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Wie eröffne ich 2026 ein Bestattungsunternehmen in Deutschland: Kosten, Voraussetzungen und Vorschriften

8 Min. Lesezeit
zarter blumenstrauß mit margeriten auf holztablett

Du willst ein Bestattungsunternehmen eröffnen und fragst dich, welche Nachweise du brauchst und was der Start kostet? Dieser Leitfaden führt dich in sechs Schritten durch Voraussetzungen, Rechtsform, Businessplan, Budget, Marketing und Franchise-Optionen für 2026.

Der Markt ist stabil wie kaum ein anderer. In Deutschland starben 2025 rund 1.003.130 Menschen, etwa 0,5 % weniger als im Vorjahr und damit das fünfte Jahr in Folge über der Millionengrenze. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Diesen Bedarf deckt eine kleinteilige Branche: rund 4.000 Bestattungsunternehmen, von denen der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) etwa 80 % vertritt. Gezählt werden knapp 3.300 Betriebe, mit Filialen kommt der Verband auf rund 5.000 Standorte. Familienbetriebe mit fünf bis zehn Mitarbeitenden prägen das Bild, große Ketten spielen bislang eine Nebenrolle.

Die Hürde für die Gründung ist niedriger als viele denken: Das Bestatterhandwerk gehört seit 2020 zu den zulassungsfreien Handwerken (Anlage B1, Nr. 55). Ein Meisterbrief oder Sachkundenachweis ist daher nicht vorgeschrieben.

Du meldest dein Unternehmen bei der zuständigen Handwerkskammer und beim Gewerbeamt an. Außerdem wird deine gewerberechtliche Zuverlässigkeit geprüft.

Fachliche Qualifikationen sind freiwillig, aber sinnvoll. Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft gibt es seit 2007, die Meisterprüfung seit 2010. Der Meister ist heute ein Qualitätssiegel, aber keine Voraussetzung für die Gründung.

Trotzdem solltest du über fundierte Fachkenntnisse verfügen – etwa in Thanatopraxis, Überführungsrecht, Hygiene und Trauerbegleitung.

Zusätzlich gelten die Bestattungsgesetze der Bundesländer. Sie regeln unter anderem Bestattungsfristen, Friedhofszwang, Leichenräume, Kühlung und Bestattungsarten. Informiere dich über die Regelungen deines Bundeslandes, bevor du Räume anmietest oder ein Fahrzeug anschaffst.

Zwischen erster Idee und erstem Trauerfall liegen in der Praxis sechs bis zwölf Monate. Die folgenden sechs Schritte bringen dich in der Reihenfolge voran, in der Banken, Kammern und Kund:innen die Fragen stellen.

Schritt 1: Konzept und Zielgruppe definieren

Der Markt hat sich in einer Generation gedreht. 81 % aller Bestattungen waren 2024 Feuerbestattungen, 1996 lag der Anteil bei 38 %. Bei den Verbraucher:innen bevorzugen 67 % die Feuerbestattung, nur 20 % die Erdbestattung. (Quelle: BDB, Bestattungsreport 2026)

Daraus folgt deine Positionierung. Willst du der klassische Ortsbestatter mit Trauerhalle und Erdgräbern sein, das digitale Angebot für preissensible Familien, oder die Boutique mit Vorsorgeberatung und individueller Zeremonie? Ein Konzept, das alles gleichzeitig verspricht, verkauft nichts.

Definiere zusätzlich das Einzugsgebiet. Rechne mit den Sterbefällen deines Landkreises, teile sie durch die Zahl der ansässigen Betriebe und du kennst den realistischen Anteil, um den du kämpfst.

81 %

Anteil der Feuerbestattungen an allen Bestattungen in Deutschland im Jahr 2024, gegenüber 38 % im Jahr 1996. Wer heute plant, plant für Urnen, Trauerfeiern und Vorsorge, nicht für Erdgräber. (Quelle: BDB, Bestattungsreport 2026)

Stats illustration

Schritt 2: Businessplan erstellen

Der Businessplan ist die Grundlage für deine Finanzierung. Er sollte Umsatz- und Kostenplanung, Break-even und eine dreijährige Liquiditätsvorschau enthalten. Kalkuliere pro Sterbefall mit 5.000 bis 10.000 Euro Auftragsvolumen bei einer Erdbestattung. Fremdleistungen wie Friedhofsgebühren und Krematorium werden dabei durchgereicht.

