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Wie eröffne ich ein Gastronomie-Franchise?

Das hängt vom Konzept ab. Mobile oder kleine Imbisskonzepte starten teils mit unter 10.000 Euro, für ein großes Schnellrestaurant verlangen Systeme wie McDonald’s ab 350.000 Euro.

Nicht zwingend. Viele Systeme nehmen Quereinsteiger:innen auf und schulen sie selbst. Pflicht ist jedoch die Belehrung durch das Gesundheitsamt nach § 43 IfSG, bevor Sie mit Lebensmitteln arbeiten.

 

Systemgastronomie beschreibt standardisierte Betriebe mit einheitlichem Angebot und zentraler Steuerung. Franchise ist ein mögliches Betriebsmodell dafür, neben eigenen Filialen der Zentrale.

Ja. Der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW finanziert Gründungen mit bis zu 200.000 Euro, beantragt über die Hausbank. Zusätzlich bieten die Förderbanken der Länder eigene Programme an.

Rund 890 Franchise-Systeme sind in Deutschland aktiv. Gemeinsam mit 148.577 Franchisepartner:innen erwirtschafteten sie 2024 einen Umsatz von 149,2 Milliarden Euro. Die Gastronomie zählt zu den sichtbarsten Branchen dieses Marktes: Allein der Deutsche Franchiseverband (DFV) führt in seiner Systemsuche 51 Gastronomie-Systeme, von der Pizzeria bis zum Lieferdienst für Schulen.

Welche Gastronomie-Franchise-Konzepte gibt es in Deutschland?

Wer an Franchising denkt, hat meist sofort McDonald’s oder Burger King vor Augen. Die Bandbreite der Franchise-Konzepte in der Gastronomie reicht jedoch deutlich weiter. Sie umfasst Restaurants mit Bedienung, Bäckerei-Franchise oder Coffe-Shop-Franchise-Konzepte, mobile Verkaufsstände und sogar Angebote, die sich ausschließlich an Unternehmen und Einrichtungen richten.

  • Quick Service und Imbiss-Franchise-Marken : Burger, Currywurst, Döner oder Hähnchen mit standardisierten Abläufen. Ein Traditionsname ist Kochlöffel, gegründet 1961 und seit 1995 als Franchise geführt.
  • Fullservice und Erlebnisgastronomie : Restaurants mit Tischbedienung wie L’Osteria oder Hans im Glück.
  • Bäckerei, Café und Frühstück : Snack- und Backwarenkonzepte wie Kamps oder BackWerk.
  • Liefer- und Abholdienste : vor allem Pizza-Franchise-Systeme, etwa Domino’s oder Call a Pizza.
  • Mobile Konzepte : Foodtrucks, Imbisse oder Kaffee-Bikes mit geringem Flächenbedarf.
  • B2B-Verpflegung : Menüdienste nach dem Prinzip „Essen auf Rädern”, Kita- und Schulcatering wie karotte und erbse oder Event-Catering. Auch Dienstleistungen für Gastronom:innen gehören dazu, etwa das Fritteusenmanagement von Filta.

Neue Franchise-Konzepte setzen auf Poké Bowls, vegane Küche, Self-Order-Terminals oder reine Lieferküchen. Für die Suche nach Franchising-Ideen lohnt sich daher ein Blick über das klassische Schnellrestaurant hinaus.

Restaurant-Franchise-Partner werden: Welche Voraussetzungen sind nötig und wie gehe ich vor?

Ein Franchise-Unternehmen in der Gastronomie erwartet von seinen Partner:innen vor allem unternehmerisches Denken, Führungsstärke und Freude am Umgang mit Gästen. Branchenerfahrung ist oft willkommen, aber nicht immer Pflicht. In der Franchise-Systemgastronomie ersetzen Handbücher, Schulungen und standardisierte Rezepturen häufig die klassische Kochausbildung.

  1. Selbstcheck : Budget, Eigenkapital, Zeit und gewünschtes Konzept realistisch festlegen ;
  2. Systeme vergleichen : Unterlagen anfordern, Info-Veranstaltungen besuchen, mit bestehenden Franchisenehmer:innen sprechen ;
  3. Franchise-Vertrag prüfen lassen : Der Franchisegeber muss Sie nach dem BGB rechtzeitig vor Abschluss des Vertrags über alle wesentlichen Punkte aufklären (vorvertragliche Aufklärungspflicht). Eine fachanwaltliche Prüfung ist ratsam ;
  4. Standort und Finanzierung klären : Standortanalyse gemeinsam mit der Systemzentrale, Businessplan, Bankgespräch ;
  5. Genehmigungen einholen : Gewerbeanmeldung, bei Alkoholausschank meist eine Gaststättenerlaubnis nach § 2 GastG oder dem jeweiligen Landesrecht, Belehrung des Personals durch das Gesundheitsamt nach § 43 IfSG ;
  6. Schulung und Eröffnung : Einarbeitung im Pilotbetrieb, Personalsuche, Eröffnungsmarketing.

