Mit dem grünen Logo, den XXL-Bechern und süßen Frappuccinos gehört Starbucks zu den bekanntesten Coffee-Shop-Ketten der Welt. Kein Wunder, dass viele davon träumen, eine eigene Starbucks-Filiale zu eröffnen. Die schlechte Nachricht zuerst: Eine Starbucks Franchise gibt es in Deutschland nicht. Wir erklären dir, warum das so ist, wie die Marke Starbucks tickt und welche vier Coffee-Shop-Franchise-Systeme dir hierzulande offenstehen.
Ist Starbucks ein Franchise-Unternehmen?
Starbucks ist kein klassisches Franchise-Unternehmen. Stattdessen setzt die Marke überwiegend auf eigene Filialen und Lizenzmodelle, die von Partnern betrieben werden.
Gegründet wurde Starbucks 1971 in Seattle und ist heute der weltweit größte Anbieter für Spezialitätenkaffee. Das Unternehmen steht für ein einheitliche Markeninszenierung mit hochwertigem Kaffee, gemütlicher Atmosphäre und dem Konzept des „dritten Ortes“ zwischen Zuhause und Büro.
Der Erfolg basiert nicht nur auf Kaffee, sondern auf einem konsistenten Erlebnis: personalisierte Becher, kostenloses WLAN und ein weltweit ähnliches Angebot haben Starbucks zu einer der bekanntesten Kaffeemarken gemacht.
Ergänzt wird das Sortiment durch Kaffeebohnen, Tassen, To-go-Becher und saisonale Produkte wie den Pumpkin Spice Latte. So stärkt Starbucks die Kundenbindung weit über den Cafébesuch hinaus.
Starbucks in Zahlen
- Über 40.000 Filialen weltweit, davon rund 160 in Deutschland (Stand 2026).
- Präsenz in über 80 Ländern, von den USA über China bis Deutschland und Österreich.
- Etwa 52 Prozent der Stores betreibt der Konzern selbst, rund 48 Prozent laufen über Lizenznehmer.
- Größte Einzelmärkte: USA mit 16.864 Filialen und China mit 8.011 Filialen.
- Gegründet 1971 in Seattle, börsennotiert als Starbucks Corporation.
Starbucks Coffee Deutschland positioniert sich klar im Premiumsegment: handgemachte Kaffeespezialitäten, Saisonangebote und ein hoher Wiedererkennungswert. Genau dieses einheitliche Erlebnis erklärt auch, warum der Konzern beim Thema franchise Starbucks so zurückhaltend ist.
Lizenz statt klassisches Franchise: das Geschäftsmodell
Starbucks setzt international auf eine Kombination aus eigenen Filialen und Lizenzpartnern. Ein klassisches Franchising für einzelne Standorte bietet das Unternehmen nicht an.
Die meisten Stores werden direkt von Starbucks betrieben, während lizenzierte Standorte vor allem an Flughäfen, Bahnhöfen oder in Supermärkten von großen Partnerunternehmen geführt werden. Diese Lizenzen richten sich jedoch nicht an Einzelgründer, sondern an etablierte Betreiber mit entsprechender Infrastruktur.
In Deutschland übernimmt die polnische Gruppe AmRest als Master-Lizenznehmer den Betrieb und Ausbau der Starbucks-Filialen. Im Februar 2025 eröffnete sie in München die 150. Filiale. Der Grund für dieses Vorgehen ist strategisch. Wer Master-Lizenzen für ganze Länder vergibt, behält die Kontrolle über das Kundenerlebnis, die Produktstandardisierung und das Premium-Image.
Gut zu wissen:
Master-Franchisenehmer wie AmRest übernehmen nicht nur einzelne Cafés, sondern die Rechte für einen kompletten Markt. Sie verpflichten sich zu hohen Investitionen und einem festen Expansionsplan. Diese Liga ist für Einzelgründer:innen praktisch nicht erreichbar.
Welche alternativen Coffee-Shop-Franchise-Systeme gibt es in Deutschland?
Die gute Nachricht: Auch ohne Starbucks kannst du in den Kaffeemarkt einsteigen. Mehrere etablierte Franchise-Systeme suchen aktiv neue Partner:innen, vom italienischen Espresso bis zum schnellen Coffee-to-go. Anders als Starbucks öffnen diese Marken ihr Franchise-Modell bewusst für Einzelgründer:innen.
