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Kann man ein Basic-Fit-Studio in Deutschland eröffnen?

6 Min. Lesezeit
modernes fitnessstudio: kraftraum mit orangefarbigen geräten
Ⓒ Basic-Fit

Basic-Fit ist kein Franchise-Unternehmen und setzt konsequent auf eigenbetriebene Studios. Die niederländische Fitnesskette hat ihren Deutschland-Einstieg ohne Franchisenehmer:innen vollzogen. Wer im Discount-Fitness-Segment selbstständig werden möchte, findet jedoch starke Alternativen mit erprobten Konzepten und klaren Konditionen.

Gegründet 2004 in den Niederlanden, hat sich Basic-Fit innerhalb von zwei Jahrzehnten zur größten Fitnesskette Europas entwickelt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hoofddorp ist seit 2016 an der Euronext Amsterdam börsennotiert. Das Konzept ist klar: günstige Monatsabos, standardisierte Studios, 24/7-Zugang und kein Schnickschnack. Mitglieder zahlen je nach Markt zwischen 19,99 und 29,99 Euro pro Monat und trainieren an modernen Geräten, die in jedem Club identisch aufgestellt sind.

In Deutschland startete Basic-Fit seinen Markteintritt im zweiten Halbjahr 2022 und eröffnete im Januar 2025 seinen 35. deutschen Standort. Die deutsche Niederlassung hat ihren Sitz in Düsseldorf.

Basic-Fit in Zahlen

  • Über 1.660 eigenbetriebene Clubs in Europa (Ende 2025, ohne Clever Fit).
  • 4,82 Millionen Mitglieder europaweit (2025).
  • 1,42 Milliarden Euro Jahresumsatz 2025, ein Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Präsenz in 6 Ländern: Niederlande, Frankreich, Belgien, Spanien, Luxemburg, Deutschland.
  • Übernahme von Clever Fit für bis zu 175 Millionen Euro im Herbst 2025, wodurch das Gesamtnetzwerk auf rund 2.151 Clubs angewachsen ist.

Das Modell basiert auf wiederkehrenden Einnahmen: Über 95 % der Umsätze stammen aus Mitgliedsgebühren. Ergänzt wird das durch Upgrades, Automaten und digitale Zusatzangebote. Die durchschnittliche Monatsmitgliedschaft lag 2025 bei 24,91 Euro pro Person.

11,71 Mio.

Menschen sind in Deutschland Mitglied in einem Fitnessstudio. Deutschland ist damit der größte Fitnessmarkt Europas. (Quelle: DSSV/Deloitte Eckdatenstudie 2025)

Stats illustration

Welche Expansionsstrategie verfolgt Basic-Fit?

Basic-Fit verfolgt eine aggressive Wachstumsstrategie: Alle Studios werden in Eigenregie eröffnet, finanziert und betrieben. Das Unternehmen setzt auf hohe Studio-Dichte in städtischen Lagen, günstige Mietverträge und eine schlanke Kostenstruktur. Der 24/7-Betrieb wird dabei als zentraler Hebel für Auslastung und Kundenzufriedenheit genutzt.

In Deutschland allein hatte Basic-Fit Ende 2025, nach der Clever-Fit-Übernahme, rund 450 Anlagen unter seinem Portfolio. Das macht das Unternehmen auf einen Schlag zum größten Einzelanbieter auf dem deutschen Fitnessmarkt. Für 2026 plant die Gruppe einen Gesamtumsatz zwischen 1,64 und 1,69 Milliarden Euro inklusive Clever Fit.

Gut zu wissen

Basic-Fit hat mit der Übernahme von Clever Fit im Herbst 2025 erstmals Zugang zu einem Franchise-Netzwerk erhalten. Die eigenen Clever-Fit-Studios sollen ab Sommer 2026 schrittweise auf die Marke Basic-Fit umgeflaggt werden. Die bestehenden Clever-Fit-Franchisenehmer:innen sind jedoch ein Sonderfall: Sie wurden durch die Akquisition Teil des Basic-Fit-Ökosystems und sind keine neuen Franchise-Einstiege.

