Ende September öffnet in Köln das erste öffentlich zugängliche Taco Bell-Restaurant Deutschlands. Betreiberin ist die Feel Better Holding, eine Koblenzer Gesellschaft, die zwei Unternehmer eigens für diese Franchise-Partnerschaft gegründet haben. Ihr Gebiet reicht von Bonn bis Kleve, und es ist nur eines von sechs.
Am 27. August 2026 kündigte Taco Bell Deutschland den Standort auf Instagram mit dem Slogan „Von California nach Köllefornia” an. Vier Tage später nannte der Fachtitel food service Betreiberin und Zeitplan: Die Feel Better Holding will die US-Marke Ende September in Deutschland an den Start bringen. Bislang gab es die Franchise-Marke Taco Bell hierzulande ausschließlich auf US-Militärstützpunkten, ohne Zugang für die Öffentlichkeit. Ein erster Anlauf mit einem einzelnen nationalen Partner war im Mai 2025 nach Differenzen gestoppt worden.
Feel Better Holding: eine Gesellschaft, die es ohne Taco Bell nicht gäbe
Eingetragen am 25. September 2025 beim Amtsgericht Koblenz (HRB 31369), führt die Feel Better Holding GmbH zwei Geschäftsführer: Peter Gries und Lars Krämer. Auf der eigenen Website beschreibt sich das Unternehmen knapp als „A Taco Bell Franchisee”.
Die Holding hält die Beteiligungen, den Betrieb übernimmt die Feel Better 1 Betriebs GmbH. Erste Stellenanzeigen für Bonn laufen seit Juli 2026. Ihre gastronomische Vorgeschichte haben die beiden Gründer bislang nicht öffentlich gemacht.
Sechs Gebietsentwickler statt eines nationalen Master-Franchisenehmers
Nach dem gescheiterten ersten Versuch hat Taco Bell die Struktur gedreht. Statt die Verantwortung für Deutschland bei einem einzigen Partner zu bündeln, vergibt der Konzern regionale Gebietsrechte. Sechs Area Developer sind gewonnen, besetzt sind laut Branchenangaben alle Bundesländer außer dem Osten und Berlin.
Für Bayern hat die Lehmann Hotel und Gaststätten Holding aus Ebersberg unterschrieben. Geschäftsführer Christian Lehmann plant zwei Münchner Standorte in den Riem Arcaden und in Freiham, dazu 15 Standorte in fünf Jahren in München, Nürnberg und Passau. Die Rekrutierung der Partner läuft über die Düsseldorfer Beratung Franchise Focus.
Für Franchise-Interessierte ist das die eigentliche Nachricht: Deutschland wird nicht in einem Zug vergeben, sondern Region für Region. Wer im Osten oder in Berlin sucht, findet dort bislang freies Gebiet.
Was Kandidat:innen bei Taco Bell mitbringen müssen
Die kolportierten Konditionen liegen im oberen Bereich der Systemgastronomie: 400.000 Euro Gesamtinvestition, 150.000 Euro Eigenkapital, 65.000 US-Dollar Eintrittsgebühr, dazu laufende Gebühren von 6 % vom Umsatz und 5 % Marketingbeitrag.
Zum Vergleich: Der durchschnittliche Franchisenehmer in Deutschland erwirtschaftet 735.000 Euro Jahresumsatz. (Quelle: DFV) Ein Taco Bell ist damit kein Einstiegsprojekt, sondern ein Fall für Multi-Unit-Kandidat:innen mit Gastro-Erfahrung.
Gut zu wissen:
Franchisegeber ist Taco Bell Europe, eine Einheit von Yum! Brands mit Zentrale in Großbritannien. In Europa ist die Marke bereits in Großbritannien, Rumänien, Griechenland und Schweden vertreten. Die genannten Konditionen sind Angaben der Rekrutierungsberatung, keine bestätigte Konzernauskunft.
Köln als Testfall für die Zielmarke von 100 Standorten
Weltweit zählte die Taco Bell Division zum 30. Juni 2026 genau 9.046 Restaurants, ein Plus von 3 % binnen eines Jahres. Der internationale Bestand soll von 1.150 Standorten des Jahres 2024 auf über 3.000 bis 2030 steigen. Deutschland ist in dieser Rechnung ein Baustein: langfristig peilt die Marke hier mindestens 100 Standorte an. “Der Markteintritt von Taco Bell in Deutschland basiert auf unserem Anspruch, mit erstklassigen Franchisepartnern zusammenzuarbeiten”, erklärt Ian Cranna, General Manager, Taco Bell Europe.
Zwei Fragen bleiben offen: die genaue Adresse in Köln und die Standortzahl, die Feel Better zwischen Bonn und Kleve anstrebt. Beides hat die Holding bisher nicht kommuniziert. Wer sich für ein freies Gebiet interessiert, wendet sich an Franchise Focus in Düsseldorf.











