter. Am Übergabetag wechselt das Tagesgeschäft, die Systemzentrale begleitet die Phase eng.
Der Weg dorthin ist lang. Auf Bewerbung, drei Tage im Restaurant, Assessment Center und Gespräche bis auf Vorstandsebene folgt eine Ausbildung aus neun Monaten Praxis, sechs Monaten Theorie und einem dreimonatigen Mentoringprogramm. Erst danach steht die vorvertragliche Aufklärung an.
Eigenkapitalanteil, den McDonald’s bei der Übernahme eines bestehenden Restaurants erwartet. Der Kaufpreis selbst wird über einen Fair Market Value ermittelt und hängt vom Standort ab. (Quelle: Deutscher Franchiseverband, Systemprofil McDonald’s)

62 von 210 Partner:innen führen bereits in zweiter oder dritter Generation
Rund 94 % der etwa 1.365 Restaurants in Deutschland betreiben selbstständige Unternehmer:innen als mittelständische Franchise-Betriebe. Dahinter stehen 210 Franchise-Nehmer:innen mit durchschnittlich sechs Restaurants.
Der Fall Dany ist damit kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters. „Zudem befinden wir uns im Generationenwandel, wobei die Übernahme bestehender Restaurants im Fokus steht”, heißt es im Systemprofil von McDonald’s beim Deutschen Franchiseverband. Parallel kündigt die Marke 500 neue Standorte in Deutschland an.
Franchise-Nehmer:innen in zweiter oder dritter Generation
Fast drei von zehn McDonald’s-Partner:innen in Deutschland haben den Betrieb aus der Familie übernommen. Die Nachfolge ist im System kein Sonderfall, sondern ein eingeübter Prozess. (Quelle: McDonald’s Deutschland, Franchise-Wissen, 2026)
Gut zu wissen:
McDonald’s franchisiert in Deutschland seit 1975 und ist ordentliches Mitglied im Deutschen Franchiseverband. Weltweit zählt das System rund 43.500 Standorte.
Was der Fall Dany für Franchise-Kandidat:innen bedeutet
Für Interessierte ohne Familienbetrieb im Rücken bleibt der Zugang eng, aber er existiert. Frei werdende Restaurants entstehen dort, wo Partner:innen in den Ruhestand gehen und niemand aus der Familie nachrückt. Diese Lücke betrifft nicht nur McDonald’s, sie prägt derzeit das gesamte Gastgewerbe und macht die Nachfolgelücke zur Chance für Franchise-Systeme.
Wer den Einstieg prüfen möchte, findet die Konditionen und den Bewerbungsweg im Systemprofil von McDonald’s Deutschland. Die nächste Bewerbungsrunde läuft laufend, entscheidend ist die Verfügbarkeit von Standorten in der jeweiligen Region.
Häufige Fragen zur Franchise-Nachfolge bei McDonald's
Als neue:r Franchise-Nehmer:in aktuell nicht. Die Systemzentrale vergibt den Einstieg ausschließlich über die Übernahme bestehender Restaurants. Neue Standorte entstehen im Rahmen der Expansionsplanung und werden anschließend besetzt.
Der Deutsche Franchiseverband nennt im Systemprofil einen Eigenkapitalanteil von 12,5 %. Die absolute Summe hängt vom Standort ab, weil der Kaufpreis über einen Fair Market Value ermittelt wird.











