Burgermeister geht nach Tschechien. Die Berliner Burger-Franchise-Marke eröffnet Anfang 2027 ihren ersten Standort am Prager Wenzelsplatz, weitere Filialen im Land sind bereits geplant. Für ein Netz mit derzeit 32 Standorten ist das mehr als eine Eröffnung: Es zeigt, wie ein Kreuzberger Imbiss zur europäischen Systemmarke werden will.
Am 13. August 2026 hat Burgermeister den Markteintritt in Tschechien bestätigt. Der erste Store entsteht am Wenzelsplatz im Zentrum von Prag 1, die Eröffnung ist für Anfang 2027 angesetzt. Gegründet 2006 in einem ehemaligen Toilettenhäuschen am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg, betreibt die Marke heute 32 Standorte deutschlandweit im Franchise-Modell und weiteren europäischen Ländern. An der Spitze stehen Robert Fügert und Cebrail Karabelli. Die Fläche in Prag hat Cushman & Wakefield vermittelt, weitere tschechische Standorte stehen laut Unternehmen schon in Planung.
Wenzelsplatz: ein Standort mit 36 Millionen Passant:innen im Jahr
Der Wenzelsplatz ist Prags bekannteste Einkaufs- und Gastronomielage. Nach Angaben von Cushman & Wakefield passieren jährlich mehr als 36 Millionen Menschen die Umgebung, eine Mischung aus Tourist:innen und Einheimischen.
„Die Lage bietet die richtige Mischung aus Tourist:innen und Einheimischen, um die Marke im tschechischen Markt zu verankern”, erklärt Darja Divine, Retail Tenant Representation Lead bei Cushman & Wakefield. Für eine Marke, die ihren Ruf über Sichtbarkeit und Wiedererkennung aufgebaut hat, ist das ein schlüssiger Einstieg. Der Preis dafür ist hoch: Spitzenlagen im historischen Zentrum gehören zu den teuersten Flächen Mitteleuropas.
Ein Konzept, das sich nach eigenen Angaben 1:1 übertragen lässt
Burgermeister setzt auf eigene Produktion und eine eigene Bäckerei. Genau darin sieht das Unternehmen die Grundlage seines Tempos: Das Konzept lasse sich unverändert in neue Märkte übertragen, ohne dass die Systemzentrale jedes Mal neu justieren muss.
Das Sortiment bleibt schmal. Frisch zubereitete Burger, Pommes, eine klare Preislogik. Wer Systemgastronomie skalieren will, braucht diese Reduktion, weil sie Einarbeitung, Wareneinsatz und Küchenprozesse berechenbar macht. Der Ansatz ist im deutschen Markt erprobt, in Prag steht er erstmals außerhalb des vertrauten Lieferradius auf dem Prüfstand.
32 Standorte, und ein Netz, das nach Osten wächst
Mit 32 Standorten bleibt Burgermeister deutlich kleiner als die großen Ketten im deutschen Markt. Das Wachstumstempo ist trotzdem bemerkenswert: Aus einem einzigen Kiosk in Kreuzberg wurde in 20 Jahren eine Marke, die in mehreren europäischen Ländern präsent ist.
Burgermeister betreibt aktuell 32 Filialen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Der Prager Store wäre der erste in Tschechien. (Quelle: Cushman und Wakefield, August 2026)

Prag ist dabei kein Zufall. Die tschechische Hauptstadt zählt zu den dynamischsten Restaurantmärkten Mitteleuropas, und internationale Food-Konzepte treffen dort auf ein aufgeschlossenes Publikum. Genau dieses Umfeld beschreibt das Unternehmen als passend für seine Expansionslogik.
Gut zu wissen:
Ob der Prager Store als Eigenbetrieb oder mit einem lokalen Partner startet, hat Burgermeister bislang nicht mitgeteilt. Wer sich für Gebiete in Mittel- und Osteuropa interessiert, sollte diese Frage direkt bei der Systemzentrale klären.
Was Interessierte in den kommenden Monaten beobachten sollten
Bis zur Eröffnung Anfang 2027 bleibt gut ein Jahr. Entscheidend wird, wie schnell die angekündigten Folgestandorte in Tschechien konkret werden und ob Burgermeister dafür lokale Partner:innen sucht.
Ein zweites Signal ist die Lieferkette. Eigene Bäckerei und eigene Produktion funktionieren im Heimatmarkt gut, im Ausland verlangen sie entweder lange Transportwege oder neue lokale Strukturen. Wie das Unternehmen diese Frage in Prag löst, zeigt, wie belastbar das Versprechen der 1:1-Übertragbarkeit tatsächlich ist. Interessent:innen können sich schon jetzt beim Unternehmen melden, um die Verfügbarkeit von Gebieten zu prüfen.











