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Haustierboom treibt die Expansion: Fressnapf steuert auf 3.000 Filialen zu

3 Min. Lesezeit
fröhlicher hund mit buntem ball im garten
© logo: Fressnapf Maxi Zoo Gruppe

Der Tierbedarfsriese Fressnapf will noch in diesem Jahr die Schwelle von 3.000 Filialen in Europa überschreiten und plant allein 150 Neueröffnungen. Getrieben vom anhaltenden Haustierboom setzt das Franchise-Netzwerk verstärkt auf kompakte Innenstadtformate, was neue Standortchancen für expansionswillige Partner:innen eröffnet.

Aktuell betreibt Fressnapf rund 2.888 Standorte in 15 europäischen Ländern. Davon befinden sich etwa 940 in Deutschland; der Großteil wird im Franchise-Modell geführt. Geschäftsjahr 2025 kletterte der Umsatz um +2,5 % auf 3,66 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) legte um +11 % auf 380 Millionen Euro zu.

Die Marke von 3.000 Filialen wäre damit ein symbolischer Meilenstein für die Nummer eins im europäischen Heimtierbedarf. Sie zeigt zugleich, wie stark der Heimtiermarkt seit der Pandemie gewachsen ist: Mehr Haushalte halten Tiere, und sie geben pro Tier mehr aus als noch vor wenigen Jahren.

3,66 Mrd. €

Konzernumsatz 2025

Der Umsatz der Fressnapf Maxi Zoo Gruppe stieg 2025 um +2,5 %, das EBITDA um +11 % auf 380 Millionen Euro. (Quelle: Fressnapf Maxi Zoo, Fiskaljahr 2025)

Der Sprung über die 3.000-Filialen-Grenze markiert den Anspruch des Konzerns, sein europäisches Netz weiter zu verdichten. Die 150 geplanten Neueröffnungen verteilen sich dabei über mehrere Märkte, mit klarem Schwerpunkt auf Polen, Frankreich und Italien.

Hinter dem Wachstum steht ein stabiler Nachfragetreiber: die hohe Zahl an Haustierhaushalten in Europa. Tierhalter:innen geben auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten verlässlich für Futter, Pflege und Zubehör aus. Genau diese Konstanz macht die Branche für Investor:innen und Partner:innen attraktiv.

Der Konzern firmiert international unter den Marken Fressnapf und Maxi Zoo. Die Verdichtung des Netzes soll Einkaufsvorteile, Logistik und Datenanalyse stärken. Je dichter das Filialnetz, desto effizienter lassen sich Lieferketten und Onlinebestellungen mit dem stationären Geschäft verzahnen.

Ein zentraler Hebel der Expansion ist das neue Format Urban Store. Mit Verkaufsflächen zwischen 100 und 200 m² fällt es deutlich kleiner aus als die klassischen Fressnapf-Märkte am Stadtrand. Erste Testläufe gibt es in Kopenhagen und Paris.

Das Konzept zielt auf Lauflagen mit hoher Frequenz und konzentriert sich auf margenstarke Eigenmarken. Kleinere Flächen senken die Einstiegshürde bei Miete und Erstausstattung.

Für die Innenstadtstrategie ist das ein passgenaues Werkzeug, weil sich solche Standorte schneller und kapitalschonender ausrollen lassen. Die 150 Neueröffnungen 2026 verteilen sich vor allem auf Polen, Frankreich und Italien, also Märkte mit noch geringerer Filialdichte als Deutschland. Dort sieht der Konzern den größten Spielraum, um Marktanteile zu gewinnen.

Fressnapf wächst seit Jahren auch über selbstständige Partner:innen, die einzelne Standorte unter der Dachmarke führen. Ein dichteres Netz und ein zusätzliches Kleinflächenformat erweitern die Bandbreite an möglichen Standorttypen, von der Vorstadtfläche bis zur Innenstadtlage.

Für Kandidat:innen zählt dabei mehr als die reine Standortwahl. Entscheidend bleiben die Gesamtinvestition, der Gebietsschutz und die Konditionen des Franchise-Vertrags. Wer eine Bewerbung erwägt, sollte diese Punkte früh klären und die Wirtschaftlichkeit am konkreten Standort durchrechnen.

Das kompakte Urban-Store-Format könnte den Einstieg erleichtern. Eine kleinere Fläche bedeutet in der Regel weniger Kapitalbindung und ein geringeres Risiko bei der Eröffnung. Gerade für Quereinsteiger:innen kann das die Hürde senken, auch wenn die genauen Partnerkonditionen je nach Format und Land variieren.

Gut zu wissen:

In Deutschland gibt es kein eigenes Franchise-Gesetz. Vor der Unterschrift muss der Franchisegeber alle wesentlichen Informationen rechtzeitig vor Vertragsabschluss offenlegen, geregelt über die vorvertragliche Aufklärungspflicht nach BGB.

Die Expansionspläne sind die erste große Wegmarke unter Matt Simister, der die Konzernführung im September 2025 übernommen hat. Sein Kurs verbindet Verdichtung des Netzes mit einem stärker auf Eigenmarken und Margen ausgerichteten Sortiment.

Ob die 3.000 Filialen noch in diesem Jahr fallen, hängt vom Tempo der Eröffnungen in den Schwerpunktmärkten ab. Für Interessierte lohnt der Blick auf den Rollout der Urban Stores in Deutschland: Setzt das Format Fuß, dürften neue Gebiete für Partner:innen ausgeschrieben werden.

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