Du träumst davon, dein eigenes Café zu eröffnen, mit selbstgebackenem Kuchen, fair gehandeltem Espresso und einer treuen Stammkundschaft? Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, welche Voraussetzungen, Genehmigungen und Kosten 2026 in Deutschland auf dich zukommen, und ob sich der Sprung in die Selbstständigkeit wirklich lohnt.
Kann jeder ein Café eröffnen?
Die gute Nachricht zuerst: Du kannst auch ohne klassische Gastronomie-Ausbildung ein Café eröffnen. Einen Meisterbrief brauchst du nicht, weil das Café-Geschäft kein zulassungspflichtiges Handwerk ist. Damit ist es möglich auch ohne Erfahrung möglich, ein Café zu eröffnen, sofern du dich gründlich vorbereitest.
Feste Voraussetzungen sind: Gewerbeanmeldung, Belehrung der Industrie- und Handelskammer nach § 4 GastG und Erstbelehrung nach § 43 IfSG beim Gesundheitsamt, das Gesundheitszeugnis. Schenkst du alkoholische Getränke aus, brauchst du zusätzlich eine Gaststättenerlaubnis beim Ordnungs- oder Gewerbeamt deiner Stadt, in Berlin und Hamburg beim Bezirksamt, im ländlichen Raum beim Landratsamt.
Gut zu wissen:
Auch ein Café im eigenen Haus oder ein Café im eigenen Garten ist erlaubt, allerdings nur, wenn das Baurecht die gewerbliche Nutzung zulässt. Frag vor dem Mietvertrag oder Umbau beim Bauamt nach einer Nutzungsänderung.
8 Schritte zur Eröffnung eines Cafés
Von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe vergehen in der Regel sechs bis zwölf Monate. Diese Checkliste zum Eröffnen eines Cafés führt dich strukturiert durch jede Phase.
Schritt 1 – Konzept und Zielgruppe definieren
Kläre zuerst, welches Café-Konzepte du verfolgst: klassisches Stadtcafé mit selbstgebackenem Kuchen, veganes Frühstückslokal, Specialty-Coffee-Shop, Hofladen mit Café oder Einzelhandel mit Café? Definiere deine Zielgruppe präzise. Daraus leiten sich Karte, Preise, Öffnungszeiten und Einrichtung ab.
Schritt 2 – Businessplan erstellen
Der Businessplan ist Pflicht für Banken und Förderstellen. Eine Businessplan-Vorlage findest du kostenlos bei KfW, IHK und BMWK. Plane Marktanalyse, Umsatzprognose über drei Jahre und Liquiditätsplanung für sechs bis zwölf Monate. Plane die Existenzgründung mit Sicherheitsreserve, denn die laufenden Kosten beginnen ab Tag eins.
Schritt 3 – Standort finden
Der Standort entscheidet maßgeblich über deinen Erfolg. Achte auf Laufkundschaft, Sichtbarkeit und das direkte Umfeld. Eine 1a-Lage kostet mehr Miete, sichert aber konstante Frequenz; eine 1b-Lage funktioniert nur mit klarem Konzept. Prüfe vor Vertragsabschluss die Lärmsituation, eine eventuelle Sondernutzungserlaubnis für Außenflächen und die maximale Personenzahl laut Brandschutz.
Schritt 4 – Behörden und Genehmigungen
Du brauchst eine Gewerbeanmeldung, ein Gesundheitszeugnis nach § 43 IfSG, die IHK-Belehrung und ein Führungszeugnis. Bei Alkoholausschank beantragst du eine Gaststättenerlaubnis, bei Tischen auf dem Bürgersteig eine Sondernutzungserlaubnis. Eine erweiterte Gaststättenerlaubnis ist nötig für lange Öffnungszeiten oder regelmäßige Veranstaltungen.
Es gelten auch besondere Auflagen für Toiletten bei der Eröffnung eines Cafés: Ab 50 m² oder mehr als 50 Gästen sind getrennte Damen- und Herren-WCs Pflicht. Vergiss die GEMA-Anmeldung nicht, sobald du Hintergrundmusik spielst.
Schritt 5 – Ausstattung und Waren beschaffen.