Auch die Rechtsform legst du fest:

  • Einzelunternehmen: kein Startkapital und kein Notar, dafür persönliche Haftung.
  • UG (haftungsbeschränkt): ab 1 Euro Stammkapital, mit Pflicht zur Rücklagenbildung.
  • GmbH: 25.000 Euro Stammkapital, davon mindestens 12.500 Euro einzuzahlen; wirkt gegenüber Banken und Kommunen solide.

Bei hoher Haftung und Vertrauensbedarf kann eine Kapitalgesellschaft sinnvoll sein. Für einen Start im Nebenerwerb ist das Einzelunternehmen meist günstiger.

Zur Finanzierung bietet sich der ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW an: bis zu 200.000 Euro je Vorhaben, davon maximal 80.000 Euro für Betriebsmittel, mit bis zu zehn Jahren Laufzeit und 80 % Haftungsfreistellung für die Hausbank. Eigenkapital ist nicht vorgeschrieben, verbessert aber die Bonitätsbewertung.

Schritt 3: Standort finden

Ein Bestattungshaus braucht keine 1a-Lage, aber Sichtbarkeit und Erreichbarkeit. Entscheidend sind die Nähe zu Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Friedhöfen und Krematorien sowie Parkplätze direkt vor der Tür. Angehörige kommen selten mit dem Fahrrad.

Räumlich brauchst du drei Zonen:

  • einen ruhigen Beratungsraum,
  • einen Ausstellungsbereich für Särge und Urnen sowie
  • einen abgetrennten Versorgungs- und Kühlbereich mit eigenem Zugang für Überführungen.

Diese Trennung ist nicht nur Pietät, sie ist in mehreren Landesbestattungsgesetzen Voraussetzung.

Beim Gewerbemietvertrag verhandelst du Laufzeit, Verlängerungsoption und Konkurrenzschutz. Rechne mit einer Kaution von zwei bis drei Monatsmieten. Prüfe vor der Unterschrift die baurechtliche Nutzung, denn ein Leichenraum ist in reinen Wohngebieten regelmäßig nicht genehmigungsfähig.

Schritt 4: Behörden und Genehmigungen abarbeiten

Eine einzelne „Bestatter-Genehmigung” gibt es nicht. Du arbeitest eine Kette von Anmeldungen ab, und die Reihenfolge zählt. Gründest du eine GmbH oder UG, stehen Notartermin und Handelsregistereintrag am Anfang, denn erst dann kann die Gesellschaft ein Gewerbe anmelden. Beim Einzelunternehmen entfällt dieser Vorlauf.

Etappe Zuständige Stelle Frist oder Auslöser
Beurkundung und Handelsregistereintrag Notar, Registergericht nur GmbH und UG, vor der Gewerbeanmeldung
Gewerbeanmeldung, rund 25 Euro Gewerbeamt vor Aufnahme der Tätigkeit
Eintragung in die Handwerksrolle Handwerkskammer Anzeige bei Betriebsbeginn
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Finanzamt, über ELSTER binnen eines Monats nach Gründung
Gesetzliche Unfallversicherung BG Verkehr oder VBG binnen einer Woche nach Betriebsbeginn
Betriebsnummer Bundesagentur für Arbeit ab der ersten Anstellung
Nutzungsgenehmigung für Leichenraum und Kühlung Bauamt vor dem Umbau, oft vor dem Mietvertrag
Anzeige nach Landesbestattungsrecht Ordnungs- oder Gesundheitsamt je Bundesland unterschiedlich
Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung Arbeitgeberpflicht, Prüfung durch die BG vor Aufnahme der Tätigkeit
Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten Arbeitgeberpflicht, DSGVO ab dem ersten Trauerfall

Behördliche Etappen der Eröffnung. Fristen und Gebühr nach Angaben der IHK, Zuständigkeit der Unfallversicherung nach BG Verkehr, Handwerksrolle nach Handwerksordnung.

