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Wie eröffne ich 2026 ein Restaurant? Voraussetzungen, Kosten, Genehmigungen

8 Min. Lesezeit
comptoir de bar cosy sous fenêtre arquée

Wer leidenschaftlich gern kocht, träumt oft davon, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Die Vorstellung, sein eigener Chef zu sein, klingt verlockend. Doch Leidenschaft allein reicht nicht aus, um langfristig Erfolg zu haben. Wer 2026 ein Restaurant eröffnen will, braucht vor allem eines: einen konkreten Plan. Dazu gehören nicht nur ein überzeugendes Konzept und solide Finanzen, sondern auch das Wissen um behördliche und gesetzliche Voraussetzungen. Denn ohne die richtige Vorbereitung wird der Traum von der kulinarischen Selbstständigkeit schnell kostspieliger als erwartet.

Kann jeder ein Restaurant eröffnen?

Ja, prinzipiell kann jede volljährige Person ein Restaurant eröffnen. Das dauert in der Regel jedoch bis zu zehn Monate, da zuerst einige bürokratische Hürden anstehen. Was braucht man also um ein Restaurant zu eröffnen?

  • Einen professionellen Businessplan für die spätere Finanzierung
  • Anmeldung als Gewerbetreibender
  • Einholung der Gaststättenerlaubnis
  • Abschließen von Versicherungen
  • Hygieneschulungen
  • Startkapital, um die ersten sechs Monate zu überbrücken

Vom Konzept, bis hin zum Mobiliar – wer ein Restaurant eröffnen möchte, hat einige organisatorischen Punkte abzuhaken. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, haben wir Ihnen die wichtigsten Punkte als Checkliste zusammengetragen.

Schritte, um ein Restaurant zu eröffnen

Schritt 1 – Konzept wählen

Um ein Restaurant zu eröffnen und langfristig erfolgreich zu führen, ist eines besonders wichtig: Das Konzept. Das Thema sollte nicht nur zu Ihnen passen, sondern zugleich die gewünschte Zielgruppe ansprechen. Stehen Sie noch vor der Eröffnung des eigenen Restaurants, müssen Sie Ihre potenziellen Gäste zuerst abholen, bevor Sie kulinarische Überzeugungsarbeit leisten.

Jedes Konzept findet seine Abnehmer: Ein kleines, intimes Restaurant, in dem italienische Spezialitäten zu gehobenen Preisen serviert werden, oder doch eher die traditionellen griechischen Gerichte, die Gäste an die weißen Strände von Mykonos führen? Selbst Dunkelrestaurants oder frittierte Skurrilitäten finden ihre Abnehmer, jedoch andere als die der klassischen Familienrestaurants.

Businessplan für ein Restaurant erstellen

Um einen Businessplan für ein Restaurant zu erstellen, gilt es Ihre unternehmerischen Vorhaben, Ziele und Maßnahmen darzulegen. Es geht um die konkrete Geschäftsidee, Zahlen und Fakten, um die Wirtschaftlichkeit und ökonomischen Aspekte realistisch zu ermitteln. Der Geschäftsplan dient als Grundlage für eine spätere Finanzierung durch Kredite oder ähnliche Förderungen.

Ein Businessplan lässt sich in vier wesentliche Abschnitte untergliedern: Die Zusammenfassung der wichtigsten Daten, einen Textteil, den Finanzplan und ergänzende Anhänge:

