Die Münchner Fast-Food-Franchise Pommes Freunde hält Kurs auf die 100. Filiale. Mit 60 Standorten und einem Jahresumsatz von 41,4 Millionen Euro behauptet sich Gründer Sebastian Petz gegen Branchenriesen wie McDonald’s und Burger King. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlichte ein ausführliches Portrait, das den Wachstumskurs und die Franchisestrategie der Kette beleuchtet.
Gegründet 2009 mit einem einzigen Stand in der Tiefebene des Münchner Stachus, hat Pommes Freunde sein Angebot längst über Pommes frites und Currywurst hinaus entwickelt. Das Sortiment umfasst Burger, Hotdogs, vegane Speisen und Halal-Produkte. 550 Mitarbeiter:innen arbeiten für die Kette, davon 25 in der Münchner Zentrale. Für seine Leistungen im Segment erhielt Petz den Preis der Deutschen Systemgastronomie.
Umsatzanteil der Burger bei Pommes Freunde – womit das einstige Kernprodukt Pommes frites umsatzseitig längst vom Thron gestoßen wurde. (Quelle: FAZ, August 2026)

Zwei Gesellschaften, ein Franchise-System
Das Modell von Pommes Freunde basiert auf einer strukturellen Trennung: Die Pommes Freunde Franchise GmbH vergibt Franchiserechte und verwaltet Markenlizenzen sowie Gebühren im Franchise-Konzept. Eine separate Holding steuert die 20 eigenbetriebenen Filialen in München, Hamburg, Frankfurt und Berlin. Die übrigen 40 Standorte betreiben unabhängige Franchisenehmer:innen. „Wir wollten von Anfang an in das Franchisegeschäft, mussten aber zunächst potenzielle Partner mit eigenen Filialen überzeugen. Das hat gut funktioniert”, erklärt Sebastian Petz, Gründer und Geschäftsführer der Pommes Freunde Franchise GmbH.
Umsatz nähert sich der 50-Millionen-Euro-Marke
Im Jahr 2025 erwirtschaftete Pommes Freunde einen Nettoumsatz von 41,4 Millionen Euro. Für 2026 peilt Petz 48 bis 49 Millionen Euro an, was einem Gesamtwachstum von 15 bis 16 Prozent entspricht. Dieses setzt sich zusammen aus Neueröffnungen, einem organischen Same-Store-Wachstum von fünf bis sechs Prozent sowie dem Effekt der Mehrwertsteuersenkung. Als jährliches Expansionstempo nennt Petz zehn bis 15 neue Standorte: 2025 wurden elf eröffnet, für 2026 rechnet er mit neun bis elf.
Teurer Standort als existenzielles Risiko
Jede potenzielle neue Filiale prüft Petz persönlich vor Ort: Er fährt selbst hin, analysiert Frequenz und Lage und rechnet die mögliche Mietbelastung gegen erwartbare Umsätze gegen. Konzepte, die zu stark auf schnelle Expansion setzen, riskieren seiner Einschätzung nach überhöhte Mietkonditionen, die das Gesamtkonstrukt destabilisieren. Die Problemquote im eigenen Netzwerk hält er deshalb für sehr gering.
Dieselbe Sorgfalt gilt bei der Auswahl der Franchisepartner:innen. „Sie müssen zu uns passen”, betont Petz. Eine schlecht laufende Franchisefiliale schade der Markenwahrnehmung des gesamten Netzwerks und bremse damit die Expansion. Die Vorbild-Marken schaut er sich weniger wegen des Geschmacks ab als wegen der Motivationsstruktur ihrer Partner.
Die 100. Filiale als nächste Wegmarke
Der symbolische Meilenstein ist für Petz klar definiert: die Eröffnung der 100. Filiale. Einen Unternehmensverkauf schließt er derzeit aus. „Wir haben Pommes Freunde nicht mit dem Ziel gegründet, um zu verkaufen”, betont er. Auch geografisch sieht er noch Potenzial: Nach Wien plant die Kette weitere Standorte in Österreich, darunter Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Ein Verkauf sei zu einem späteren Zeitpunkt zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, stehe aber aktuell nicht zur Debatte.
Gut zu wissen :
Als langfristiges Vorbild dient Petz Shake Shack: Die 2001 als Hotdog-Stand in New York gegründete Premium-Fast-Food-Kette betreibt heute 659 Filialen in 20 Ländern. Pommes Freunde ist international bislang mit einem Standort in Wien vertreten.