Zwei Punkte werden bei der Gründung oft übersehen: Für die gesetzliche Unfallversicherung ist bei gewerblicher Leichenbeförderung regelmäßig die BG Verkehr, sonst die VBG zuständig. Ein gekühlter Leichenraum gilt als gewerbliche Nutzung und ist in reinen Wohngebieten meist nicht genehmigungsfähig. Nutzungsänderung vor Mietvertragsabschluss klären.

Auch der Arbeitsschutz ist klar geregelt: Die DGUV Information 214-021 verlangt Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Hygieneplan. Räume müssen auf max. 7 °C gekühlt, gut belüftet und desinfizierbar sein; reine und unreine Bereiche sind zu trennen. Hinzu kommen Schutzkleidung, Handschuhe, bei Aerosolgefahr FFP2/FFP3 und ein Impfangebot durch den Betriebsarzt.

Schritt 5: Betrieb organisieren

Bestattungsbetriebe sind personalintensiv. Im Kammerbezirk Düsseldorf beschäftigen 375 Betriebe rund 1.961 Menschen – im Schnitt gut fünf Mitarbeitende pro Betrieb. Als Neugründung startest du kleiner und deckst Spitzen über Kooperationen ab.

Der Fachkräftemangel bleibt eine Herausforderung: 46 % nennen Personalprobleme. Gleichzeitig wächst der Nachwuchs: Im Januar 2026 zählte der BDB 988 Auszubildende, davon 57 % Frauen. Eigene Ausbildung kann eine günstige Personalquelle sein.

Wichtig sind klare Abläufe für Rufbereitschaft, Vertretung und Partner wie Krematorien, Steinmetze, Floristen und Trauerredner. Ein Warenwirtschaftssystem für Särge und Urnen schafft Übersicht. 58 % der Betriebe digitalisieren bereits interne Abläufe, 35 % nutzen digitale Behördenschnittstellen.

Gut zu wissen:

Die Nachfolgelücke ist deine Chance auf einen Übernahmestart. Laut dem Bestattungsreport 2026 planen 16 % der Betriebe einen Führungswechsel innerhalb von fünf Jahren und weitere 36 % in fünf bis zehn Jahren. Bei 30 % der anstehenden Übergaben ist die Nachfolge ungeklärt. Ein bestehender Betrieb bringt Kundenstamm, Personal und Genehmigungen mit.

Schritt 6: Marketing starten

Bestattungen werden lokal und kurzfristig gesucht. 96 % der Betriebe haben eine Website, 48 % nutzen soziale Netzwerke. Eine Website ist damit Pflicht, kein Wettbewerbsvorteil.

Setze auf lokale Sichtbarkeit: vollständiges Google-Unternehmensprofil, Ortsseiten, transparente Preisbeispiele und ein erreichbarer Notruf. Nur 9 % der Verbraucher entscheiden ausschließlich nach dem Preis.

Wichtig ist auch ein Empfehlungsnetzwerk mit Pflegeheimen, Hospizen, Kliniken, Hausärzt, Pfarreien und Steinmetzen. Baue diese Kontakte bereits vor der Eröffnung auf.

Ein weiterer Hebel ist die Bestattungsvorsorge: Erst 11 % haben ihre Bestattung geregelt, 15 % zeigen Interesse. Von 2020 bis 2025 stieg die Zahl der Vorsorgeverträge um 33,8 %; die durchschnittliche Vertragssumme lag 2025 bei 5.477,15 Euro.

Schritt 6: Bestattungsunternehmen eröffnen

Vor dem ersten Trauerfall schließt du die Versicherungen ab: Betriebshaftpflicht, Vermögensschadenhaftpflicht, Kfz und Inhalt. Teste außerdem die Rufbereitschaft, denn eine unbeantwortete Nummer um drei Uhr nachts kostet dich den Auftrag und die Empfehlung dahinter.

Für den Start gilt in dieser Branche Zurückhaltung. Ein Eröffnungsfest passt nicht zum Anlass. Wirksamer sind ein Tag der offenen Tür mit Vorsorgeberatung, eine Pressemitteilung in der Lokalzeitung und persönliche Besuche bei den künftigen Empfehlungsgebern.

