Die amerikanische Burger-Kette Five Guys hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1986 in Virginia zu einem globalen Phänomen entwickelt. Saftige Burger aus frischem Rindfleisch, handgeschnittene Pommes und das Versprechen, niemals Tiefkühlware zu verwenden, haben Fans rund um den Globus gewonnen. In Deutschland wächst die Marke kontinuierlich, allerdings nach einem ganz anderen Modell als in den USA: Eine eigene Five Guys-Filiale per Franchise-Unternemen zu eröffnen, ist hierzulande im Jahr 2026 nicht möglich. Wir erklären die Hintergründe und stellen Alternativen vor.
Das Geschäftsmodell von Five Guys gilt als eines der erfolgreichsten Beispiele für Premium-Fast-Casual weltweit. Die Familie Murrell hat über drei Jahrzehnte ein kurzes Menü perfektioniert: ein Burger, ein Hot Dog, eine handgeschnittene Pommes-Variante. Diese radikale Fokussierung, kombiniert mit der Pflicht, sämtliche Zutaten frisch zu verarbeiten, hat ein loyales Publikum geschaffen, das Aufpreise von 30 bis 50 % gegenüber klassischen Burger-Ketten akzeptiert.
Ist Five Guys ein Franchise-Unternehmen?
Die Antwort ist zweigeteilt. International lautet sie ja, in Deutschland lautet sie nein.
Die US-Mutter, gegründet 1986 von Jerry und Janie Murrell gemeinsam mit ihren fünf Söhnen in Arlington (Virginia), hat im Jahr 2003 mit der Vergabe von Franchiserechten begonnen. Heute betreibt der Konzern weltweit mehr als 1.800 Restaurants, der überwiegende Teil davon im Franchise-Modell. Allerdings ist die Familie Murrell bei der Auswahl der Franchisepartner:innen extrem wählerisch und vergibt Lizenzen, um ein Restaurant zu eröffnen, bevorzugt an erfahrene Multi-Unit-Operator mit nachweisbarem Erfolg in der Systemgastronomie.
In Deutschland sieht das Bild anders aus. Sämtliche hiesigen Restaurants gehören der Five Guys Germany GmbH mit Sitz in Düsseldorf und werden von dort zentral gesteuert. Eine Franchise-Vergabe an einzelne Gründer:innen findet aktuell nicht statt.
Five Guys in Zahlen
- Gegründet: 1986 in Arlington (Virginia, USA) durch Jerry und Janie Murrell.
- Standorte weltweit: über 1.800 Restaurants in mehr als 25 Ländern.
- Standorte in Deutschland: rund 35 Filialen (Stand Ende 2023), mit weiteren Eröffnungen geplant.
- Hauptmärkte in Europa: Vereinigtes Königreich, Frankreich, Spanien, Deutschland.
- Konzernstruktur Europa: 50:50-Joint Venture zwischen der Familie Murrell und Freston Ventures, der Investmentgesellschaft des britischen Unternehmers Sir Charles Dunstone.
Die Marke positioniert sich im Premium-Fast-Casual-Segment: ein bewusst kurzes Menü, kostenlose Erdnüsse zur Wartezeit, eine offene Küche und sichtbar frische Zutaten. Der durchschnittliche Bonwert liegt deutlich über dem klassischer Fast-Food-Ketten wie McDonald’s oder Burger King. Zielgruppen sind urbane Berufstätige, junge Familien und Tourist:innen in Innenstadtlagen.
Five Guys betreibt seine Standorte in Deutschland in Eigenregie
Die Entscheidung gegen das Franchise-Modell in Deutschland ist strategisch motiviert. Drei Gründe sprechen aus Konzernsicht dafür.
- Qualitätssicherung: Five Guys lebt von strenger Produktstandardisierung. Die handgemachten Burger, die spezifischen Idaho-Kartoffeln und das transparente Küchenkonzept lassen sich in Eigenregie konsistenter steuern als über ein dezentrales Franchise-Netz.