Hier sind vier echte Kaffee-Franchise-Konzepte für Deutschland, samt einem Einblick in die Kosten.
1) Coffee Fellows: deutscher Marktführer beim Coffee-to-go
Coffee Fellows ist eines der bekanntesten deutschen Coffee-Shop-Franchise-Systeme mit Standorten in Deutschland und Österreich, häufig in Bahnhöfen, Flughäfen und stark frequentierten Lagen. Das Konzept kombiniert Kaffee mit Bagels und Snacks.
Für die Eröffnung eines Standorts fällt eine Eintrittsgebühr von rund 15.000 Euro an, das benötigte Eigenkapital liegt bei etwa 50.000 Euro. Die Gesamtinvestition bewegt sich je nach Größe und Lage zwischen 150.000 und 400.000 Euro. Zusätzlich werden 5 Prozent Franchisegebühr sowie 2 Prozent Marketingbeitrag vom Umsatz fällig.
2) Balzac Coffee: Hamburger Coffee-to-go-Marke
Balzac Coffee wurde 1998 in Hamburg gegründet und steht für urbanen Coffee-to-go an stark frequentierten Innenstadtlagen. Das Konzept verbindet Espresso-Spezialitäten mit Snacks und leichten Speisen und ist vor allem in Nord- und Westdeutschland präsent. Seit 2017 gehört die Marke zur Gruppe von Espresso House.
Das Wachstum läuft über ein partnerbasiertes Modell, das stark auf die Standortqualität setzt: Bahnhöfe, Fußgängerzonen und Einkaufszentren. Konkrete Investitionssummen veröffentlicht Balzac Coffee nicht pauschal. Für ein belastbares Angebot wendest du dich am besten direkt an die Marke und lässt dir die Konditionen für deinen Wunschstandort berechnen.
3) Coffee & Friends: persönliches Coffeebar-Konzept
Coffee & Friends ist ein kleineres Coffeebar-Konzept aus dem deutschsprachigen Raum mit Wurzeln in Wien, wo die erste Bar 2015 öffnete. Im Mittelpunkt stehen eine eigene Kaffeemischung, ein nahbarer Nachbarschafts-Charakter und überschaubare Standorte, die sich klar vom großen Konzern-Format absetzen.
Das Netzwerk wächst über einzelne Partner:innen, die jeweils ihre eigene Bar führen. Feste Eintrittsgebühren oder Investitionssummen kommuniziert die Marke nicht öffentlich, sie werden je nach Standort individuell vereinbart. Wenn du ein persönliches, weniger uniformes Café suchst, lohnt sich eine direkte Anfrage beim Betreiber.
4) Segafredo Zanetti Espresso Bar: das italienische Original
Die Segafredo Zanetti Espresso Bar steht für italienisches Kaffeekulturgefühl. Die Marke wurde 1973 in Bologna gegründet und ist heute in rund 110 Ländern vertreten.
Das Konzept orientiert sich an der klassischen italienischen Bar mit Espresso, Dolci und kleinen Snacks. Franchise-Partner profitieren von einer etablierten Marke, exklusiven Kaffeemischungen und Barista-Schulungen.
Die Investition wird individuell je nach Standort und Größe der Filiale berechnet, sodass keine pauschalen Kosten angegeben werden.
Redaktionstipp:
Das wichtigste Kriterium ist nicht die niedrigste Eintrittsgebühr, sondern die Lage. Ein starker Standort mit hoher Laufkundschaft entscheidet im Coffee-Shop-Geschäft über Erfolg oder Misserfolg. Prüfe deshalb das Standortkonzept eines Systems genauso kritisch wie die Kosten.
Bevor du dich verpflichtest, solltest du das vorvertragliche Informationsdokument sorgfältig prüfen und den Franchise-Vertrag mindestens 14 Tage vor Unterzeichnung durch einen Fachanwalt prüfen lassen. So vergleichst du die Coffee-Shop-Ketten in Ruhe und triffst eine fundierte Entscheidung, auch wenn eine eigene Starbucks Franchise vorerst ein Traum bleibt.