Espressomaschine, Kühltheke, Spülmaschine, Mobiliar und Kasse verschlingen einen großen Teil deines Budgets. Vergleiche Neuware mit Leasing oder geprüfter Gebrauchtware. Lokale Röstereien, regionale Bäckereien und ein Bio-Großhandel stärken dein Profil. Verhandle feste Konditionen.
Bedenke auch die Lieferantenwahl: Verlässliche Beziehungen zu zwei oder drei Lieferanten sind langfristig wertvoller als reine Preisjagd. Kläre früh die Lieferfrequenz und Mindestbestellmenge.
Schritt 6 – Betrieb organisieren und Personal einstellen
Ein Café ist Teamarbeit. Lege Dienstpläne, Schulungen und Hygienestandards früh fest. Für Aushilfen lohnt sich der Minijob, für die Küche eine erfahrene Fachkraft. Melde alle Mitarbeitenden bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe an. Eine Kasse mit TSE-Modul ist seit der Kassensicherungsverordnung Pflicht.
Schritt 7 – Marketing starten
Starte das Marketing rund acht Wochen vor der Eröffnung. Pflege eine Google-Business-Seite, baue eine Präsenz auf sozialen Netzwerken wie Instagram und TikTok auf und sprich lokale Foodblogger an. Flyer und ein Soft-Opening schaffen Aufmerksamkeit.
Schritt 8 – Café eröffnen
Wenn alle Genehmigungen vorliegen, plane den Eröffnungstag bewusst ruhig: eingeschränkte Karte, eingearbeitetes Team. Sammle ab dem ersten Gast Feedback und passe Karte, Service und Preise flexibel an.
Ist es auch möglich, ein Café als Franchise zu eröffnen?
Ja, ein Café als Franchise-Unternehmen zu eröffnen, also als Franchise-Café, ist eine etablierte Option, wenn du auf ein erprobtes Konzept und Markenbekanntheit setzen möchtest. Der Franchise-Vertrag regelt Eintrittsgebühr, laufende Lizenz- und Werbegebühren, Gebietsschutz und Mindeststandards. Zu den bekannten Café-Ketten in Deutschland mit Franchise-System gehören:
- arko Kaffee und Confiserie: 69 Standorte, Einstiegsgebühr 11.000 Euro (DFV).
- Haferkater: Frühstückskonzept, 26 Standorte, Einstiegsgebühr 15.000 Euro, Investition individuell (DFV).
- PANO – Brot & Kaffee: 14 Standorte, Einstiegsgebühr 50.000 Euro, Investition individuell (DFV).
- The Flying Coffee: mobiles Kaffee-Catering, 17 Standorte, keine Einstiegsgebühr, Investition 19.500 Euro (DFV).
- Coffee Fellows: über 240 Standorte, Konditionen nur im Partner-Booklet.
- Coffeeshop Company: Schärf-Gruppe, über 100 Standorte, Konditionen nach Kontakt.
- McCafé: Konzept innerhalb des McDonald’s-Franchise, nicht eigenständig.
Vor der Unterzeichnung solltest du den Franchise-Vertrag mindestens 14 Tage vorher durch einen Fachanwalt prüfen lassen. Starbucks bietet in Deutschland übrigens kein Franchise an: Alle Filialen werden seit 2016 direkt durch die AmRest Holdings SE betrieben.
Wie viel kostet es, 2026 ein Café zu eröffnen?
Die Café eröffnen Kosten variieren stark nach Lage, Größe und Konzept. Laut DEHOGA Bundesverband (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.) stiegen die Investitionskosten in der Gastronomie zwischen 2022 und 2025 um 18 %. Für ein kleines Café mit 30 bis 40 Sitzplätzen liegen die Kosten zwischen 50.000 und 120.000 Euro, mittlere Konzepte bis 250.000 Euro.