  1. Die Zusammenfassung (Executive Summary): In der Zusammenfassung werden bereits im Vorfeld alle wichtigen Fragen beantwortet und so ein schneller Überblick über Vorhaben, Daten und Zahlen geliefert.
  2. Geschäftsidee, Vertrieb & Marketing: Im zweiten Teil geht es um die eigentliche Geschäftsidee und wie sich dein künftiges Restaurant von Wettbewerbern abgrenzt. Hier wird die Zielgruppe definiert, Vertriebswege sowie Marketingmaßnahmen und Leistungen beschrieben. In diesen Teil zählt auch die Standortanalyse.
  3. Der Finanzplan: Der Finanzteil liefert konkrete Zahlen. Hier beginnt für viele das eigentliche Herzstück des Businessplans. Schließlich geht es um die Wirtschaftlichkeit des geplanten Unternehmens und somit um geplante Umsätze, Ausgaben, Kosten, Ertragsquellen, Steuern und letztendlich auch um die Liquidität.
  4. Anhänge: Abgeschlossen wird der Businessplan für ein Restaurant durch den ergänzenden Anhang. Der kann den eigenen Lebenslauf oder auch ergänzende Informationen beinhalten.

Schritt 3 – Standort / Lokalität finden

Um ein Restaurant erfolgreich zu eröffnen und zu etablieren, ist der passende Standort entscheidend. Nicht jede Immobilie eignet sich als Grundlage für die Gastronomie. Voraussetzungen an die Lokalitäten sind im Gaststättengesetz fest verankert. Das definiert die behördlichen Grundlagen, um vor Ort Getränke und Speisen verkaufen zu dürfen. Zudem wird geregelt, welche Genehmigungen für Ihren Betrieb notwendig sind.

Ist eine Außengastronomie geplant, spielt zusätzlich das Thema Lärmschutz eine Rolle. Um Sauberkeit zu gewährleisten, müssen wiederum bestimmte bauliche Faktoren, wie die Trennung von Küche und Lager, berücksichtigt werden. Aber auch Barrierefreiheit und sanitäre Anlagen sollten im Vorfeld bedacht werden, um ein Restaurant in Deutschland eröffnen zu können.

Für einen erfolgreichen Betrieb gilt: Der Kunde ist König. Dementsprechend trägt die Lage des Lokals entscheidend zum Erfolg bei. Innenstadtlage oder Industrieviertel – Laufkundschaft ist ein wichtiger Faktor und variiert je nach Lage stark. Ebenso wie die passende Infrastruktur und Parkplätze.

Schritt 4 – Behörden und Vorschriften

Die Eröffnung eines eigenen Restaurants ist in Deutschland mit behördlichen und gesetzlichen Vorschriften verknüpft. Bevor Sie Ihre ersten Gäste begrüßen dürfen, steht die Anmeldung beim Gewerbeamt an. Sollen alkoholische Getränke angeboten werden, ist eine zusätzliche Gaststättenerlaubnis notwendig.

Für die passenden Sauberkeit und Hygiene ist das Gesundheitsamt zuständig. Dieses prüft die Einhaltung der Lebensmittelhygiene und verlangt ein nachvollziehbares HACCP-Konzept (Hazard Analysis Critical Control Points). Dieses dient der Lebensmittelsicherheit und dem Schutz von Gästen durch Hygienemanagement. Zusätzlich muss ein Restaurant immer bei der Industrie- und Handelskammer angemeldet werden. Dies erfolgt meistens jedoch bereits durch das Gewerbeamt.

Wichtig für die Eröffnung ist außerdem ein Blick auf die baulichen und sicherheitsrelevanten Anforderungen. Zu diesen zählen Brandschutzmaßnahmen und klar gekennzeichnete Fluchtwege. Die Sicherheitsthemen sind grundlegende Voraussetzungen für den Betrieb und die Genehmigung des Restaurants.

Schritt 5 – Einrichtung kaufen

Zu der Ausstattung eines Restaurants zählt natürlich die Einrichtung des Herzstücks: Der Küche. Diese umfasst eine professionelle Grundausstattung, zu der ein leistungsfähiger Herd, Kühl- und Gefriergeräte, ausreichend Lagerkapazitäten sowie saubere Regalsysteme zählen.

