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Wie eröffne ich 2026 einen Imbiss in Deutschland: Kosten, Voraussetzungen & Tipps

7 Min. Lesezeit
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Du träumst von deinem eigenen Imbiss und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Currywurst, Döner oder Asia-Box: Die Geschäftsidee ist beliebt und der Einstieg leichter als bei einem klassischen Restaurant. In diesem Leitfaden zeigen wir dir die acht Schritte zur Eröffnung, alle Voraussetzungen, Genehmigungen und Kosten für 2026

Im Prinzip ja. Einen eigenen Imbiss zu eröffnen erfordert in Deutschland keinen Meisterbrief und keine spezielle Berufsausbildung. Die Gastronomie zählt zu den freien Gewerben, in die du auch als Quereinsteiger:in starten kannst.

Trotzdem gibt es klare Voraussetzungen. Du musst volljährig und geschäftsfähig sein, ein Gewerbe anmelden und einige Genehmigungen einholen. Für den Umgang mit Lebensmitteln brauchst du eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz, früher als Gesundheitszeugnis bekannt.

Was du wirklich mitbringen solltest, ist Ausdauer. Ein Imbiss bedeutet lange Arbeitstage, körperlichen Einsatz und kaufmännisches Geschick. Wer ein durchdachtes Konzept, einen passenden Standort und solide Kalkulation kombiniert, hat gute Chancen auf einen rentablen Betrieb.

Von der ersten Idee bis zum Verkaufsstart führt dich ein klarer Fahrplan. Diese acht Schritte zeigen dir, was du beachten musst und in welcher Reihenfolge du vorgehst.

Schritt 1: Konzept und Zielgruppe definieren

Alles beginnt mit der Frage: Was bietet dein Imbiss an und für wen? Currywurst und Pommes ziehen ein anderes Publikum an als vegane Bowls oder libanesische Spezialitäten. Lege fest, welche Speisen und Getränke auf deine Karte kommen.

Entscheide auch über das Format. Ein stationärer Imbiss mit festem Standort bindet dich an einen Ort, während ein mobiler Imbisswagen dir erlaubt, auf Märkten, Festen und an wechselnden Plätzen zu verkaufen. Beide Modelle haben ihre Stärken.

Schritt 2: Businessplan erstellen

Der Businessplan ist dein wichtigstes Werkzeug. Er beschreibt dein Konzept, deine Zielgruppe und die Konkurrenz, vor allem aber rechnet er das Vorhaben durch. Kalkuliere Umsatz, laufende Kosten und den Punkt, ab dem du Gewinn machst.

Diesen Plan brauchst du nicht nur für dich selbst. Banken und Förderstellen verlangen ihn, bevor sie einen Kredit gewähren. Eine kostenlose Erstberatung bekommst du bei deiner örtlichen IHK.

Gut zu wissen:

Einen Imbiss eröffnen ohne Eigenkapital ist möglich, etwa über Förderkredite wie das ERP-Gründerkredit-StartGeld der KfW. Als Richtschnur empfiehlt die Gründerplattform der KfW allerdings, mindestens 20 Prozent des Kapitalbedarfs selbst einzubringen. Ein überzeugender Businessplan ist in jedem Fall Pflicht.

Schritt 3: Standort finden

Beim Imbiss entscheidet der passende Standort oft über Erfolg oder Misserfolg. Viel Laufkundschaft, gute Sichtbarkeit und wenig direkte Konkurrenz sind Gold wert. Bahnhöfe, Fußgängerzonen, Gewerbegebiete und Veranstaltungsorte sind klassische Top-Lagen.

Prüfe vor der Unterschrift unter den Gewerbemietvertrag, ob die Räume für eine Gastronomienutzung zugelassen sind. Bei einem mobilen Imbisswagen brauchst du für jeden Standort auf öffentlichem Grund eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde.

Schritt 4: Behörden und Genehmigungen

Dieser Schritt ist der entscheidende. Hier klären sich die Fragen, welche Genehmigungen du brauchst und welche Auflagen bei der Imbiss-Eröffnung gelten. Geh die Behördengänge der Reihe nach an, dann verlierst du nichts aus dem Blick.

