Du möchtest eine Reinigungsfirma gründen, weißt aber noch nicht, wo du anfangen sollst? Die gute Nachricht: Du brauchst keinen Meistertitel, keine spezifische Ausbildung und kein hohes Startkapital. In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, welche Voraussetzungen du erfüllen musst, welche Behörden zuständig sind und was die Gründung in 2026 wirklich kostet.
Kann jeder eine Reinigungsfirma eröffnen?
Ja, grundsätzlich kann jede Person in Deutschland eine Reinigungsfirma gründen. Seit 2004 zählt die Gebäudereinigung zu den zulassungsfreien Handwerken gemäß Anlage B1 der Handwerksordnung. Das bedeutet konkret: kein Meisterbrief, keine Pflichtausbildung, keine Berufserfahrungsnachweis.
Was du benötigst, ist überschaubar und wir dir in Schritt 4 ausführlich erklärt. eine Gewerbeanmeldung, Steuernummer vom Finanzamt, Pflichtmitgliedschaft bei der zuständigen Berufsgenossenschaft und eine Betriebshaftpflichtversicherung. Praktische Erfahrung in der Branche ist kein Muss, aber ein klarer Vorteil. Wer weiß, wie man effizient und gründlich reinigt, hat im hart umkämpften Markt die Nase vorn.
Warum lohnt es sich, 2026 eine Reinigungsfirma zu gründen?
Reinigungsdienstleistungen gehören zu den konjunkturunabhängigen Bedürfnissen: Ob Büros, Arztpraxen, Kindergärten oder Privathaushalte, Schmutz entsteht immer. Das macht die Branche besonders krisenresistent. Hinzu kommt, dass viele etablierte Reinigungsunternehmen wegen des allgemeinen Fachkräftemangels Aufträge ablehnen müssen.
Wer ein klar definiertes Angebot hat, zuverlässig liefert und sich von der grauen Masse abhebt, findet schnell erste Kunden. Neue Segmente wie die Reinigung von Solaranlagen, spezielle Hygienekonzepte für medizinische Einrichtungen oder nachhaltige Reinigungsverfahren mit umweltfreundlichen Mitteln bieten zusätzliche Wachstumschancen für Gründer:innen mit Gespür für Marktlücken.
8 Schritte zur Eröffnung einer Reinigungsfirma
Schritt 1 – Konzept und Zielgruppe definieren
Bevor du irgendein Formular ausfüllst, beantworte eine grundlegende Frage: Wen willst du mit deiner Reinigungsfirma ansprechen? Die Gebäudereinigung ist ein breites Feld. Du kannst zwischen Privathaushalten, Gewerbekunden und Büros sowie spezialisierten Einrichtungen wie Praxen oder Industriebetrieben wählen.
Wer versucht, von Anfang an alles anzubieten, bleibt unsichtbar. Wähle ein Segment, in dem du dich mit deinem Angebot klar positionierst. Schau dir deine lokale Konkurrenz an: Was bieten andere an? Welche Nische ist unterversorgt? Ein Alleinstellungsmerkmal, ob besondere Zuverlässigkeit, ein nachhaltiges Reinigungskonzept oder eine spezielle Zielgruppe, ist dein stärkstes Vermarktungsargument.
Schritt 2 – Businessplan erstellen
Ein Businessplan ist mehr als ein Pflichtdokument für die Bank. Er zwingt dich, dein Vorhaben realistisch durchzurechnen: Wie viele Kunden brauchst du, um deine laufenden Kosten zu decken? Welchen Stundensatz musst du erzielen, um profitabel zu arbeiten? Wie sieht dein Liquiditätsplan für die ersten drei bis sechs Monate aus?
Gründungsberatung gibt es kostenlos bei der IHK oder der zuständigen Handwerkskammer. Nutze dieses Angebot, bevor du größere finanzielle Entscheidungen triffst. Der KfW-Gründungsmonitor liefert zudem nützliche Orientierungsdaten zum Gründungsgeschehen in Deutschland.