Bei der Einrichtung für Gastraum und Außenbereich sollte sich das Konzept des Restaurants wiederfinden. Möbel, Beleuchtung und Dekoration lassen sich auf die verschiedensten Themen abstimmen. Tische, Stühle und Thekenlösung sollte also immer funktional und trotzdem atmosphärisch sein. Schließlich ist der Aufenthalt im Restaurant für die meisten Gäste eine genussvolle Auszeit vom Alltag.

Ebenso wichtig wie das eigentliche Mobiliar ist das Bereitstellen von Sicherheits- und Hygienematerialien. So zählen Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Ausstattung zu den vorgeschriebenen Gegenständen, die in jedem Lokal vorhanden sein müssen. Geeignete Reinigungsmittel sowie -systeme erfüllen nicht nur gesetzliche Anforderungen, sondern gewährleisten einen reibungslosen und sicheren Betriebsablauf.’

Schritt 6: Personal einstellen

Die Gastronomie gilt nicht grundlos als herausfordernde Branche. Umso entscheidender ist der Aufbau eines verlässlichen Teams. Das passende Personal trägt zum Erfolg bei der Eröffnung Ihres Restaurants bei und umfasst in der Regel Köche, Servicekräfte, Barkeeper sowie Reinigungspersonal. Für eine langfristig positive Zusammenarbeit, werden klare Arbeitsverträge bereits vor der Einstellung definiert. In diesen werden die Aufgabenbereiche, Arbeitszeiten und die jeweilige Vergütung fest geregelt.

Schritt 7: Marketing starten

Das beste Gericht überzeugt nicht, wenn man es nicht probiert. Ähnliches gilt auch für die Eröffnung eines neuen Restaurants. Um für potenzielle Gäste sichtbar zu werden, zählt neben den betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten auch ein Händchen für Vermarktung. Mithilfe eines strukturierten Marketingplans wird ein Restaurant nicht nur eröffnet, sondern wahrgenommen.

Damit dies auch so bleibt ist der Aufbau von eigenen Social-Media-Kanälen wie Instagram, TikTok oder Facebook unverzichtbar. Je nach Zielgruppe werden unterschiedliche Kanäle bespielt und den Nutzern aktiv Einblicke in das Konzept, die Küche und das Team gegeben. Dadurch steigern Sie nicht nur Ihre Bekanntheit, sondern bauen bereits zu Beginn eine Bindung zu Ihren Gästen auf.

Besonders sinnvoll ist auch das Erstellen eines eigenen Google-Unternehmenskontos. Durch dieses werden Sie in der regionalen Suche von potenziellen Gästen gefunden und können mit positiven Bewertungen überzeugen. Zudem bietet ein Businessprofil die Möglichkeit aktuelle Öffnungszeiten, die Speisekarte, Preise und professionelle Fotos von Ihrem Restaurant zu platzieren. Zusätzliche Kontaktinformationen, wie Telefonnummer, Website und Adresse bieten einen möglichst einfachen Zugang für eine Reservierung.

Mindestens ebenso wichtig ist eine professionelle Website. Je einfacher die Reservierung, desto besser. Ob neben der Vorstellung von Restaurant und Team nur die aktuelle Speisekarte eingepflegt, oder ein modernes Online-Reservierungssystem integriert ist, liegt an der Zielgruppe und natürlich auch an finanziellen Aspekten.

Auch heute noch sind Flyer oder lokale Werbung nicht aus der Gastro-Szene wegzudenken und können insbesondere zum Start sinnvoll sein.

Schritt 8: Restaurant eröffnen

Wenn Sie vor der offiziellen Eröffnung einen ersten Probelauf starten möchten, bietet sich ein Soft-Opening an. Auch bei diesem werden Gäste geladen und der Betrieb Ihres neuen Restaurants komplett durchgespielt. Durch ein erstes inoffizielles Opening lassen sich die Abläufe in Service, Küche und Technik auf den Prüfstand stellen, ohne dass es die eigentliche Eröffnung betrifft.