Leistungen, Gebühren und Vertragsbedingungen unterscheiden sich stark von System zu System. Laufzeit, Gebietsschutz, Bezugspflichten und die Höhe der laufenden Gebühren sollten Sie deshalb immer schriftlich vergleichen, bevor Sie unterschreiben.

Welche Kosten und Investitionen fallen bei einem Gastronomie-Franchise an?

Die Gesamtinvestition hängt vor allem vom Konzept ab. Ein Kaffee-Bike startet mit einem Bruchteil dessen, was ein Schnellrestaurant mit Küche, Lüftung und Sitzplätzen kostet. Die folgenden Spannen basieren vornehmlich auf Angaben der Systeme in den Verzeichnissen des DFV

Kostenposten Größenordnung Anmerkung
Eintrittsgebühr von 5.000 Euro (Kamps) bis 65.700 Euro (KFC) einmalig, häufig zwischen 10.000 und 50.000 Euro
Eigenkapital von unter 10.000 Euro bis ab 350.000 Euro (McDonald’s) Kochlöffel verlangt 80.000 Euro
Gesamtinvestition rund 41.000 Euro (Morgengold) bis 500.000 Euro (KFC) Subway rund 250.000 Euro, Kochlöffel 360.000 Euro
Laufende Gebühren systemabhängig meist ein Prozentsatz vom Umsatz, dazu ein Marketingbeitrag
Ausbau und Ausstattung standortabhängig Küche, Lüftung, Möbel, Kassensystem
Anlaufreserve individuell Ware, Personal und Miete für die ersten Monate

Größenordnungen laut Systemangaben, keine Garantie. Quellen: DFV, FranchiseCHECK, L’Express Franchise

Für die Finanzierung kommt neben der Hausbank der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW in Frage. Er umfasst bis zu 200.000 Euro, und die KfW übernimmt 80 % des Kreditrisikos. Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.

Top 5: Umsatzstarke Gastronomie-Franchise-Systeme in Deutschland 2025

Viele Interessierte suchen nach einer Franchise-Gastronomie-Top-10. Die verlässlichste Datengrundlage dafür liefert das jährliche Umsatzranking der Fachzeitschrift foodservice aus der dfv Mediengruppe. Es listet die 100 umsatzstärksten Gastronomieunternehmen in Deutschland.

Für unsere Top 5 haben wir aus diesem Ranking nur Gastronomiesysteme mit Franchise-Geschäft ausgewählt. Rastanlagen-Betreiber, Handels- und Bahnhofsgastronomie fallen deshalb heraus.

  1. McDonald’s
    McDonald’s knackt als erstes Unternehmen in der Geschichte des Rankings die Marke von 5 Milliarden Euro. Rund 95 % der 1.382 deutschen Restaurants führen Franchisenehmer:innen.
  2. Burger King
    Mit 1,30 Milliarden Euro folgt Burger King mit deutlichem Abstand. Die große Mehrheit der 760 Restaurants liegt in der Hand von Franchisenehmer:innen. Zum 50. Jubiläum in Deutschland kündigte das Unternehmen neue Expansion an.
  3. KFC und Pizza Hut
    Hinter beiden Marken steht der US-Konzern Yum!. Das Ranking weist ihre Umsätze gemeinsam aus: 490 Millionen Euro.
  4. L’Osteria
    Mit 442 Millionen Euro und 174 Restaurants ist L’Osteria das umsatzstärkste Gastronomieunternehmen deutscher Herkunft. Als einziges Fullservice-Konzept der Top 5 zeigt es, dass Franchising auch mit Tischbedienung funktioniert.
  5. Domino’s Pizza
    Domino’s erzielt 411 Millionen Euro und ist damit das umsatzstärkste Liefersystem der Liste.

Systemumsatz inklusive Eigen- und Franchisebetrieben. Quelle: foodservice, Top 100 Gastronomieunternehmen 2025

Ein hoher Systemumsatz zeigt die Stärke der Marke, nicht den Gewinn eines einzelnen Betriebs. Fragen Sie im Erstgespräch nach dem durchschnittlichen Umsatz pro Restaurant und lassen Sie sich diesen Wert von bestehenden Franchisenehmer:innen bestätigen. Bei großen Netzen läuft der Einstieg zudem oft über die Übernahme eines bestehenden Restaurants.