Bohrzentrale aus dem Schwarzwald baut ihr Geschäft zum Franchise-Unternehmen aus. Seit Februar 2026 firmiert das Betontrenntechnik-Unternehmen offiziell als Bohrzentrale Franchise GmbH. Vier Standorte in Baden-Württemberg zeigen bereits, wie das Konzept funktioniert, und Gründer Mario Hug sucht nun Franchise-Partner:innen für eigene Standorte.
Am 16. Februar 2026 trug das Amtsgericht Freiburg die Bohrzentrale Franchise GmbH mit Sitz in Vöhrenbach ein, Stammkapital 25.000 Euro. Geschäftsführer ist Mario Hug. Im Unternehmensgegenstand steht neben Betonbohren, Betonsägen und Betonrückbau ausdrücklich auch das Franchising in diesen Bereichen. Vier Standorte, in Vöhrenbach, Waldkirch, Villingen-Schwenningen und Kappel-Grafenhausen, sind bereits aktiv.
Vom Ein-Mann-Betrieb zum Unternehmen mit vier Standorten
Mario Hug gründete Bohrzentrale im Oktober 2024, nach zwei Ausbildungen (zunächst Kfz-Mechatroniker, danach verkürzt Bauwerksmechaniker als Jahrgangsbester) und einer einjährigen Meisterschule in Dortmund. Schon in den ersten vier Wochen sicherte er sich feste Aufträge.
Im Januar 2026 folgte ein Großauftrag mit rund achtzehn Monaten Auslastung, ein Signal dafür, dass sich das Geschäft auch ohne große Marke trägt. Kurz darauf, im Februar 2026, meldete Hug die Franchise-GmbH an und öffnete das Konzept offiziell für Partner:innen.
Vier Standorte als Blaupause für das Franchise-Modell
Die vier bestehenden Standorte werden von eigenen Standortleitern geführt: in Villingen-Schwenningen von Markus Grünwald, in Kappel-Grafenhausen von Artur Ribsam. Für Villingen-Schwenningen ist zusätzlich bereits eine eigene GmbH im Handelsregister eingetragen. Das deutet darauf hin, dass Bohrzentrale sein Wachstum zunächst rechtlich sauber in eigenen Standort-Gesellschaften abbildet, bevor externe Franchisepartner:innen einsteigen.
So viele Bohrzentrale-Standorte sind in Baden-Württemberg bereits aktiv, bevor das erste externe Franchise vergeben wurde.

Was ein Bohrzentrale-Standort leistet
Im Zentrum stehen vier Leistungen: Kernbohrungen für Wand-, Decken- und Bodendurchbrüche, Wandsägen für Tür- und Fensteröffnungen, Seilsägen für große Trennschnitte und Fundamentabbrüche sowie der Einsatz von Abbruchrobotern für den selektiven Rückbau. Für Franchisepartner:innen verspricht das Unternehmen Unterstützung bei Gründung, Betriebswirtschaft, Marketing, Einkauf, Maschinenpark und Kalkulation sowie technische Schulungen.
Zu Eintrittsgebühr, Eigenkapitalanforderung und laufenden Gebühren äußert sich die Franchise-Seite bislang nicht. Interessierte werden auf ein Kontaktformular verwiesen, über das Bohrzentrale die Konditionen offenbar individuell bespricht. Für ein junges System ist das nicht ungewöhnlich: Viele Handwerksfranchises verhandeln ihre ersten Verträge einzeln, bevor sie ein festes Preismodell veröffentlichen.
Der Markt für Betontrenntechnik in Deutschland ist bislang stark von kleinen, inhabergeführten Meisterbetrieben geprägt, viele davon ohne klare Nachfolgeregelung. Ein Franchise-System könnte hier eine Lücke schließen: Es bietet Handwerker:innen mit eigenem Meisterbrief einen Rahmen, unter einer gemeinsamen Marke zu wachsen, statt jede Ausrüstung und jeden Kundenkontakt einzeln aufzubauen.
Bohrzentrale wächst weiter, auch bei den eigenen Standorten
Parallel zur Partnersuche stellt Bohrzentrale am Standort Vöhrenbach auch eigenes Personal ein, darunter Projektleiter:innen und Auszubildende in der Abbruch- und Betontrenntechnik, seit September 2025 auch im ersten eigenen Ausbildungsjahrgang.
Für die Baubranche ist ein Franchise-Modell noch ungewöhnlich, in Sektoren wie Sanitär oder Bodenbelag hat es sich längst etabliert. Ob Bohrzentrale auch außerhalb Baden-Württembergs wächst, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen, sobald das Unternehmen konkrete Zahlen zu Investition und Gebühren veröffentlicht.