- Premium-Positionierung: Im deutschen Markt steht Five Guys im direkten Wettbewerb mit etablierten Burger-Franchises wie Hans im Glück. Eine zentrale Steuerung schützt das Markenbild und verhindert Preisdumping einzelner Standorte.
- Skalierung über das Joint Venture: Die Expansion in Europa läuft über das gemeinsame Vehikel mit Freston Ventures. Das Joint Venture stellt Kapital, Immobilien-Know-how und Management-Ressourcen zentral bereit.
Wer in Deutschland ein Five Guys-Restaurant betreiben möchte, kann das aktuell nur als angestellte:r Restaurantleiter:in oder als Mitarbeiter:in der Five Guys Germany GmbH tun. Eine eigenständige Filialeröffnung als Franchisenehmer:in ist nicht vorgesehen.
Welche Expansionsstrategie verfolgt Five Guys in Deutschland?
Die Marke konzentriert sich auf die wichtigsten deutschen Ballungsräume. Im Fokus stehen die Top-7-Städte sowie ausgewählte B-Lagen mit hoher Frequenz, etwa Bahnhöfe, Flughäfen und große Shopping-Center. Bis Ende 2023 erreichte das Netz rund 35 Standorte, weitere Eröffnungen sind in Planung.
Die finanzielle Entwicklung ist allerdings nicht unkritisch. Im Jahr 2025 wurde öffentlich, dass die deutsche Gesellschaft mit Liquiditätsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Eine Restrukturierung oder eine Anpassung der Eigenregie-Strategie sind seither nicht ausgeschlossen, ein offizieller Strategiewechsel in Richtung Franchise wurde jedoch bisher nicht kommuniziert.
Gut zu wissen:
Die europäische Expansion von Five Guys wurde 2024 mit einem Refinanzierungspaket von rund 185 Millionen Pfund unterlegt. Die Mittel fließen primär in das Vereinigte Königreich und in das übrige Festland-Europa, nicht aber in eine Öffnung des Franchise-Modells für Deutschland.
Welche Alternativen mit ähnlichen Konzepten gibt es im gastronomischen Bereich in Deutschland?
Wer das Premium-Burger-Segment selbst betreiben möchte und nicht auf einen möglichen Strategiewechsel von Five Guys warten will, findet in Deutschland mehrere etablierte Franchise-Konzepte. Drei Marken bilden den Kern des Marktes und sind unter Gründer:innen mit Gastronomie-Hintergrund besonders gefragt.
1) Hans im Glück: das größte Premium-Burger-Franchise im DACH-Raum
Hans im Glück wurde 2010 in München gegründet und gilt heute als das mit Abstand größte Premium-Burger-Franchise im deutschsprachigen Raum. Das Konzept setzt auf eine märchenhafte Innenraumgestaltung mit Birkenstämmen, eine breite Burgerkarte mit Fleisch, vegetarischen und veganen Varianten sowie eine starke Cocktailkarte als zusätzliches Profitcenter.
- Netzwerk: rund 100 Restaurants in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
- Gesamtinvestition: zwischen 800.000 € und 1,5 Millionen € je nach Standort und Restaurantgröße.
- Eigenkapital: empfohlen rund 30 % der Gesamtinvestitionssumme.
- Vertragslaufzeit: in der Regel 10 Jahre.
Zielgruppe sind erfahrene Gastronom:innen oder Multi-Unit-Operator, die ein neues Restaurant mit klar definiertem Konzept in einer 1A-Innenstadtlage betreiben möchten.
2) Peter Pane Burgergrill & Bar: der norddeutsche Konkurrent
Peter Pane wurde 2016 in Lübeck gegründet, nachdem es zu einem Markenstreit im Umfeld der Hans im Glück-Gründer kam. Das Konzept ähnelt dem des Vorgängers, setzt jedoch stärker auf Nachhaltigkeit, regionale Lieferanten und ein literarisch inspiriertes Ambiente. Seit 2023 ist Peter Pane Vollmitglied im Deutschen Franchiseverband.