Schritt 3 – Rechtsform auswählen
Die Wahl der Rechtsform hat Auswirkungen auf Haftung, Steuern und bürokratischen Aufwand. Für den Start reicht in den meisten Fällen das Einzelunternehmen: schnell angemeldet, günstig, volle Kontrolle. Der Nachteil ist die persönliche Haftung mit dem Privatvermögen.
Wer zu zweit oder dritt gründet, kann eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) wählen, auch hier mit persönlicher Haftung. Wer Haftungsschutz möchte, entscheidet sich für eine UG (Unternehmergesellschaft) oder GmbH, was jedoch mehr Kapital und Verwaltungsaufwand voraussetzt. Bei der GmbH sind 25.000 Euro Stammkapital erforderlich, bei der UG reicht theoretisch 1 Euro. Lass dich von einem Steuerberater oder der IHK beraten, welche Form zu deinem Vorhaben passt.
Schritt 4 – Behörden, Genehmigungen und Versicherungen
Dieser Schritt ist der wichtigste im gesamten Gründungsprozess. Hier musst du mehrere Stellen parallel ansprechen und die richtige Reihenfolge einhalten.
- Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt
Dein erster behördlicher Schritt: die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt deiner Gemeinde oder deines Stadtbezirks. Viele Ämter bieten die Anmeldung auch online an. Du benötigst einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Die Kosten liegen je nach Gemeinde zwischen 20 und 60 Euro. Nach der Anmeldung erhältst du deinen Gewerbeschein und das Finanzamt wird automatisch informiert. - Steuerliche Erfassung beim Finanzamt
Das Finanzamt meldet sich nach der Gewerbeanmeldung von sich aus. Du erhältst einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, über den dir eine Steuernummer zugeteilt wird. Gleichzeitig entscheidest du, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzen möchtest (sinnvoll bei Jahresumsatz unter 22.000 Euro) oder von Anfang an umsatzsteuerpflichtig sein willst. Ein Steuerberater hilft dir bei dieser Weichenstellung. - Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft
Als Gewerbetreibende:r bist du gesetzlich verpflichtet, dich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft (BG) anzumelden. Je nach Art deiner Reinigungstätigkeit ist das die BG BAU (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) oder die BGHW (Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik). Die BG klärt nach deiner Anmeldung, welche Stelle für dich zuständig ist. Die Anmeldung ist kostenlos, der jährliche Mindestbeitrag beträgt 100 Euro. Diese Pflicht gilt auch, wenn du zunächst allein arbeitest und noch keine Mitarbeiter:innen hast. - Handwerkskammereintrag
Gebäudereinigung gilt als handwerksähnliches Gewerbe. Du musst deinen Betrieb bei der zuständigen Handwerkskammer (HWK) eintragen. Einen Meisterbrief oder eine abgeschlossene Ausbildung brauchst du dafür nicht: Die Gebäudereinigung ist seit 2004 ein zulassungsfreies Handwerk nach Anlage B1 der Handwerksordnung. Der Beitrag variiert je nach Kammer und Umsatz, Gründer:innen zahlen in den ersten Jahren häufig einen ermäßigten Beitrag. - Betriebshaftpflichtversicherung abschließen
Bevor du zum ersten Auftrag fährst, musst du eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Sie schützt dich, wenn beim Kunden ein Schaden entsteht: ein umgekippter Eimer auf einem Parkett, ein zerbrochenes Schmuckstück oder eine beschädigte Scheibe. Ohne diese Versicherung haftest du mit deinem gesamten Privatvermögen. Die Jahresprämien starten für kleine Reinigungsunternehmen bei rund 150 bis 300 Euro, abhängig von Tätigkeitsumfang und Deckungshöhe. Wichtig: Prüfe, ob deine Versicherung auch Glasreinigung und spezielle Tätigkeiten wie Fenster- oder Fassadenreinigung abdeckt.
Gut zu wissen:
Du kannst die Gewerbeanmeldung, die Anmeldung bei der BG und den HWK-Eintrag oft innerhalb weniger Tage parallel erledigen. Das Finanzamt meldet sich automatisch nach der Gewerbeanmeldung. Plane für den kompletten bürokratischen Ablauf rund zwei bis vier Wochen ein, bevor du deinen ersten Auftrag annimmst.