  1. Gewerbe anmelden: Den ersten Gang machst du zum zuständigen Gewerbeamt. Die Gewerbeanmeldung kostet je nach Kommune meist zwischen 20 und 60 Euro. Das Amt informiert automatisch Finanzamt, Berufsgenossenschaft und IHK.
  2. Steuerliche Erfassung: Das Finanzamt schickt dir den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und vergibt deine Steuernummer. Erst danach darfst du gültige Rechnungen ausstellen.
  3. Belehrung nach Infektionsschutzgesetz: Vor dem Start brauchst du eine Erstbelehrung beim Gesundheitsamt. Sie ist Pflicht für alle, die mit offenen Lebensmitteln arbeiten.
  4. Lebensmittelhygiene und HACCP: Du musst ein Hygienekonzept nach dem HACCP-Prinzip führen. Das Lebensmittelüberwachungsamt kontrolliert deinen Betrieb regelmäßig.
  5. Gaststättenerlaubnis: Eine Konzession brauchst du nur, wenn du Alkohol ausschenkst. Wer ausschließlich Speisen und alkoholfreie Getränke verkauft, kommt in den meisten Bundesländern ohne sie aus.
  6. Polizeiliches Führungszeugnis: Für die Gaststättenerlaubnis und teils für die Gemeinde ist ein polizeiliches Führungszeugnis sowie eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister nötig.

Je nach Standort kommen Bauamt und Brandschutz hinzu, etwa wenn du Räume umbaust oder eine Abluftanlage installierst. Frag im Zweifel direkt bei deiner Gemeinde nach, welche Auflagen vor Ort gelten.

Schritt 5: Geräte und Ausstattung beschaffen

Jetzt wird es praktisch. Fritteuse, Grill, Kühlung, Arbeitsflächen aus Edelstahl und eine Spüle mit Warmwasser gehören zur Grundausstattung jedes Imbisses. Die Geräte müssen den Hygienevorgaben entsprechen.

Beim mobilen Imbiss steht der Imbisswagen selbst im Mittelpunkt. Gebraucht startet er ab etwa 15.000 Euro, ein neuer, voll ausgestatteter Wagen kann 40.000 bis 100.000 Euro kosten. Vergiss die Erstausstattung mit Waren und ein Kassensystem nicht.

Schritt 6: Betrieb organisieren und ggf. Personal einstellen

Viele Imbisse starten als Ein-Personen-Betrieb oder im Familienverbund. Sobald die Öffnungszeiten länger werden, brauchst du Unterstützung. Schon für Minijobber:innen musst du dich bei der Minijob-Zentrale anmelden und die Sozialabgaben abführen.

Plane parallel deine Lieferanten, die Warenwirtschaft und eine saubere Buchhaltung. Eine elektronische Registrierkasse mit zertifizierter Sicherheitseinrichtung ist Pflicht, damit du im laufenden Betrieb korrekte Rechnungen und Belege ausstellst.

Schritt 7: Marketing starten

Auch der beste Imbiss lebt davon, dass die Leute ihn kennen. Ein einprägsamer Name, ein klares Logo und eine ansprechende Speisekarte bilden die Basis. In den sozialen Medien erreichst du deine Nachbarschaft fast kostenlos.

Pflege deinen Eintrag bei Google und in Kartendiensten, denn dort suchen Hungrige spontan nach Essen in der Nähe. Aktionen zur Eröffnung, Stammkundenrabatte und gute Bewertungen auf Social Media bringen schnell die ersten Gäste.

Schritt 8: Imbiss eröffnen

Jetzt ist es so weit. Bevor du voll durchstartest, lohnt sich ein Soft-Opening mit Freunden, Familie und Nachbarn. So testest du Abläufe, Geräte und Rezepte unter realen Bedingungen und findest letzte Schwachstellen.

Danach folgt die große Eröffnung. Kündige sie rechtzeitig an, biete eine kleine Aktion und sorge dafür, dass der erste Eindruck sitzt. Zufriedene Gäste am Eröffnungstag werden zu deinen besten Werbeträgern.

Ja, das ist möglich. Statt bei null anzufangen, übernimmst du beim Franchise-Modell ein erprobtes Konzept, eine bekannte Marke und einen festen Rahmen. Im Gegenzug zahlst du eine Eintrittsgebühr und laufende Lizenzgebühren auf deinen Umsatz.

