Die Hamburger Ratsherrn Brauerei startet ihr Franchise-Modell mit einem ersten Stehausschank im Grindelviertel. Als Franchisepartner zeichnen Markus Wenzel und Christopher Schönhoff vom Genusscampus verantwortlich, die bereits das Ratsherrn Lokal in Eimsbüttel erfolgreich führen. Für die Brauerei ist dieser Standort der Startschuss einer skalierbaren Partnerschaftsstrategie.
Ratsherrn ist in Hamburg mehr als ein Bierlogo. Die Traditionsbrauerei hat in den letzten Jahren gezielt auf Gastronomiekonzepte gesetzt und verbindet das Handwerk des Brauens mit einem klaren Stadtgefühl. Neben dem Tap Room zählt das Ratsherrn Lokal in Eimsbüttel zu den bekanntesten Aushängeschildern der Marke. Der neue Stehausschank im Grindelviertel markiert den offiziellen Start des Unternehmens in den Franchise-Betrieb. Das Lokal befindet sich am früheren Standort von „The Baby Goat” und soll Ende Juli seinen Betrieb aufnehmen.
Ein Hamburger Ritual kehrt zurück: der Stehausschank
Der Stehausschank gehört zur DNA der Hamburger Kneipenkultur, lange bevor die Craft-Beer-Bewegung ihn wieder salonfähig machte. Beim Ratsherrn-Konzept steht das Bier im Mittelpunkt: frisch gezapft, serviert in eisgekühlten Gläsern, ohne Schnickschnack. Die Atmosphäre ist bewusst unkompliziert gehalten. Wer nach der Arbeit einen kurzen Halt einlegen möchte, soll sich hier genauso willkommen fühlen wie jemand, der den ganzen Abend bleibt.
Das Grindelviertel bietet dafür die ideale Lage: urban, belebt, mit einem Publikum, das authentische Gastronomiekonzepte schätzt und die Hamburger Braukultur kennt. Der Standort im ehemaligen „The Baby Goat” verfügt über eine gute Sichtbarkeit und eine gewachsene Klientel in der Nachbarschaft.
Genusscampus: Franchise-Partner mit Ratsherrn-Erfahrung
Markus Wenzel und Christopher Schönhoff vom Genusscampus sind keine Unbekannten im Ratsherrn-Universum. Als Betreiber des Ratsherrn Lokals in Eimsbüttel kennen sie die Marke aus dem täglichen Betrieb: ihre Qualitätsstandards, ihre Stammgäste und die Erwartungen der Brauerei an ihre Gastronomiepartner. Diese Vertrautheit macht das Duo zum logischen Vorreiter des neuen Franchise-Formats.
Laut Niklas Nordmann, Geschäftsführer der Ratsherrn Brauerei, setzt das Unternehmen bewusst auf Franchisepartner:innen statt auf Eigenregie. Dieses Modell erlaubt es, das Konzept mit Menschen zu tragen, die bereits eine unternehmerische Bindung an die Marke aufgebaut haben. Ein Ansatz, der Authentizität sichert und gleichzeitig das operative Risiko verteilt.
Franchise statt Filialen: die Strategie der Brauerei
Das Signal aus der Brauerei ist klar: Ratsherrn will wachsen, ohne sein Kerngeschäft zu überdehnen. Das Franchise-Modell ermöglicht eine Expansion in weitere Hamburger Stadtteile, ohne dass die Brauerei selbst in vollem Umfang investieren und operieren muss. Franchisepartner:innen profitieren ihrerseits von einer etablierten Hamburger Marke, klar definierten Produktstandards und der Bekanntheit des Ratsherrn-Labels.
Gut zu wissen:
Die genauen Konditionen des Ratsherrn-Franchise-Modells (Eintrittsgebühr, laufende Gebühren, Gebietsschutz) sind bislang nicht öffentlich kommuniziert. Interessierte Gastronom:innen können sich direkt an die Ratsherrn Brauerei wenden, um mehr über die Partnerschaftsbedingungen zu erfahren.
Die deutsche Franchisewirtschaft bietet dafür einen günstigen Rahmen: Rund 890 Franchise-Systeme sind hierzulande aktiv, mit über 148.500 Franchisenehmer:innen. *(Quelle: DFV)* Gastronomie gehört dabei zu den wachstumsstärksten Segmenten. Ein Brauerei-Franchise mit regionalem Charakter und starker Markenidentität hat gute Karten, in diesem Markt Fuß zu fassen.
Grindelviertel als erster Schritt, weitere Standorte geplant
Der Stehausschank im Grindelviertel ist ausdrücklich als Pilotprojekt konzipiert. Die Ratsherrn Brauerei plant, das Franchise-Format auf weitere Stadtteile auszudehnen. Hamburger Quartiere mit dichter Wohnstruktur, lebendiger Gastroszene und einer markenbewussten Bevölkerung stehen dabei offenbar im Fokus.
Für Unternehmer:innen, die eine Gastronomie-Franchise mit starker regionaler Verankerung suchen, könnte das Ratsherrn-Konzept eine interessante Option darstellen. Das Modell steckt zwar noch in der Aufbauphase, doch der erste Standort liefert die Grundlage. Die Entwicklung des Genusscampus-Standorts in den nächsten Monaten wird zeigen, in welchem Rhythmus das Netzwerk wächst.