Schritt 5 – Geräte und Ausstattung beschaffen
Eine der attraktiven Eigenschaften der Reinigungsbranche: Der Investitionsbedarf für die Erstausstattung ist im Vergleich zu anderen Gewerben gering. Für den Einstieg in die Unterhaltsreinigung brauchst du vor allem Reinigungsmittel, Putztücher, Mopp-Sets, Staubsauger und einen fahrbaren Putzwagen. Hinzu kommen Berufskleidung und ein zuverlässiges Fahrzeug.
Wer sich auf Gebäude- oder Fensterreinigung in größeren Objekten spezialisiert, benötigt möglicherweise Hochdruckreiniger, Leitern oder sogar Hebebühnen. Kaufe am Anfang nur, was du wirklich für deine definierten Dienstleistungen brauchst. Zu viele ungenutzte Geräte binden Kapital, das du besser für Marketing oder Betriebskosten verwendest.
Schritt 6 – Betrieb organisieren und ggf. Personal einstellen
Wächst dein Kundenstamm, wächst auch der Personalbedarf. Wer Mitarbeiter:innen einstellt, übernimmt Verantwortung: für Lohnzahlung und Sozialabgaben, für die Einhaltung des Tarifvertrags im Gebäudereiniger-Handwerk (der Mindestlohn im Gebäudereinigungshandwerk liegt gesetzlich geregelt über dem allgemeinen Mindestlohn) sowie für Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz.
Für die interne Organisation brauchst du zuverlässige Abläufe: Touren- und Schichtplanung, Zeiterfassung, Rechnungsstellung. Digitale Tools helfen dabei erheblich und sparen langfristig Zeit. Wer von Anfang an strukturiert arbeitet, kann schneller wachsen und gibt seinen Kunden ein Bild von Professionalität.
Schritt 7 – Marketing starten
Am Anfang sind persönliche Kontakte dein bestes Marketinginstrument. Erzähle in deinem Umfeld von deiner Gründung: Freunde, Familie, Nachbarn, lokale Gewerbetreibende. Gerade bei Büroreinigung und Hausverwaltungen lohnt es sich, direkt vorbeizugehen oder anzurufen.
Ein kostenloses Google-Unternehmensprofil macht dich schnell in deiner Region auffindbar. Ergänze es mit einem klaren Leistungsangebot, einer Telefonnummer und ersten Fotos deiner Arbeit. Plattformen wie Kleinanzeigen oder MyHammer eignen sich für erste Aufträge, sollten aber nicht dein einziger Kanal bleiben: Der Preiskampf auf diesen Portalen drückt die Margen. Zufriedene Kunden, die dich weiterempfehlen, sind langfristig wertvoller als jede bezahlte Anzeige.
Schritt 8 – Reinigungsfirma eröffnen
Hast du alle bürokratischen Schritte abgeschlossen, deine Ausstattung besorgt und deine ersten potenziellen Kunden angesprochen, bist du bereit für den offiziellen Start. Beginne mit wenigen, zuverlässig bedienten Aufträgen statt vielen schlecht organisierten. Ein guter Ruf baut sich durch Qualität und Verlässlichkeit auf, und in der Reinigungsbranche ist Mundpropaganda der wichtigste Wachstumstreiber.
Halte deine Qualitätsstandards vom ersten Auftrag an hoch. Schreibe klare schriftliche Verträge, die Leistungsumfang, Preis, Zahlungsfristen und Schlüsselübergabe regeln. Was mündlich als selbstverständlich gilt, wird im Streitfall schnell zum Problem.
Kann ich eine Reinigungsfirma nebenberuflich gründen?
Ja, das ist möglich und für viele Gründer:innen sogar der empfehlenswerte Einstieg. Du baust deinen Kundenstamm in Ruhe auf, ohne auf ein laufendes Gehalt verzichten zu müssen. Das reduziert den finanziellen Druck der Anlaufphase erheblich.
Auch für eine Nebentätigkeit brauchst du eine vollständige Gewerbeanmeldung, eine Steuernummer und die Pflichtmitgliedschaft bei der Berufsgenossenschaft. Wenn du angestellt bist, musst du deinen Arbeitgeber informieren: Die meisten Arbeitsverträge enthalten eine Klausel zur Nebentätigkeit. Erlaubt ist sie in der Regel, solange sie deine Hauptarbeit nicht beeinträchtigt und keine direkte Konkurrenz darstellt.