Ja, aber die Auswahl an Franchise-Unternehmen oder franchiseähnlichen Netzwerken im Bestattungsbereich ist klein. Der deutsche Bestattungsmarkt ist von Familienbetrieben geprägt, systematisierte Netzwerke sind die Ausnahme:

  • mymoria: 2021 startete der Anbieter ein Franchiseprogramm für Bestattungsboutiquen. Das Konzept richtet sich auch an Gründer und bestehende Bestattungsbetriebe.
  • Lizenz- und Partnermodelle: Einzelne Bestattungshäuser bieten regionale Partnerschaften oder Lizenzen an. Die Modelle sind meist individuell und nicht mit einem klassischen Franchise vergleichbar.
  • Einkaufs- und Marketingkooperationen: Du bleibst selbstständig, profitierst aber etwa von gemeinsamen Einkaufskonditionen und Marketing.
  • ANUBIS-Tierbestattungen: Ein etabliertes Franchise-System für Tierbestattungen. Partner erhalten unter anderem Gebietsschutz, Schulungen, Marketing- und Einkaufsunterstützung.

In Deutschland gibt es kein eigenes Franchise-Gesetz. Rechtsgrundlage sind BGB und HGB sowie die vorvertragliche Aufklärungspflicht: Der Franchisegeber muss dir alle wesentlichen Informationen rechtzeitig vor Vertragsabschluss geben. Nimm die Unterlagen mit, lass den Vertrag mindestens 14 Tage vor Unterzeichnung von einem Fachanwalt prüfen und verlange Kontakt zu bestehenden Partner:innen.

Die Spanne ist weit, weil zwei Modelle sehr unterschiedlich viel Kapital binden. Ein schlanker Start mit angemieteten Räumen, gebrauchtem Fahrzeug und Fremdkühlung liegt im mittleren fünfstelligen Bereich. Ein Haus mit eigenem Ausstellungsraum, Kühlzelle und Trauerraum erreicht schnell das Dreifache.

Kostenschätzung für die Eröffnung eines Bestattungsunternehmens in Deutschland, 2026.

Kostenposten Schlanker Start Bestattungshaus mit Ausstellung Grundlage
Gewerbeanmeldung 20 bis 60 Euro 20 bis 60 Euro Kommunale Gebührensatzungen
Eintragung Handwerksrolle, Anlage B1 0 bis 200 Euro 0 bis 200 Euro Handwerksordnung, Gebührenordnungen der Handwerkskammern
Rechtsform: Notar und Handelsregister 0 Euro (Einzelunternehmen) 700 bis 1.200 Euro (GmbH) GmbHG, Gerichts- und Notarkostengesetz
Stammkapital, Einzahlung bei Gründung 0 bis 1 Euro (UG) ab 12.500 Euro (GmbH) GmbHG
Qualifizierung, Bestattermeister mit 510 Stunden optional optional BDB, Bestattermeisterverordnung
Kaution und Ausbau der Geschäftsräume 8.000 bis 20.000 Euro 30.000 bis 80.000 Euro Redaktionsschätzung, Marktangebote
Versorgungsraum und Kühlzelle 0 Euro (Fremdvergabe) 15.000 bis 40.000 Euro Redaktionsschätzung, Marktangebote
Überführungsfahrzeug 15.000 bis 30.000 Euro (gebraucht) 45.000 bis 80.000 Euro (neu, ausgebaut) Redaktionsschätzung, Marktangebote
Warenerstausstattung: Särge, Urnen, Textilien 6.000 bis 12.000 Euro 15.000 bis 35.000 Euro Redaktionsschätzung, Marktangebote
Website, Branding, lokale Sichtbarkeit 3.000 bis 8.000 Euro 8.000 bis 20.000 Euro Redaktionsschätzung, BDB (96 % der Betriebe mit Website)
Versicherungen, IT, Warenwirtschaft 2.000 bis 5.000 Euro 5.000 bis 12.000 Euro Redaktionsschätzung, Marktangebote
Gesamtinvestition ohne Betriebskapital 34.000 bis 76.000 Euro 132.000 bis 281.000 Euro Summe der Positionen

Zu diesem Betrag kommt ein Betriebskapital von drei bis sechs Monatsausgaben. Die Branche nennt steigende Kosten mit 47 % als größte Herausforderung, und Friedhofsgebühren sowie Krematoriumsleistungen zahlst du vor, bevor die Familie deine Rechnung begleicht. Ohne Liquiditätspuffer wird jeder Monat mit vielen Aufträgen zum Problem.

