Eduard „Eddy“ Fehr eröffnete 1979 seine erste McDonald’s-Filiale in Ludwigsburg und 1983 den ersten McDrive Europas. Heute führt der Schweizer mit Abacco’s Steakhouse ein eigenes Franchisesystem mit 14 Standorten und hat gerade seinen ersten Betrieb in Korntal-Münchingen erweitert. Sein Weg zeigt Kandidat:innen, wohin eine Franchise-Laufbahn führen kann.
Am 19. September 2026 berichtete die Ludwigsburger Kreiszeitung über die Neueröffnung des erweiterten Abacco’s Steakhouse in Korntal-Münchingen, geführt von Restaurantleiterin Anna Farolfi. Der Standort in der Stuttgarter Straße 121 war 2014 der erste der Marke und sitzt im ABACCO Businesshotel. Inzwischen zählt das System 14 Franchise-Restaurants in Deutschland und Österreich, von Aachen bis Wien. Hinter der Marke steht ein Unternehmer, der das deutsche Franchising von der Partnerseite kennt.
Ludwigsburg 1979: 200.000 Mark Eigenkapital und kein Bankkredit
Mit 30 Jahren eröffnete der gebürtige Schweizer am 29. Juni 1979 seine erste McDonald’s-Filiale am Ludwigsburger Arsenalplatz. Die 200.000 Mark Eigenkapital hatte er selbst zusammengespart, denn Banken lehnten einen Kredit für die Schnellgastronomie ab.
Die Marke war in Deutschland damals kaum bekannt. „Unter Hamburger verstand man in Deutschland damals nur den Bewohner einer norddeutschen Hansestadt“, erläutert Eduard Fehr, McDonald’s-Franchisenehmer und Gründer von Abacco’s Steakhouse. Am 5. August 1983 folgte an seinem zweiten Standort beim Breuningerland der erste McDrive Europas. Den Namen erfand Fehr selbst, weil das englische „Drive Through“ deutschen Gästen schwerfiel.
Jahresumsatz aus neun McDonald’s-Filialen und rund einer halben Million Gästen, Stand 2017. (Quelle: Stuttgarter Zeitung)

Abacco’s: der Wechsel auf die andere Seite des Franchise-Vertrags
2014 startete Fehr in Deutschland mit einem eigenen Konzept. Das Prinzip: Gäste braten ihr Steak selbst am Tisch auf einem 400 Grad heißen Stein und bekommen dazu drei Schweizer Saucen.
Beim US-Beef beschränkt sich das System auf die Güteklassen Prime und Premium-Choice. Nur rund 1,5 % aller US-Rinder erreichen die Stufe Prime. Aus dem einzelnen Restaurant im Businesshotel ist so eine Kette mit 14 Standorten geworden, darunter Frankfurt, Köln, München, Linz und Wien. Der Preiseinstieg liegt bei 26,90 Euro für ein argentinisches Rumpsteak.
Zwei Modelle und 45.000 Euro Eintrittsgebühr
Abacco’s arbeitet mit zwei Partnerschaftsformen. Im Pacht-Modell trägt die Systemzentrale den Großteil der Anfangsinvestition, der Partner übernimmt das fertige Restaurant. Im Joint-Venture-Modell gründen beide Seiten eine gemeinsame Gesellschaft, an der Abacco’s mindestens 51 % hält.
Das Systemprofil nennt eine Eintrittsgebühr von 45.000 €, eine Gesamtinvestition von 80.000 € und einen Eigenkapitalbedarf ab 15.000 €. Laufend fallen 5 % Lizenzgebühr monatlich und 3 % Marketinggebühr vom Nettoumsatz an. Gesucht werden 1-A-Citylagen oder B-Lagen mit eigenem Grundstück und ausreichend Parkplätzen.
Gut zu wissen
Die genannten Konditionen stammen aus dem Systemprofil mit Stand Januar 2023. Abacco’s sucht dort derzeit nicht aktiv nach neuen Partner:innen. Wer einsteigen möchte, klärt die aktuellen Zahlen also direkt mit der Zentrale in Korntal-Münchingen.
Was der Fall Fehr über Franchise-Laufbahnen verrät
Der Weg vom Franchisenehmer zum Franchisegeber ist in Deutschland selten dokumentiert, obwohl er für viele Kandidat:innen die eigentliche Perspektive beschreibt. Fehr hat in 35 Jahren als Partner gelernt, wie ein System funktioniert, und dieses Wissen anschließend in eine eigene Marke übersetzt.
Ähnliche Übergänge zeigen sich derzeit auch innerhalb bestehender Netze, etwa bei der Übergabe von vier McDonald’s-Restaurants in Sachsen. Zu beobachten bleibt, ob Abacco’s die Lizenzvergabe nach dem Umbau in Korntal-Münchingen wieder öffnet. Interessierte Unternehmer:innen können die Verfügbarkeit von Gebieten direkt bei der Systemzentrale erfragen.