Schätzung der Gesamtinvestition für ein Café in Deutschland 2026.
| Kostenposten | Kleines Café (30 bis 40 Sitzplätze) | Mittleres Café (50 bis 80 Sitzplätze) |
|---|---|---|
| Kaution & erste Mieten | 5.000 bis 12.000 € | 12.000 bis 25.000 € |
| Umbau, Renovierung, Sanitär | 15.000 bis 35.000 € | 35.000 bis 80.000 € |
| Küchen- und Café-Technik | 12.000 bis 25.000 € | 25.000 bis 55.000 € |
| Mobiliar und Einrichtung | 8.000 bis 20.000 € | 20.000 bis 45.000 € |
| Kasse, IT, TSE | 2.500 bis 5.000 € | 5.000 bis 10.000 € |
| Genehmigungen, Beratung, Marketing | 3.000 bis 8.000 € | 8.000 bis 20.000 € |
| Warenerstausstattung | 3.000 bis 6.000 € | 6.000 bis 12.000 € |
| Betriebskapital (3 Monate) | 10.000 bis 15.000 € | 20.000 bis 35.000 € |
| Gesamt | 58.500 bis 126.000 € | 131.000 bis 282.000 € |
Quelle: DEHOGA Bundesverband, IHK München, KfW Bankengruppe.
Banken verlangen meist 20 bis 30 % Eigenkapital. Ein Café eröffnen ohne Eigenkapital ist über den ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW realistisch, der bis zu 125.000 Euro ohne Eigenmittel abdeckt. Förderungen zur Eröffnung eines Cafés bieten zudem Bürgschaftsbanken und der Mikrokreditfonds Deutschland.
Gegenüberstellung der Kosten zwischen eigenständigem Café und Franchise-Café
| Eintritts- oder Lizenzgebühr | entfällt | ab 15.000 € |
|---|---|---|
| Gesamtinvestition | 50.000 bis 250.000 € | 200.000 bis 300.000 € |
| Eigenkapitalbedarf | ab 15.000 € (mit KfW) | ab 50.000 € |
| Laufende Franchise-Gebühr | entfällt | 5 % vom Umsatz |
| Werbebeitrag | frei kalkulierbar | 2 % vom Umsatz |
| Markenbekanntheit zum Start | aufzubauen | etabliert |
Quelle: DEHOGA Bundesverband, Deutscher Franchiseverband (DFV), Coffee Fellows offizielle Franchise-Seite.
Redaktionstipp:
Lohnt es sich, ein Café zu eröffnen? Ja, wenn dein Konzept eine klare Nische besetzt. Laut DEHOGA ging der reale Branchenumsatz 2025 um 2,1 % zurück, gleichzeitig sind Margen bei Specialty Coffee und hausgemachten Backwaren attraktiv. Eine klare Befolgung der Voraussetzungen zur Eröffnung eines Cafés und ein finanzielles Polster über sechs Monate sind dein wichtigster Schutz.
Du brauchst Gewerbeanmeldung, IHK-Belehrung nach § 4 GastG, Gesundheitszeugnis nach § 43 IfSG und eine ausreichende Finanzierung. Eine Gaststättenerlaubnis ist nur bei Alkoholausschank Pflicht. Eine spezielle Ausbildung ist nicht vorgeschrieben.
Ja. Das Café-Geschäft ist kein zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A der Handwerksordnung. Ein Meisterbrief ist nicht nötig, wohl aber unternehmerische Grundkenntnisse, die du dir über die IHK aneignen kannst.
Laut DEHOGA machen Miete 15 bis 25 %, Personal 30 bis 40 % und Warenkosten 25 bis 35 % des Umsatzes aus. Hinzu kommen Energie, Versicherungen, GEMA, Buchhaltung und Marketing. Ein Betriebskapital für drei bis sechs Monate sollte beim Start verfügbar sein.
Eine Gaststättenerlaubnis ist nur bei Ausschank alkoholischer Getränke Pflicht. Ohne Alkohol genügen Gewerbeanmeldung und Lebensmittelhygiene-Belehrung. Eine erweiterte Gaststättenerlaubnis brauchst du für besonders lange Öffnungszeiten oder regelmäßige Veranstaltungen.
Ja. IHK, KfW und BMWK veröffentlichen kostenfreie Gründungsleitfäden mit Checklisten und Businessplan-Vorlagen. DEHOGA und das Portal existenzgruender.de bieten praxisnahe Bücher und Online-Kurse speziell für die Gastronomie.