Gegenüberstellung eigenständiger Betrieb und Franchise- oder Lizenzmodell, 2026.

Position Eigenständiges Bestattungsunternehmen Franchise oder Lizenzsystem
Eintrittsgebühr 0 Euro systemabhängig, im deutschen Bestattungsmarkt nicht veröffentlicht
Laufende Gebühren 0 Euro meist Prozentsatz vom Umsatz, individuell verhandelt
Marketingbeitrag eigenes Budget, frei steuerbar zusätzlicher Systembeitrag neben dem eigenen Budget
Ladenbau und Ausstattung frei wählbar, 8.000 bis 80.000 Euro nach Corporate-Design-Vorgabe, tendenziell höher
Markenaufbau vollständig selbst, zwei bis fünf Jahre bestehende Marke und Leadzufluss ab Tag eins
Einkaufskonditionen eigene Verhandlung oder Kooperation Rahmenverträge des Systems
Prozesse und Schulung selbst aufzubauen Handbuch, Software und Einarbeitung inklusive
Entscheidungsfreiheit vollständig eingeschränkt durch Vertragspflichten und Gebietsvorgaben
Vertragsbindung keine mehrjährige Laufzeit, Verlängerung und Ausstieg vertraglich geregelt

Wie viel Eigenkapital brauchst du?

Plane 20 bis 30 % der Gesamtinvestition als Eigenkapital ein, bei einem schlanken Start also etwa 10.000 bis 20.000 Euro. Die KfW schreibt beim ERP-Gründerkredit StartGeld keine Mindestquote vor, eigene Mittel verbessern aber deine Bonität und damit den Zinssatz. Der Kredit deckt bis zu 200.000 Euro pro Vorhaben.


Häufige Fragen zur Eröffnung eines Bestattungsunternehmens

Nein. Seit der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2020 steht das Bestatterhandwerk in Anlage B1 unter Nummer 55 und gehört damit zu den zulassungsfreien Handwerken. Du zeigst der Handwerkskammer nur den Beginn deiner selbstständigen Tätigkeit an. Der Bestattermeister mit 510 Fortbildungsstunden bleibt freiwillig und wirkt als Qualitätssiegel.

Ein schlanker Start mit gemieteten Räumen, gebrauchtem Fahrzeug und ausgelagerter Kühlung liegt bei etwa 34.000 bis 76.000 Euro. Ein vollständiges Bestattungshaus mit Ausstellungsraum und eigener Kühlzelle erreicht 132.000 bis 281.000 Euro. Dazu kommt ein Betriebskapital von drei bis sechs Monatsausgaben. Als Eigenkapital gelten 20 bis 30 % der Gesamtinvestition als Richtwert.

Das Einzelunternehmen startet ohne Kapital und ohne Notar, du haftest dafür persönlich. Die UG (haftungsbeschränkt) beginnt ab 1 Euro Stammkapital und muss Gewinne ansparen. Die GmbH verlangt 25.000 Euro Stammkapital, davon mindestens 12.500 Euro eingezahlt, und begrenzt deine Haftung. Wegen der hohen Vertrauens- und Haftungslast wählen viele Bestattungshäuser die GmbH.

Nur wenige. mymoria betreibt seit Juni 2021 ein Franchise für Bestattungsboutiquen, ANUBIS-Tierbestattungen deckt das angrenzende Segment der Tierbestattung ab, und einzelne Bestattungshäuser vergeben Lizenzen für Nachbargebiete. Gebührenhöhen veröffentlichen diese Systeme nicht. Lass den Vertrag mindestens 14 Tage vor Unterzeichnung von einem Fachanwalt prüfen.

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