Zwei ehemalige Köche eines Drei-Sterne-Restaurants führen mit Goldies inzwischen 19 Filialen in Deutschland. Vor zwei Jahren waren es fünf. Das Berliner Smash-Burger-Franchise sucht jetzt gezielt Partner:innen und hat dafür eine eigene Franchise-Managerin eingesetzt.
Vladislav Gachyn und Kajo Hiesl kochten zuvor im Aqua in Wolfsburg, das drei Michelin-Sterne trug. 2017 eröffneten die beiden in Berlin-Kreuzberg eine Frittenbude mit belgischen Pommes und Fried Chicken. Der Smashburger kam erst 2021 dazu, und wurde zum Träger des ganzen Konzepts. Heute zählt das System nach eigenen Angaben 19 Filialen, vom Ursprungsladen in der Oranienstraße bis nach Augsburg.
Goldies: Sterneküche als Handwerk, verkauft als Fast Food
Der Markenkern ist bewusst gegen den eigenen Lebenslauf gebaut. Goldies tritt mit dem Versprechen „Best bad food in town“ auf und verkauft Smashburger, Fried Chicken, aufwendig belegte Pommes und Milchshakes.
Was dahinter steckt, beschreiben die Gründer als Übertragung von Technik statt von Preisniveau. Genau darin liegt der Unterschied zu klassischen Burgerketten.
Von fünf auf 19 Standorte in gut zwei Jahren
Die Kurve ist steil. Mitte 2024 betrieb Goldies fünf Läden, im November 2025 kam mit Augsburg die erste bayerische Stadt und der siebte Standort dazu. Im März 2026 waren es 15 Filialen, aktuell 19.
Burger in zwölf Monaten
Das System gibt drei Millionen verkaufte Burger in 365 Tagen und rund 7.500 Kund:innen pro Tag an. (Quelle: Berliner Wirtschaft, März 2026)
Parallel dazu verbreitert das System die Formate. Der Frankfurter Standort testet eine größere Fläche mit Sitzplätzen, die Bar im KaDeWe verlängert die Marke ins Premiumsegment, und der Lieferkanal läuft seit 2025 exklusiv über einen Partner. Für Franchisenehmer:innen heißt das: mehrere Betriebsmodelle unter einer Marke.
Getragen wird das Wachstum von Franchisepartner:innen. Der erste Franchisestandort entstand 2024 im Frankfurter Bahnhofsviertel, deutlich größer angelegt als der Kreuzberger Ursprungsladen. Seit 2025 liefert das System exklusiv über Uber Eats, im selben Jahr eröffnete eine Goldies Bar im Berliner KaDeWe.
Partnersuche mit eigener Managerin, aber ohne Konditionen
Goldies sucht Partner:innen inzwischen strukturiert. Die Stellenbeschreibung der Franchise-Managerin nennt die Aufgabe präzise: Begleitung der Partner:innen von der Vertragsunterzeichnung bis zur Eröffnung.
Die Franchiseseite selbst bleibt dagegen leer, wo Kandidat:innen rechnen müssten. Eintrittsgebühr, laufende Gebühren, Marketingbeitrag, Gesamtinvestition, Eigenkapital, Ladengröße, Vertragslaufzeit, Gebietsschutz: keine dieser Angaben steht dort. Die Zählwerke für Standorte, Tagesgäste und Auszeichnungen zeigen beim Abruf sogar „0+“. Wer sich bewerben will, füllt ein Formular aus.
Gut zu wissen:
Deutschland kennt kein eigenes Franchisegesetz. Die vorvertragliche Aufklärungspflicht nach BGB verlangt aber, dass Franchisegeber alle wesentlichen Informationen rechtzeitig vor Vertragsabschluss offenlegen. Fordern Sie die Zahlen deshalb schriftlich an, und zwar bevor Sie ein Formular als Bewerbung verstehen.
Was das Tempo für Bewerber:innen bedeutet
Vier Standorte in fünf Monaten sind für ein Gastronomiesystem viel. Solche Phasen entscheiden sich weniger am Konzept als an der Betreuung: Schulung, Warenversorgung, Standortprüfung und Qualitätskontrolle müssen mitwachsen.
- Referenzen : Kontakt zu den Partner:innen aus Frankfurt und Augsburg, also den ersten Generationen
- Lieferkette : Herkunft und Preisbindung bei Fleisch und Pommes, der Kern des Qualitätsversprechens
- Digitalkanal : Konditionen der Uber-Eats-Exklusivität und wer die Provisionen trägt
Interessierte Unternehmer:innen können die Verfügbarkeit von Gebieten direkt beim System erfragen. Ob aus 19 Filialen ein bundesweites Netz wird, entscheidet sich am Ende nicht an der Zahl der Eröffnungen, sondern daran, ob der handwerkliche Anspruch aus der Sterneküche auch im dreißigsten Laden noch trägt. Das kommende Halbjahr liefert die ersten Hinweise.











