Die US-Marke Kenneth Cole eröffnet ihre ersten deutschen Läden als Franchise-Stores, in Hamburg, Münster und Konstanz. Europaweit sollen bis 2030 rund 100 Geschäfte in 30 Ländern entstehen, überwiegend mit Partnern. Für Franchise-Interessierte im Modehandel ist das eine der wenigen echten Markteintritts-Chancen dieses Jahres.
Der Aufbau läuft über die Kenneth Cole DACH GmbH in Düsseldorf, eingetragen am 25. September 2025 beim Amtsgericht Düsseldorf unter HRB 110372, mit einem Stammkapital von 25.000 Euro. Sitz ist die Kaistraße 2 im Düsseldorfer Medienhafen, wo die Marke auch ihren rund 600 Quadratmeter großen Showroom betreibt. Bekannt gegeben hat die Store-Eröffnungen Dirk Maassen, Chief of Finance, Legal & Expansion der Gesellschaft, gegenüber der Textilwirtschaft.
Kenneth Cole: Münster ist der einzige öffentlich dokumentierte Standort
In Münster mietet die Marke rund 250 Quadratmeter in der Ludgeristraße 113, einer 1A-Lage. Vormieterin war die Confiserie Hussel, die Eröffnung ist für den Herbst 2026 angekündigt. Vermittelt hat den Mietvertrag die SQM Property Consulting aus Münster, die exklusiv mit der Expansion in Deutschland, Österreich und der Schweiz mandatiert ist.
„Wir freuen uns, Kenneth Cole beim Markteintritt in Europa zu unterstützen. Düsseldorf ist dafür ein starker Ausgangspunkt“, erklärt Guido Müller, Geschäftsführer der SQM Property Consulting. Zu Hamburg und Konstanz liegen bislang weder Adressen noch Flächen, Eröffnungstermine oder Partnernamen vor. Auch die Reihenfolge der Eröffnungen ist nicht öffentlich.
Ein Hybridmodell aus Wholesale, Franchise und operativem Partner
Kenneth Cole Productions fertigt selbst nichts und lizenziert seine Warengruppen aus. CEO Jed Berger beschreibt das Unternehmen als „royalty-based business“. Für Europa hat die Marke eine eigene Gesellschaft mit einem strategischen operativen Partner gegründet, ergänzt um Wholesale- und Franchiseverträge. Als europäische Vertragsgesellschaft firmiert die Kenneth Cole Europe B.V. in Amsterdam.
Die Zielgröße der Stores liegt bei 230 bis 370 Quadratmetern. Belieferung und Abwicklung laufen über ein Zentrallager in Venlo und eine neu entwickelte B2B-Plattform für Wholesale-, Retail- und Franchisepartner. Der europäische Auftakt fand in Prag statt, mit knapp 200 Quadratmetern im Westfield Chodov.
will Kenneth Cole bis 2030 in 30 europäischen Ländern eröffnen, überwiegend im Franchise, mit einem angestrebten Europaumsatz von 400 bis 500 Millionen US-Dollar. (Quelle: WWD, Januar 2026)

Der deutsche Modehandel schrumpft, während die Marke Flächen sucht
Der Zeitpunkt ist anspruchsvoll. Der deutsche Bekleidungsumsatz erreichte 2025 über alle Vertriebswege 57,14 Milliarden Euro, nominal rund ein Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig arbeitet jeder zweite stationäre Bekleidungshändler operativ in den roten Zahlen, bei 18 Prozent liegt der Verlust bei fünf Prozent des Umsatzes oder schlechter. (Quelle: BTE)
Der Handelsverband Deutschland erwartet für 2026 netto 4.900 Geschäftsschließungen, womit der Bestand auf rund 296.600 sinken würde. Vor zehn Jahren waren es noch 366.800. Zugelegt haben laut BTE vor allem vertikale Großbetriebe, und zwar unter anderem über Filialeröffnungen. Genau in diese Lücke stößt Kenneth Cole.
Gut zu wissen:
Fallende Ladenzahlen bedeuten für Franchise-Kandidat:innen sinkende Mieten und mehr Auswahl in 1A-Lagen, aber auch eine schwächere Frequenz. Lassen Sie sich vor der Unterschrift Frequenzdaten des konkreten Standorts und die Flächenproduktivität vergleichbarer Stores zeigen.
Was für Franchisepartner:innen bislang offen bleibt
Eine deutschsprachige Franchiseseite mit Konditionen gibt es nicht. Zu Eintrittsgebühr, laufenden Gebühren, Mindestinvestition und Flächenanforderungen liegt öffentlich nichts vor, ebenso wenig zu Gebietsschutz. Der einzige Zugang führt über das Formular „Wholesale und Franchise Inquiries“ auf der europäischen Markenseite oder über die Expansionsberatung in Münster.
Offen ist auch die Rechtsnatur der DACH-Rechte, die weder als Masterfranchise noch als Lizenz oder Joint Venture benannt wurde. Österreich sollte nach den Planungen des Unternehmens im Mai 2026 folgen, ein Standort ist dort bislang nicht bestätigt. Wer ein Gebiet prüfen will, sollte die drei deutschen Städte als Referenz nehmen und nach den Flächenproduktivitätszahlen des Prager Stores fragen.











