Heberer öffnet Großkundengeschäft für Bäckereien in ganz Deutschland

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bäcker formen teig: handwerk in der backstube
© Wiener Feinbäckerei Heberer GmbH

Die Wiener Feinbäckerei Heberer, die sowohl als Filialbäcker mit eigenem Standortnetz als auch im Franchisegeschäft tätig ist, entwickelt ihr bestehendes Franchisekonzept kontinuierlich weiter und öffnet ihr Großkundengeschäft nun bundesweit. Künftig beliefert das Unternehmen auch andere Bäckereien mit individuellen Backwaren-Chargen. Damit baut das Familienunternehmen aus Mühlheim am Main neben rund 200 eigenen Filialen, dem Franchise-Geschäft an Verkehrsknotenpunkten sowie der Master-Franchise mit SSP Deutschland ein erweitertes Franchisenetzwerk als vierte tragende Säule aus.

Am 18. Mai 2026 kündigten die Geschäftsführer:innen Sandra und Georg P. Heberer an, dass die Belieferung von Handwerksbäcker:innen, Gastronomie und Lebensmittelhandel deutlich ausgeweitet wird. Bislang konzentrierte sich das B2B-Geschäft auf die Heimatregionen Rhein-Main, Berlin und Mitteldeutschland. Mit dem neuen Angebot rückt Heberer die individuelle Projektfertigung in den Mittelpunkt, ergänzt um tiefgekühlte Produkte und exklusive Spezialitäten nach Kundenwunsch. Das in fünfter Generation geführte Familienunternehmen reagiert damit auf einen wachsenden Bedarf an flexiblen Produktionspartnern, etwa bei saisonalen Spitzen oder personellen Engpässen in handwerklichen Betrieben.

Bislang ruht das Geschäftsmodell von Heberer auf drei Säulen: eigenen Filialen mit Kommissionär:innen, einem Franchise-Geschäft an Bahnhöfen und Flughäfen sowie einem Master-Franchise-Vertrag mit SSP Deutschland. Der Vertrag wurde Anfang 2025 verlängert und umfasst 24 Standorte unter der Heberer-Marke, davon fünf am Flughafen Frankfurt.

Das Großkundengeschäft hat sich daneben zu einem eigenständigen Kompetenzfeld entwickelt. Mit der bundesweiten Öffnung positioniert sich der 1891 in Offenbach am Main gegründete Traditionsbetrieb erstmals als Produktions- und Logistikpartner für Bäckereien außerhalb der eigenen Kernregionen. Sandra und Georg P. Heberer führen das Unternehmen in fünfter Generation.

rund 200

eigene Filialen betreibt Heberer in den Regionen Rhein-Main, Berlin und Mitteldeutschland sowie an Bahnhöfen und Flughäfen. (Quelle: Lebensmittelpraxis, Mai 2026)

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Im Zentrum des erweiterten Angebots stehen kleinere bis mittlere Chargen, die sich auf die Anforderungen einzelner handwerklicher Betriebe zuschneiden lassen. Auch tiefgekühlte Produkte und exklusive Spezialitäten nach Kundenwunsch gehören dazu.

Heberer setzt auf zwei Liefermodelle: eine tägliche Standardbelieferung in den bisherigen Kernregionen sowie eine individuelle Projektfertigung darüber hinaus. „Es gibt eine wachsende Nachfrage nach handwerklich hergestellten Qualitätsprodukten”, so Sandra und Georg P. Heberer, Geschäftsführung Wiener Feinbäckerei Heberer. Das Unternehmen adressiert damit einen Markt, der durch Fachkräftemangel und volatile Auftragslagen geprägt ist. Saisonspitzen wie Weihnachten, Ostern oder regionale Feste sind für viele Bäckereien ohne externe Unterstützung kaum noch zu bewältigen.

Gut zu wissen:

Heberer verbindet vier Vertriebskanäle: Eigenfilialen, Franchise an Verkehrsknotenpunkten, Master-Franchise mit SSP Deutschland und das nun bundesweit ausgebaute B2B-Großkundengeschäft für Gastronomie, Handel und andere Bäckereien.

Die strategische Ausweitung folgt auf eine wirtschaftlich stabile Phase. Im Geschäftsjahr 2025 steigerte Heberer den Umsatz auf bestehender Fläche um 2,2 % und erzielte das dritte Jahr in Folge ein positives Betriebsergebnis. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei knapp über 90 Millionen Euro.

Parallel tilgte das Unternehmen Anleihen in Höhe von insgesamt rund 6,15 Millionen Euro: ein Private Placement und eine Traditionsanleihe über 4,61 Millionen Euro im Jahr 2025 sowie eine Anschlussanleihe über 1,54 Millionen Euro Anfang 2026. Zur Refinanzierung legte Heberer eine dreijährige Handwerksanleihe mit 4,25 % Verzinsung auf. Anleger:innen können die Anleihe von April bis Juni 2026 zeichnen.

Für Franchise-Interessierte ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Heberer öffnet sich neuen Vertriebskanälen, ohne das eigene Filial- und Franchise-Geschäft an Verkehrsknotenpunkten zurückzufahren. Wer mittelfristig eine Bäckerei eröffnen oder eine Heberer-Filiale eröffnen möchte, profitiert von einer breiteren Produktionsbasis und erhöhter Markenpräsenz im Backwarensegment.

Gleichzeitig zeigt der Schritt, wie etablierte Filialisten ihre Wertschöpfung diversifizieren, um in einem konsolidierenden deutschen Backwarenmarkt zu wachsen. Wie sich die deutschlandweite Belieferung auf das Wachstum der Eigenfilialen auswirkt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen ablesen lassen. Interessierte können direkt über die Unternehmenswebsite Standortverfügbarkeiten anfragen.

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