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Italienisches Streetfood auf Wachstumskurs: Mainzer Unternehmer baut Spizzicando-Franchise auf

3 Min. Lesezeit
gegrilltes panini mit pesto, rucola und tomaten

Der Mainzer Unternehmer Davide Spiga bringt mit Spizzicando ein italienisches Streetfood-Konzept als Franchise-Unternehmen an den Start. Der erste Standort öffnet am 22. Juli 2026 in Mainz, geplant sind 100 Stores in 36 Monaten. Für Franchise-Interessierte entsteht damit ein neues System-Konzept zwischen schnellem Imbiss und Trattoria.

Im Rhein-Main-Gebiet ist Davide Spiga als Händler bekannt. Er betreibt einen Rewe-Markt und sechs Nahkauf-Märkte, ist Geschäftsführer der Yuniq Lebensmittel GmbH und Gründer der Yuniq Group. Zur Gruppe gehören mehr als 200 Mitarbeiter:innen, eine eigene Medien- und Werbefirma, eine Backwarenproduktion und ein Großhandel. Mit Spizzicando wechselt der Kaufmann nun in die Systemgastronomie.

Das Konzept setzt auf kleine, transportfähige Spezialitäten. Auf der Karte stehen nach Unternehmensangaben Arancini, Panzerotti, Pizza al Taglio sowie Snacks und Dolce. Italienisches Essen werde hierzulande oft auf Pizza und Pasta verengt, heißt es zur Begründung. Spizzicando will diese Lücke mit stark standardisierten Abläufen schließen.

Getragen wird der Aufbau von der Spizzicando Germany GmbH mit Sitz in der Sophie-Christ-Straße 4 in Mainz. Im Handelsregister ist sie seit Juni 2026 eingetragen, Gegenstand ist ein Franchise- und Systemgastronomiekonzept. Als Geschäftsführer fungieren Davide Spiga und Paolo Pennella.

Gut zu wissen:

Der erste Spizzicando-Standort eröffnet am 22. Juli 2026 in der Stadthausstraße 13 in Mainz. Das Netzwerk soll danach bundesweit über ein Franchise-Modell wachsen.

Spiga ist für ungewöhnliche Formate bekannt. Im Oktober 2025 startete er in Offenbach einen Nahkauf im 24-Stunden-Betrieb, einen der wenigen seiner Art im deutschen Lebensmittelhandel. Der Markt lief von Montagmorgen bis kurz vor Mitternacht am Samstag durchgehend, sonntags blieb er geschlossen.

Dieselbe Logik überträgt der Kaufmann nun auf die Gastronomie: erst im eigenen Betrieb beweisen, dann skalieren. Sein Vorteil dabei ist die Erfahrung mit Frequenz, Convenience und Personaldruck aus dem Supermarktgeschäft, wo heiße Theken, Backstationen und Take-away längst feste Umsatzbausteine sind.

Zum Start setzt Spiga auf auffällige Aktionen. Am ersten Tag verkauft der Fensterverkauf 250 Spizzerotti und 250 Spizzaranci für jeweils einen Euro, solange der Vorrat reicht. Am zweiten Tag akzeptiert der Standort originale D-Mark-Scheine im Verhältnis eins zu eins zum Euro.

Am dritten Tag sollen Gäste sehen, welcher Anteil ihres Snackpreises in Steuern und staatliche Abgaben fließt. Besonders die D-Mark-Aktion ist politisch aufgeladen: Der offizielle Umtauschkurs liegt bei einem Euro zu 1,95583 D-Mark, wer die alte Währung wie Euro einsetzt, erhält also faktisch mehr Kaufkraft. Spiga versteht das als Experiment gegen den Kaufkraftverlust.

100 Stores

Innerhalb von 36 Monaten will Spizzicando sein Netz auf 100 Standorte ausbauen. Deutschland dient dabei als Praxistest für die weitere Expansion.

Stats illustration

Das Ziel ist ambitioniert: 100 Stores in 36 Monaten. Der Heimatmarkt Deutschland soll als Testfeld dienen, bevor das Konzept breiter ausgerollt wird. Für angehende Franchisepartner:innen ist entscheidend, ob der Mainzer Pilotbetrieb die versprochene Standardisierung und die Frequenz tatsächlich liefert.

Der erste Gradmesser ist der 22. Juli 2026. Interessierte Unternehmer:innen können nach dem Start beobachten, wie sich Sortiment, Abläufe und Auslastung im Alltag bewähren, bevor das Netzwerk die ersten Gebiete für Partner:innen öffnet.

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