Die Fitness-Franchise-Kette clever fit übergibt ihren Mediaetat an die Agenturgruppe pilot. Dahinter steckt eine Aufgabe, die jedes große Franchisesystem kennt: Werbegeld so zu verteilen, dass über 400 eigenständig geführte Clubs in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet sichtbar werden. Die erste gemeinsame Kampagne startet am 22. September 2026.
Am 14. September 2026 meldete die pilot Agenturgruppe den Etatgewinn. Der Nürnberger Standort übernimmt künftig Mediaplanung und Mediasteuerung für clever fit, mit klarem Schwerpunkt auf Geo-Marketing. Die Kette betreibt europaweit knapp 500 Clubs, davon mehr als 400 Franchise-Clubs in Deutschland, in denen rund 900.000 Mitglieder trainieren. Den Grundstein legte Alfred Enzensberger im Jahr 2004 mit einem Pilotbetrieb in München. Drei Jahre später entstand die clever fit GmbH mit Sitz in Landsberg am Lech. Neben Deutschland ist das System unter anderem in Österreich und der Schweiz vertreten.
clever fit: über 200 Partner:innen teilen sich ein nationales Budget
Auf der eigenen Franchise-Seite nennt clever fit über 200 Franchise-Partner:innen, die zusammen mehr als 400 deutsche Clubs führen. Rechnerisch entfallen damit rund zwei Clubs auf jede Partnerin und jeden Partner.
Der Durchschnitt verdeckt allerdings die eigentliche Struktur. Das System ist stark von Multi-Unit-Betreibern geprägt: Einzelne Franchisenehmer:innen führen nach Unternehmensangaben 19, 20 oder elf Studios. Wer einen einzigen Club betreibt, hat andere Erwartungen an eine bundesweite Kampagne als jemand mit zwei Dutzend Standorten. Genau dieses Spannungsfeld muss eine Mediaplanung auflösen.
Geo-Marketing: warum Reichweite im Franchise nicht gleich Reichweite ist
Ein Fitnessclub lebt vom kurzen Weg. Wer eine halbe Stunde fahren muss, wird selten Mitglied. Bundesweite Reichweite nutzt einem Standort in einer Kleinstadt deshalb wenig, solange sie nicht auf sein Einzugsgebiet heruntergebrochen wird.
pilot begründet den Etatgewinn genau damit: Das Team will jedes Einzugsgebiet und jede lokale Wettbewerbssituation getrennt betrachten. Bei einer Kette, die auch in kleineren Städten vertreten ist, ist das keine Feinheit, sondern die Grundlage der Aussteuerung.
Für Franchisenehmer:innen ist das mehr als eine Agenturmeldung. Sie zahlen einen Marketingbeitrag in den gemeinsamen Werbefonds ein. Ob dieses Geld in bundesweite Markenbildung oder in lokale Aussteuerung fließt, entscheidet darüber, was davon vor der eigenen Tür ankommt.
Die Zielgruppe sind Menschen ohne Studiovertrag
Die Kommunikation richtet sich nach Angaben der Agentur ausdrücklich an Menschen, die bislang kein Fitnessstudio besuchen. Das ist eine Wachstumsentscheidung: Statt Mitglieder bei Wettbewerbern abzuwerben, soll der Markt selbst größer werden.
„Mit unserer Erfahrung im Fitnessmarkt und einem datenbasierten Media-Verständnis können wir die klassische und digitale Mediaplanung gezielt verzahnen“, erklärt Alexander Kießling, Direktor Beratung Media bei pilot. In einem Segment, in dem Preis und Erreichbarkeit die Hauptargumente sind, ist das einer der wenigen Hebel, die nicht über die Beitragshöhe laufen. Auch andere Fitnesskonzepte wachsen parallel: Club Pilates nennt für Deutschland 150 Studios als Ziel.
Gut zu wissen:
Für sein Franchise-Konzept wurde clever fit 2015 vom Deutschen Franchiseverband als „Franchisesystem des Jahres“ ausgezeichnet. Die Systemzentrale sitzt in Landsberg am Lech.
Der 22. September wird zum ersten Prüfstein
Die erste gemeinsame Kampagne startet am 22. September 2026 mit Out-of-Home-Flächen und digitalen Maßnahmen. Out-of-Home ist für ein Standortgeschäft die ehrlichste Disziplin: Plakate wirken dort, wo sie hängen.
Ob die neue Aussteuerung trägt, lesen die Clubs an Probetrainings und Neuabschlüssen im vierten Quartal ab, also in der Phase direkt vor dem Januargeschäft. Franchise-Interessierte, die ein freies Gebiet prüfen möchten, wenden sich an die Systemzentrale in Landsberg am Lech.