In Deutschland gibt es einige etablierte Imbiss-Systeme, die mit Franchisepartner:innen wachsen:

  • Kochlöffel: Die Marke aus Lingen ist seit 1961 aktiv und betreibt bundesweit rund 80 Restaurants mit klassischer Imbisskultur von Currywurst bis Grillhähnchen. Der Einstieg ist über eine Übernahme ab 20.000 Euro Eigenkapital oder eine Neugründung ab 80.000 Euro möglich.
  • Extrawurst: Das System hat sich auf Currywurst und Bratwurst spezialisiert und richtet sich an Gründer:innen, die ein kompaktes Imbiss-Konzept suchen.
  • Curry & Co.: Hier dreht sich alles um die Currywurst, wahlweise als kleiner Imbissstand oder als größeres Schnellrestaurant.

In Deutschland gibt es kein eigenes Franchise-Gesetz. Vor der Unterschrift solltest du dir vom Franchisegeber rechtzeitig alle wesentlichen Informationen geben lassen, geregelt durch die vorvertragliche Aufklärungspflicht nach dem BGB. Lass den Franchise-Vertrag im Zweifel von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt prüfen.

Die Eröffnung eines Imbisses ist deutlich günstiger als die eines Restaurants. Schon kleinere Projekte benötigen laut Gründerplattform der KfW aber schnell mehrere zehntausend Euro, beim Franchise oft eine sechsstellige Summe. Je nach Konzept und Standort solltest du mit einem Startkapital zwischen 20.000 und 90.000 Euro rechnen, ein kleiner stationärer Stand liegt am unteren Ende, ein neuer Imbisswagen am oberen.

Kostenaufstellung Imbiss-Eröffnung in Deutschland 2026

Kostenposten Geschätzte Spanne
Gewerbeanmeldung 20 bis 60 Euro
Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und Schulungen 30 bis 500 Euro
Gaststättenerlaubnis (nur bei Alkohol) 200 bis 1.000 Euro
Imbisswagen oder Ladenausbau 15.000 bis 100.000 Euro
Küchengeräte und Ausstattung 5.000 bis 20.000 Euro
Kaution und erste Miete (stationär) 2.000 bis 6.000 Euro
Erstausstattung Waren und Kassensystem 2.000 bis 5.000 Euro
Marketing und Eröffnung 1.000 bis 4.000 Euro

Zu diesen Posten kommt ein Betriebskapital von drei bis sechs Monatsausgaben hinzu. Es deckt Miete, Wareneinkauf und Löhne, bis dein Imbiss stabil läuft, und schützt dich vor einem Liquiditätsengpass in der Anlaufphase.

Ob sich der eigene Weg oder das Franchise mehr lohnt, hängt von deinem Budget und deinen Zielen ab. Die folgende Tabelle stellt beide Modelle gegenüber.

Kriterium Eigenständiger Imbiss Franchise-Imbiss
Startkapital ab ca. 20.000 Euro ab 20.000 Euro (Übernahme) bis 80.000 Euro (Neugründung)
Eintrittsgebühr keine einmalige Franchisegebühr je nach System
Laufende Gebühren keine laufende Lizenzgebühr auf den Umsatz
Konzept und Marke selbst entwickeln etablierte Marke nutzen
Unterstützung keine Schulung, Marketing, Standort, Finanzierung
Unternehmerische Freiheit voll an Systemvorgaben gebunden

Redaktionstipp:

Lohnt sich ein Imbiss zu eröffnen? Mit rund 35.700 Imbissstuben in Deutschland ist der Markt groß und stabil. Entscheidend für die Rentabilität sind der Standort, eine schlanke Speisekarte und ein wacher Blick auf den Wareneinsatz. Wer hier diszipliniert kalkuliert, kann auch mit kleinem Einsatz erfolgreich werden.


FAQs zum Thema 2026 einen Imbiss in Deutschland eröffnen

Du brauchst eine Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt, die steuerliche Erfassung beim Finanzamt, eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz und ein HACCP-Hygienekonzept. Eine Gaststättenerlaubnis ist nur nötig, wenn du Alkohol ausschenkst.

Je nach Konzept solltest du mit 20.000 bis 90.000 Euro rechnen, plus ein Betriebskapital von drei bis sechs Monatsausgaben. Ein kleiner stationärer Stand liegt am unteren Ende, ein neuer Imbisswagen am oberen.

Ja. Über Förderkredite wie das ERP-Gründerkredit-StartGeld der KfW lässt sich die Gründung auch ohne eigenes Kapital finanzieren. Voraussetzung ist ein überzeugender Businessplan.

Gewerbeanmeldung, steuerliche Erfassung, Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und ein HACCP-Konzept sind Pflicht. Bei Alkoholausschank kommt die Gaststättenerlaubnis mit polizeilichem Führungszeugnis hinzu.

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