Wer Arbeitslosengeld I (ALG I) bezieht, darf nebenberuflich maximal 15 Stunden pro Woche selbstständig tätig sein. Wer Elterngeld erhält, darf bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten. Verstöße können zur Kürzung oder zum Wegfall der Leistungen führen. Im Zweifel immer vorab bei der Bundesagentur für Arbeit nachfragen.
Ist es auch möglich, eine Reinigungsfirma als Franchise zu eröffnen?
Ja, und es ist eine interessante Alternative zur eigenständigen Gründung von null. Wer auf ein bewährtes System, eine etablierte Franchise-Marke und einen strukturierten Start setzen möchte, findet im Reinigungsbereich verschiedene Franchise-Konzepte in Deutschland. Hier eine Auswahl bekannter Systeme:
- Molly Maid : internationales Franchise-System für Haushaltspflege und Privatreinigung, mit standardisierten Reinigungsprozessen und lokaler Gebietsschutz für Franchisenehmer:innen.
- Jan-Pro Deutschland : auf gewerbliche Gebäudereinigung spezialisiertes internationales Franchise-Netzwerk, das besonders Büro- und Gewerbeimmobilien bedient.
- SteinXpert : deutsches Franchise-Konzept für die professionelle Reinigung und Pflege von Natur- und Kunststein, Hartböden und Fassaden.
- ISOTEC : Franchise-System für Feuchtigkeitsschutz, Schimmelsanierung und Gebäudeschutz, das eng mit Reinigungs- und Sanierungsleistungen verbunden ist.
Bevor du einen Franchise-Vertrag unterzeichnest, lass dir das vorvertragliche Informationsdokument (Disclosure Document) mindestens 14 Tage vor Vertragsabschluss aushändigen und prüfe es durch einen Fachanwalt für Franchiserecht. In Deutschland gibt es kein spezifisches Franchise-Gesetz, die vorvertragliche Aufklärungspflicht des Franchisegebers ergibt sich jedoch aus dem BGB. Weitere Informationen und eine Liste seriöser Franchise-Systeme findest du beim Deutschen Franchiseverband (DFV).
Wie viel kostet es, 2026 eine Reinigungsfirma zu eröffnen?
Die Gründung einer Reinigungsfirma gehört zu den günstigsten Unternehmungen im Handwerk. Dennoch solltest du realistisch kalkulieren, was auf dich zukommt. Hier ein Überblick der einmaligen und laufenden Kosten:
Kostenaufstellung Reinigungsfirma 2026 eröffnen
| Kostenposten | Einmalig | Laufend (jährlich) |
|---|---|---|
| Gewerbeanmeldung | 20 – 60 € | – |
| Erstausstattung (Material, Reinigungswagen, Schutzkleidung) | 500 – 2.500 € | – |
| Website, Logo, Visitenkarten | 200 – 1.000 € | ca. 60 – 120 € (Hosting) |
| Betriebshaftpflichtversicherung | – | 150 – 300 € |
| Berufsgenossenschaft (Mindestbeitrag) | – | 100€ |
| Handwerkskammer-Mitgliedsbeitrag | – | 19 – 300 € (je nach Kammer und Umsatz) |
| Software (Zeiterfassung, Buchhaltung) | – | 120 – 360 € |
| Gesamt (Schätzung) | ca. 720 – 4.060 € | ca. 449 – 1.080 € |
Schätzwerte für eine eigenständige Gründung in Deutschland 2026. Einmalige Kosten ohne Fahrzeug. Quellen: BMWK – Existenzgründungsportal; KfW; IHK; ZDH.
Zu diesen Kosten kommt ein Betriebskapital von mindestens drei bis sechs Monatsausgaben hinzu, um die Anlaufphase zu überbrücken, bevor die ersten Kundenzahlungen regelmäßig eingehen. Wer ein Fahrzeug anschaffen muss, sollte je nach Modell 5.000 bis 20.000 Euro zusätzlich einplanen.
