Der Hamburger Multi-Unit-Franchisepartner 1912 Hotels GmbH konkretisiert seine Radisson-Pipeline im DACH-Raum. Das 114-Zimmer-Haus im Millennium Park Rheintal in Lustenau wechselt von der Trademark Collection by Wyndham zur Kernmarke Radisson. Eigentümer SORAVIA und PRISMA Unternehmensgruppe planen den Neustart für das zweite Halbjahr 202
Bereits am 7. Mai 2026 hatte die Radisson Hotel Group die Aufnahme von drei Objekten unter der Regie der 1912 Hotels GmbH bekanntgegeben. Das Franchise-Unternehmen verantwortet damit den weiteren Ausbau des Radisson-Netzwerks in der DACH-Region. Mit dem aktuellen Asset-Update wird der Lustenauer Vertrag erstmals mit Adresse, Eigentümerstruktur und Eröffnungs-Timeline greifbar.
Das Hotel im Millennium Park Rheintal entstand 2021 als Joint Venture des Wiener Immobilienentwicklers SORAVIA und der österreichischen PRISMA Unternehmensgruppe und wurde bisher unter der Marke Amedia, Trademark Collection by Wyndham geführt. Die geplante Neuausrichtung ändert nicht nur das Brand-Signage, sondern den gesamten Vertriebs- und Loyalty-Anschluss. Zugleich stärkt der Markenwechsel das Franchise-Konzept von Radisson im österreichischen Markt und erweitert die Präsenz der Kernmarke in einer wirtschaftsstarken Region.
Konversion vom Wyndham- zum Radisson-Brand
Mit dem Wechsel verliert die Trademark Collection by Wyndham eines ihrer profilierten Mid-Scale-Objekte in der Region. Das Hotel öffnet im zweiten Halbjahr 2026 als Radisson Hotel Lustenau, also unter der Kernmarke und nicht unter der konversionsorientierten Soft Brand Radisson Individuals.
Zwei der drei kürzlich angekündigten 1912-Häuser laufen unter Radisson Individuals, das Lustenauer Objekt dagegen unter Radisson selbst. Damit erhält der Standort die strengeren Markenstandards des Konzerns, im Gegenzug die volle Sichtbarkeit im Radisson-Vertriebsnetz und im Radisson Rewards-Programm. Nach dem Radisson Hotel Graz wird Lustenau das zweite Radisson-Haus in Österreich.
1912 Hotels Hamburg: der deutsche Multi-Unit-Partner hinter der Pipeline
Die 1912 Hotels GmbH mit Sitz in Hamburg gehört zu den am stärksten wachsenden Multi-Unit-Franchisenehmer:innen im DACH-Raum. Allein im Mai 2026 hat der Betreiber drei Konversionen unter Radisson-Flagge angeschoben: das Strandhotel Ahlbeck auf Usedom mit 105 Zimmern, das Hotel Raphael in Wien mit 78 Zimmern und das Objekt in Lustenau mit 114 Zimmern.
Für Franchisepartner-Kandidat:innen ist das Profil bemerkenswert. 1912 Hotels betreibt nicht nur einen einzigen Standort, sondern positioniert sich als reiner Multi-Unit-Operator mit Skaleneffekten bei Einkauf, IT und Personal. Genau dieses Modell macht eine Kette wie Radisson für institutionelle Eigentümer wie SORAVIA oder PRISMA erst interessant, weil der operative Risikoanteil beim spezialisierten Betreiber liegt.
Vierländereck Rheintal: warum Lustenau strategisch zählt
Der Millennium Park liegt im wirtschaftsstarken Vierländereck Österreich, Deutschland, Schweiz und Liechtenstein, nahe Bregenz und Dornbirn. Damit deckt das künftige Radisson nicht nur österreichische Geschäftsreisende ab, sondern auch deutsche Pendler:innen aus Bayern und Baden-Württemberg sowie Schweizer und Liechtensteiner Kund:innen.
Das Haus verfügt über mehrere Gastronomieflächen, moderne Tagungs- und Eventräume sowie einen Fitnessbereich. Für ein Mid-Scale-Business-Hotel in der Grenzregion klassisch positioniert, mit klarer Ausrichtung auf MICE-Geschäft und Corporate-Verträge der ansässigen Industrie.
Gut zu wissen:
Radisson Individuals ist die konversionsorientierte Soft Brand der Radisson Hotel Group für inhabergeführte Häuser mit individuellem Charakter. Die Kernmarke Radisson dagegen folgt strikteren Standards in Design, Service und F&B und richtet sich an Mid-Scale-Geschäftsreisende. Diese Markenwahl entscheidet bei Konversionen über Investitionsvolumen und Vertragslaufzeit.
Radisson-Ziel: 100 DACH-Häuser bis Ende der Dekade
Mit den drei 1912-Konversionen kommt die Radisson Hotel Group auf 90 Hotels in Betrieb oder Entwicklung in der DACH-Region und nähert sich dem selbst gesteckten Ziel von 100 Häusern bis Ende des Jahrzehnts.

Beobachter im Hotelmarkt werten den Lustenau-Deal als Signal, dass Konversionen aktuell der schnellste Hebel sind, weil sie ohne langwierige Neubauten Kapazität freischalten. Für Marken-Konzerne wie Radisson reduziert das Modell den Kapitalbedarf, weil Eigentümer und spezialisierte Multi-Unit-Operatoren die Investition tragen. Welche weiteren Standorte 1912 Hotels in die Pipeline nimmt und ob weitere Multi-Unit-Operatoren nachziehen, dürfte in den kommenden Quartalen den DACH-Hotelmarkt prägen.