- Netzwerk: 58 Restaurants in Deutschland und Österreich (Stand Dezember 2025), Ziel 60 Standorte bis 2026.
- Jahresumsatz Gruppe 2025: rund 140 Millionen Euro.
- Mitarbeitende: rund 2.000 Beschäftigte.
- Vertragslaufzeit: 10 Jahre, Verlängerung um weitere 5 Jahre möglich.
- Zielkundschaft: Familien, junge Berufstätige und kleine Gruppen.
Konkrete Investitionssummen und Eintrittsgebühren werden von der Peter Pane Franchise GmbH nicht öffentlich kommuniziert und nur im direkten Gespräch mit Bewerber:innen offengelegt. Branchenkenner verorten den Kapitalbedarf typischerweise im siebenstellig
3) Burgerme: das etablierte Burger-Lieferkonzept
Wer mit deutlich geringerem Kapitalaufwand in den Burger-Markt einsteigen möchte, findet bei Burgerme eine etablierte Liefer-Spezialisierung. Die Marke wurde 2010 in München gegründet und ist Vollmitglied im Deutschen Franchiseverband. Statt klassischer Restaurantfläche stehen Lieferung und Take-away im Vordergrund, der Flächenbedarf ist daher wesentlich geringer.
- Netzwerk: über 120 Standorte in Deutschland sowie rund 30 in den Niederlanden.
- Gesamtinvestition: rund 140.000 € bis 160.000 € inklusive Anlaufkosten.
- Eigenkapital: ab rund 35.000 € bis 70.000 €, abhängig vom Standortmodell.
- Eintrittsgebühr: 12.500 €.
- Laufende Gebühr: 5 % vom Netto-Umsatz.
- Vertragslaufzeit: 10 Jahre, einseitige Verlängerungs-Option um weitere 10 Jahre.
- Standortgröße: 70 bis 120 m², Einzugsgebiet mindestens 20.000 Einwohner.
Die Marke ist damit eine deutlich kapitalärmere Einstiegsoption als die klassischen Restaurant-Konzepte und richtet sich vor allem an Gründer:innen mit Fokus auf Lieferdienst-Modelle.
Vergleich der wichtigsten Premium-Burger-Franchises im deutschsprachigen Raum
| Marke | Standorte DACH | Gesamtinvestition | Eigenkapital empfohlen |
|---|---|---|---|
| Hans im Glück | rund 100 | 800.000 € bis 1.500.000 € | rund 30 % |
| Peter Pane | über 50 | 500.000 € bis 1.200.000 € | 25 bis 30 % |
| Burgerme | über 120 (DE) | 140.000 € bis 160.000 € | 35.000 € bis 70.000 € |
Redaktionstipp:
Die wichtigste Vorabprüfung vor jeder Vertragsunterzeichnung ist die Standortanalyse. Premium-Burger funktionieren in der Regel nur an Lagen mit ausreichender Tagesfrequenz, kaufkräftiger Zielgruppe und einer Mindestnutzfläche von etwa 180 m². Lassen Sie das vorvertragliche Informationsdokument mindestens 14 Tage vor Unterzeichnung durch eine:n auf Franchise-Recht spezialisierte:n Fachanwalt:Fachanwältin prüfen, ergänzt durch eine betriebswirtschaftliche Plausibilisierung der Umsatzprognose.
Five Guys ist eine internationale Fast-Food-Kette aus den USA, die sich auf Burger, Hot Dogs und Pommes spezialisiert hat. Besonders bekannt ist die Marke für individuell zusammenstellbare Burger.
Ende 2023 lag die Zahl der deutschen Five Guys-Standorte bei rund 35 Restaurants, mit Schwerpunkt in den Top-7-Städten und an hochfrequentierten Lagen wie Bahnhöfen, Flughäfen und Shopping-Centern. Weitere Eröffnungen sind angekündigt.
Bei Five Guys werden Burger und Pommes täglich frisch zubereitet. Kunden können ihre Burger frei mit zahlreichen Toppings personalisieren, ohne Aufpreis für zusätzliche Zutaten.











