Nach 24 Tagen Vollsperrung öffnet die McDonald’s-Filiale in Biberach an der Riß am 3. September 2026 wieder. Franchisenehmer Andreas Fehr hat den Standort auf das Restaurantkonzept IRLX umgerüstet. Für Franchisenehmer:innen zeigt dieser Umbau, was die Modernisierungswelle des Systems im Betriebsalltag tatsächlich kostet und einbringt.
Seit dem 10. August 2026 war das Restaurant an der Leipzigstraße 39 geschlossen. Boden, Decke, Küche, Sanitärbereiche und Mobiliar wurden komplett erneuert. Betreiber ist der Franchisenehmer Andreas Fehr, der neun McDonald’s-Restaurants zwischen Bodensee, Bad Waldsee und Biberach führt. Den Standort gibt es seit 1999, seit 2015 gehört er zum Portfolio des Franchisenehmers. Rund 50 Mitarbeitende zählt das Team. Bundesweit betreibt McDonald’s 1.364 Restaurants, davon 1.283 als Franchisebetriebe. (Quelle: BdS)
Biberach: 24 Tage Baustelle für einen kompletten Systemwechsel
Der Zeitplan war eng kalkuliert. Zwischen Baustart und Wiedereröffnung liegen keine vier Wochen, in denen ein laufender Betrieb bis auf den Rohbau zurückgebaut und neu aufgesetzt wird. Bezirksleiter Thomas Blodig gab sich dennoch gelassen.
Für den Betrieb bedeutet das rund dreieinhalb Wochen ohne Umsatz an einem etablierten Standort. Genau diese Rechnung stellt sich jeder Franchisenehmerin und jedem Franchisenehmer, deren Restaurant in der Modernisierungsliste steht. Der offizielle Filialfinder weist für den 3. September wieder Öffnungszeiten aus, am ersten Tag ab 12 Uhr statt wie sonst ab 7 Uhr.

IRLX: was sich zwischen Eingangstür und Küche verändert
IRLX steht für „In Real Life Experience“. Hinter dem Kürzel steckt kein reines Designupdate, sondern eine Neuordnung der Laufwege. In Biberach wandert der Eingang auf die linke Seite, dahinter stehen vier Bestellterminals mit acht Bildschirmen.
In der Küche übernimmt ein Laufband die Übergabe, die Getränkeausgabe läuft automatisiert. Zwei reservierte Stellplätze vor dem Haus bedienen App-Bestellungen: Das Personal bringt die Ware ans Auto. Der Tischservice bleibt erhalten, ebenso McDelivery.
„Wir können damit ein höheres Gästevolumen in kürzerer Zeit bewältigen“, erklärt Thomas Blodig, Bezirksleiter beim Franchisenehmer Andreas Fehr. Nicht jedes Element lässt sich überall umsetzen: Der McDrive in Biberach bleibt einspurig, weil die Grundstücksgeometrie keine zweite Spur hergibt.
Gut zu wissen:
Das IRLX-Konzept sieht Küchen mit vier statt zwei Produktionslinien und einen zweispurigen McDrive vor. Beide Bausteine sind an Bestandsstandorten optional, wenn Fläche oder Zuschnitt sie nicht zulassen. Wer eine Modernisierung plant, sollte diese Prüfung früh in die Investitionsrechnung nehmen.
Das McCafé kehrt nach zehn Jahren an die Leipzigstraße zurück
Die auffälligste Rückkehr ist ein Angebot, das Biberach schon einmal hatte. Beim Betreiberwechsel 2015 gehörte ein McCafé zum Restaurant, eine Renovierung ein Jahr später ließ es verschwinden. Mit IRLX kommt es zurück.
Für den Standort ist das mehr als Nostalgie. Das Kaffeegeschäft verlängert die Verweildauer und füllt die Randzeiten zwischen den Mittags- und Abendspitzen, in denen ein reines Burgerkonzept schwach ausgelastet bleibt. Auch außen wird der Wechsel sichtbar: Die bislang lilafarbene Fassade wird braun und rückt damit näher an das aktuelle Erscheinungsbild der Marke.
1.000 Modernisierungen: was auf die Franchisenehmer:innen zukommt
Biberach ist ein einzelner Baustein in einem Programm, das McDonald’s im September 2024 in Berlin vorgestellt hat. Das System will 500 neue Restaurants eröffnen und bis zu 1.000 bestehende Standorte umbauen, bei einem Investitionsvolumen von rund drei Milliarden Euro. (Quelle: BdS)
So viele der 1.364 deutschen McDonald’s-Restaurants werden als Franchisebetrieb geführt. Die Modernisierungswelle trifft damit fast vollständig selbstständige Unternehmer:innen. (Quelle: BdS)

Weil rund 210 Franchisenehmende den Großteil des Netzes führen, verlagert sich ein erheblicher Teil dieser Investitionen auf selbstständige Betriebe. Parallel läuft der Ausbau des Schnellladenetzes: von rund 600 Standorten heute auf 800 bis Ende 2026.
Wer eine Übernahme prüft, sollte den Modernisierungsstand deshalb genauso bewerten wie den Umsatz. Weitere McDonald’s-Eröffnungen dieses Jahres, etwa in Mechernich und Großbeeren, zeigen das Tempo der Expansion.
Häufige Fragen zum IRLX-Umbau
In Biberach lag die Schließzeit bei 24 Tagen, vom 10. August bis zum 3. September 2026. Die Dauer hängt vom Umfang ab: Ein Vollumbau mit neuer Küche und Sanitärbereichen liegt am oberen Ende, reine Lobby- und Terminalmodernisierungen fallen kürzer aus.
Die konkrete Kostenteilung regelt der jeweilige Franchise-Vertrag und wird von McDonald’s nicht öffentlich ausgewiesen. Wer eine Übernahme prüft, sollte anstehende Umbauverpflichtungen und die dafür nötige Schließzeit vor Vertragsabschluss klären. Der Franchisegeber muss Sie darüber rechtzeitig informieren, geregelt über die vorvertragliche Aufklärungspflicht nach BGB.











