Die Krombacher Gruppe liefert ab sofort an dean&david und burgerme, zwei der bekanntesten Franchisesysteme der deutschen Systemgastronomie. Für die Partner:innen beider Netze ändert sich damit ein Stück Sortiment, das die Systemzentrale vorgibt. Genau in dieser Bezugsbindung liegt der Franchise-Kern der Meldung, nicht im Bier.
Am 8. September 2026 hat die Krombacher Gruppe zwei Listungen in der Systemgastronomie bekannt gegeben. Bei dean&david kommen Krombacher o,0 %, Krombacher Pils und NaturRadler in der 0,33-Liter-Flasche in zahlreiche der mehr als 130 Restaurants.
Beim Franchisesystem burgerme stehen an rund 100 Standorten die Proviant Bio-Limonaden Rhabarber und Limette-Minze, Starnberger Hell und Vöslauer Mineralwasser im Sortiment. Vermarktet wird das über zwei Gruppengesellschaften, Drinks & More in Berlin und das Starnberger Brauhaus.
burgerme: vom Lieferkonzept zur vollständigen Burgermarke
Für burgerme ist die Getränkeliste Teil eines größeren Umbaus. Das System will vom reinen Delivery-Anbieter zur ganzheitlichen Marke werden, und dazu gehört die Karte jenseits des Burgers.
Krombacher liest die Partnerschaften als Einstieg in ein Segment, das der Getränkehandel lange den großen Ketten überlassen hat. „Die Partnerschaften mit burgerme und dean&david sind ein wichtiger Meilenstein für uns“, erklärt Christian Hauck, Key Account Direktor Gastronomie der Krombacher Brauerei.
Was zentrale Sortimentsverträge für Partner:innen bedeuten
Eine solche Listung ist kein Marketingdetail, sondern eine Vorgabe. Die Systemzentrale verhandelt zentral und gibt das Ergebnis ins Netz weiter. Franchisenehmer:innen gewinnen dadurch Einkaufskonditionen, die sie allein nie erreichen würden, und verlieren im Gegenzug die Wahl des Lieferanten.
Solche Bezugsbindungen sind im deutschen Franchising üblich und zulässig, soweit sie Systemidentität und Qualität sichern. Ihre Grenzen zieht das Wettbewerbsrecht, nicht ein Franchise-Gesetz, das es hierzulande nicht gibt. Entscheidend für die Marge ist deshalb weniger die Bindung selbst als die Frage, wie viel vom Zentraleinkaufsvorteil beim Betrieb ankommt.
Gut zu wissen: Bezugsbindung vor der Unterschrift prüfen
Vor dem Vertrag lohnt sich Klarheit über drei Punkte:
- Bei welchen Warengruppen besteht Bezugspflicht, bei welchen bleibt Ihnen die Wahl?
- Werden Rückvergütungen und Boni der Lieferanten an die Betriebe ausgeschüttet oder bleiben sie in der Zentrale?
- Wer trägt Listungswechsel, also Restbestände und Umstellungskosten, wenn die Zentrale den Lieferanten tauscht?
Die Konditionen der beiden Systeme im Vergleich
Beide Netze nehmen Partner:innen auf, verlangen aber sehr unterschiedliche Einsätze. burgerme franchisiert seit 2012 und zählt in Deutschland 95 Franchisepartner:innen. dean&david lässt die Wahl zwischen einem vollen und einem anteiligen Modell, was die laufende Gebühr direkt verändert.
| Kennzahl | burgerme | dean&david |
|---|---|---|
| Standorte Deutschland | 130 | über 130 (inkl. Ausland) |
| Eintrittsgebühr | 27.500 € | auf Anfrage |
| Laufende Gebühr | 6,00 % | 0 % oder 6 % vom Netto-Umsatz |
| Werbegebühr | 3,00 % | auf Anfrage |
| Eigenkapital | ab 70.000 € | ab 60.000 € |
Quelle: Deutscher Franchiseverband (burgerme), FranchisePORTAL (dean&david), Stand September 2026
Welche Signale die Systemgastronomie jetzt beobachtet
Krombacher nennt dean&david und burgerme Top-10-Unternehmen der deutschen Gastronomie und macht damit deutlich, wohin die Gruppe zielt: auf Netze mit vielen kleinen Einheiten statt auf einzelne Großgastronomen. Ob weitere Systeme folgen, zeigt sich an den Listungen der kommenden Monate.
Für Kandidat:innen ist die Meldung ein Anlass, die Getränkemarge im Businessplan ernst zu nehmen, denn sie trägt in der Systemgastronomie einen erheblichen Teil des Rohertrags. Wer prüfen möchte, wie das Netz aufgebaut ist, findet die Konditionen im burgerme-Netzprofil und kann die Verfügbarkeit der eigenen Wunschregion direkt anfragen.