Die Antwort ist eindeutig: Basic-Fit ist kein Franchise-Modell. Das Unternehmen setzt seit seiner Gründung auf ein vollständig eigenbetriebenes Konzept. Alle Clubs gehören dem Konzern, werden zentral gesteuert und nach denselben Standards ausgestattet. Das ermöglicht eine lückenlose Kontrolle über Qualität, Pricing und Mitgliedererlebnis. Dieses Prinzip ist kein Zufall: Es ist der Kern der Skalierungsstrategie.

Wer ein Basic-Fit-Studio in Deutschland betreiben möchte, kommt also nur als Angestellte:r, als Studiomanager:in oder über eine Bewerbung auf offene Stellen in Frage. Eine unternehmerische Beteiligung in Form eines Franchise- oder Lizenzvertrags ist nicht vorgesehen und wird vom Unternehmen nicht angeboten.

Wer ein Fitnessstudio als Franchisenehmer:in betreiben möchte, hat in Deutschland aber durchaus Alternativen. Der deutsche Fitnessmarkt zählt heute rund 9.100 Anlagen und erzielte 2024 einen Gesamtumsatz von 5,82 Milliarden Euro. Mehrere erprobte Franchise-Systeme bieten Gründer:innen den strukturierten Einstieg, den Basic-Fit bewusst nicht anbietet. Hier ein paar Beispiele:

1) Clever Fit: Marktführer im deutschen Fitnessfranchise

Gegründet 2004 in München, hat sich Clever Fit als Nr. 1 im deutschen Fitnessfranchise-Markt positioniert. Das System umfasst heute über 500 Studios in der DACH-Region und mehreren europäischen Ländern. Die Übernahme durch Basic-Fit im Herbst 2025 hat an der Franchise-Struktur zunächst nichts geändert: Bestehende und neue Franchisenehmer:innen können sich weiterhin bewerben.

Das Konzept richtet sich an unternehmerisch denkende Investoren, die gerne mehrere Studios aufbauen. Laut Eigenangaben finanziert sich fast jedes Studio spätestens nach 16 Monaten selbst. Standortsuche, Equipment-Beschaffung und Personalrekrutierung werden durch die Zentrale unterstützt. Genaue Investitionskonditionen werden im persönlichen Gespräch kommuniziert.

2) EASYFITNESS: Lifestyle-Fitness mit flexiblem Hybridmodell

EASYFITNESS startete 2008 direkt als Franchise-System und betreibt heute rund 200 Studios in Deutschland, Österreich und Spanien. Das Konzept richtet sich an ein breites Publikum: günstiger Monatsbeitrag, moderne Ausstattung und eine starke Community-Orientierung. Ab 2025 ergänzt ein Hybrid-Modell das klassische Studio: personalbesetzte Stoßzeiten, automatisierter Betrieb in schwächeren Phasen.

Für Franchisenehmer:innen bietet das System einen umfangreichen Support: Projektplanung bis zur Eröffnung, monatliche Netzwerk-Meetings und ein Multi-Unit-Ansatz für mehrere Standorte. Partnerschaften mit Ausrüstern wie Matrix und dem Kurskonzept Les Mills stärken die Markenpositionierung.

3) Anytime Fitness: globale Marke, jetzt auch in Deutschland

Anytime Fitness wurde 2002 in Minnesota gegründet und ist heute mit über 5.600 Clubs in mehr als 40 Ländern das größte Fitness-Franchise-Netzwerk der Welt. Die Expansion nach Deutschland ist neu angelaufen. Das Konzept ist auf 24/7-Zugänglichkeit ausgerichtet, mit schlanker Personalstruktur und starkem digitalem Support über die Anytime Fitness App.