Gut zu wissen:
Wenn du Arbeitslosengeld I beziehst, kannst du vor der Gründung einen Gründungszuschuss bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. In der ersten Phase erhältst du deinen bisherigen ALG-I-Betrag plus 300 Euro monatlich zur sozialen Absicherung – für bis zu sechs Monate. Der Antrag muss vor Aufnahme der Selbstständigkeit gestellt werden.
Für Investitionen und Betriebsmittel bietet die KfW zinsgünstige Förderkredite an: Das ERP-Gründerkredit StartGeld stellt bis zu 125.000 Euro bereit, der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge bis zu 500.000 Euro. Beide Kredite sind über deine Hausbank zu beantragen.
Der folgende Vergleich zeigt, wie sich eine eigenständige Gründung von einem Franchise-Einstieg unterscheidet.
Kostenvergleich Reinigungsfirma selbstständig vs. Franchise-Unternehmen
| Kriterium | Eigenständige Reinigungsfirma | Reinigungsfranchise |
|---|---|---|
| Investition gesamt | 720 – 4.060 € (ohne Fahrzeug) | 10.000 – 50.000 €+ (inkl. Eintrittsgebühr) |
| Eintrittsgebühr | Keine | 3.000 – 30.000 € je nach System |
| Laufende Royalties | Keine | In der Regel 5 – 12 % des Umsatzes |
| Markenbekanntheit | Aufbau von null | Sofort vorhanden |
| Schulung und Support | Eigenverantwortlich | Durch Franchisegeber |
| Flexibilität | Vollständig frei | An Systemvorgaben gebunden |
| Eigenkapitalbedarf (ca.) | ca. 20 – 30 % der Gesamtinvestition | ca. 20 – 30 % der Gesamtinvestition |
Vergleichswerte 2026. Franchise-Investitionsangaben variieren je nach System. Royalty-Spannen: allgemeine Branchenwerte laut DFV-Jahreserhebung. Quellen: DFV – Deutscher Franchiseverband; KfW; BMWK.
Redaktionstipp:
Kalkuliere deinen Stundensatz nie „aus dem Bauch heraus”. Addiere alle laufenden Kosten (Versicherungen, BG, Software, Fahrtkosten, Materialverbrauch) und teile sie durch deine realistisch verfügbaren Arbeitsstunden. Zu niedrige Preise sind der häufigste Grund, warum junge Reinigungsunternehmen trotz voller Auftragslage nicht profitabel arbeiten.
Häufige Fragen zur Gründung einer Reinigungsfirmaons fréquentes
Nein. Die Gebäudereinigung ist seit 2004 ein zulassungsfreies Handwerk gemäß Anlage B1 der Handwerksordnung. Du benötigst weder einen Meistertitel noch eine abgeschlossene Berufsausbildung als Gebäudereiniger:in. Eine Gewerbeanmeldung, eine Steuernummer und die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft genügen für den gesetzlichen Start.
Die einmaligen Gründungskosten liegen je nach Ausstattung bei rund 720 bis 4.060 Euro (ohne Fahrzeug). Dazu kommen laufende Jahreskosten von ca. 450 bis 1.080 Euro für Versicherungen, Berufsgenossenschaft, Handwerkskammer und Software. Franchise-Einstiege kosten in der Regel deutlich mehr: zwischen 10.000 und 50.000 Euro inklusive Eintrittsgebühr.
Gesetzlich verpflichtend ist die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft (BG BAU oder BGHW). Dringend empfohlen und in der Praxis unverzichtbar ist eine Betriebshaftpflichtversicherung: Sie schützt dich, wenn bei einem Kunden ein Schaden entsteht. Wer hauptberuflich gründet, muss sich zudem selbst um eine Kranken- und Pflegeversicherung kümmern.
Ja. Wer klein beginnt und zunächst nur Privathaushalt- oder kleine Büroaufträge annimmt, kommt mit unter 2.000 Euro aus. Brauchst du mehr Kapital, bietet die KfW zinsgünstige Gründerkredite (ERP StartGeld bis 125.000 Euro). Wer ALG I bezieht, kann zusätzlich den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit beantragen.