Rund 60 % der Franchisenehmer:innen weltweit betreiben mehrere Clubs, was das System für skalierungsorientierte Unternehmer:innen besonders attraktiv macht. Investitionskonditionen werden individuell nach Standort und Studiogröße ermittelt.

4) Bodystreet: EMS-Boutique als kapitaleffizientes Einstiegsmodell

Gegründet 2007, ist Bodystreet nach eigenen Angaben die weltweite Nr. 1 für EMS-Boutique-Studios. Das Konzept kommt mit einer kleinen Fläche aus, benötigt wenig Personal und spricht Berufstätige an, die 20 Minuten Training pro Woche als effiziente Alternative zum klassischen Studio suchen.

Das Investitionsvolumen ist im Vergleich zu großflächigen Studiokonzepten niedriger, was den Einstieg erleichtert. Das Modell eignet sich besonders für Gründer:innen mit begrenztem Startkapital oder als Ergänzung zu einem bestehenden Gesundheits- oder Wellness-Portfolio. Die Konditionen variieren je nach Standort.

5) Mrs.Sporty: das spezialisierte Frauenfitness-Netzwerk

Mrs Sporty wurde mit Schirmherrschaft der Tennisspielerin Steffi Graf gegründet und konzentriert sich ausschließlich auf weibliche Mitglieder. Das Netzwerk umfasst über 300 Standorte in Deutschland und Europa und gehört damit zu den größten geschlechtsspezifischen Franchises im Sektor.

Die finanzielle Eintrittsschwelle ist deutlich niedriger als bei den Low-Cost-Riesen. Das benötigte Eigenkapital beginnt ab 10.000 Euro, die Gesamtinvestition startet bei 63.900 Euro. Die Einstiegsgebühr beträgt 17.900 Euro und umfasst Lizenz, Gebietsschutz, Franchise-Handbuch sowie Basisausbildung. Die laufende Lizenzgebühr liegt bei 10 %, mindestens jedoch 500 Euro pro Monat. Vertragslaufzeit: 5 Jahre.

Redaktionstipp:

Das entscheidende Auswahlkriterium ist nicht die Markenbekanntheit, sondern die Frage, welches Betreibermodell zu Ihrer unternehmerischen Strategie passt. Wer eine einzelne Anlage betreiben möchte, ist mit Boutique-Konzepten wie Bodystreet oder fitbox gut bedient. Wer ein Portfolio aus mehreren Studios aufbauen will, sollte Systeme mit explizitem Multi-Unit-Ansatz prüfen, wie Clever Fit, Fitness Park oder Anytime Fitness. Vor jeder Entscheidung empfiehlt sich eine sorgfältige Prüfung des vorvertraglichen Informationsdokuments und eine rechtliche Beratung mindestens 14 Tage vor Unterzeichnung des Franchise-Vertrags.

Häufig gestellte Fragen zu Basic-Fit und Fitness-Franchise in Deutschland

Basic-Fit hat seinen deutschen Markteintritt 2022 vollzogen und betrieb Ende 2024 rund 28 eigene Studios in Deutschland. Nach der Übernahme von Clever Fit im Herbst 2025 verfügt das Unternehmen inklusive der Clever-Fit-Standorte über rund 450 Anlagen auf dem deutschen Markt und ist damit der größte Einzelanbieter im Land.

Basic-Fit ist unter anderem in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Luxemburg vertreten.

Zu den bekanntesten Fitness-Franchise-Systemen in Deutschland zählen Clever Fit (über 500 Standorte), EASYFITNESS (rund 200 Studios), Bodystreet (EMS-Boutiques), Mrs. Sporty (Frauenfitness) und Anytime Fitness (neu in Deutschland, weltweit über 5.600 Clubs). Für Investor:innen mit internationalem Potenzial ist auch Fitness Park interessant, das 2026 in neue europäische Märkte expandiert.

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