Der große Vorteil ist, dass Sie erstes Kundenfeedback direkt umsetzen und kleine Fehler vor der offiziellen Eröffnung behoben werden können. Neben dem persönlichen Feedback, dienen auch Online-Portale wie Google Maps oder Tripadvisor als digitales Aushängeschild. Gute Bewertungen ziehen weitere Gäste an. Laden Sie Ihre Kunden auch zu Beginn ein, ihre Erfahrungen online zu teile

Ist es auch möglich ein Restaurant als Franchise-Unternehmen zu eröffnen?

Ja, es ist möglich ein Restaurant als Franchise-Unternehmen zu eröffnen. Anstelle eines eigenen Konzepts, wird dabei das Recht erworben, ein Restaurant unter einem bereits bestehenden Markennamen und Thema zu eröffnen. Dabei sind die Einstiegshürden häufig niedriger, da Strukturen bereits vertraglich festgehalten sind.

Wenn Sie sich für ein Franchise-Konzept entscheiden, profitieren Sie außerdem von geregelten Abläufen, Marketingstrategien, bestehenden Lieferketten und Schulungen, die bereits etabliert sind. Zusätzlich sind die Investitionskosten wesentlich klarer definiert.

Bekannte Beispiele für Gastronomie-Franchises in Deutschland sind:

  • McDonald’s
  • Nordsee
  • Vapiano
  • Block House
  • Peter Pane

Mit Franchise profitieren Sie von etablierten Konzepten und bekannten Namen. Führen Sie ein Restaurant unter einer bekannten Marke, ist diese Kunden oftmals bereits geläufig – ohne, dass Sie zuvor in Werbung investieren mussten. Dafür müssen Sie jedoch die konkreten Vorgaben des Franchisegebers einhalten.

Wie viel kostet es im Jahr 2026 ein Restaurant zu eröffnen?

Wer in 2026 ein Restaurant in Deutschland eröffnen möchte, muss mit einer hohen fünf- bis sechsstelligen Investition rechnen. Branchenexperten gehen je nach Konzept von einer Summe von 50.000 bis 350.000 Euro aus. Auch der Standort und die Größe des Betriebs haben einen großen Einfluss auf die finale Investitionssumme.

Laut einem Steuerportal liegen die Gesamtkosten bei kleinen Restaurants oder Cafés zwischen 70.000 bis 150.000 Euro, bei mittelgroßen Restaurants zwischen 150.000 bis 300.000 Euro und bei großen Restaurants sowie Hotelküchen ab 300.000 bis siebenstellige Summen – je nach Qualität und den notwendigen baulichen Änderungen.

Kostenaufstellung Restaurant eröffnen

Kostenart Typische Größenordnung
Miete/Kaution 10.000 – 30.000 €+
Umbau/ Renovierung 20.000 – 80.000 €+
Küchenausstattung 50.000 – 100.000 €+
Einrichtung/Mobiliar 10.000 – 100.000 €+
Erstausstattung Waren 2.000 – 10.000 €
Genehmigungen/Lizenzen 500 – 5.000 €+
Digitalisierung & Kassensysteme 2.000 – 10.000 €
Marketing & Website 5.000 – 20.000€
Betriebskapital/Puffer Mind. 10% der Gesamtsumme

Die tatsächlichen Werte hängen immer von dem konkreten Standort, der Immobilie und dem Konzept ab.

Vergleich: Klassisches Restaurant vs. Franchise-Betrieb

Kostenart Klassisches Restaurant Franchise-Restaurant
Startkapital hoch, eigene Konzept- und Standortkosten ähnlich hoch, aber teils planbare Kosten
Einrichtung & Küchenausstattung volle Verantwortung Ausstattung oft nach Franchise-Vorgaben mit Unterstützung
Genehmigungen & Aufbau eigene Planung erforderlich Unterstützung durch Franchisegeber
Franchise-Gebühr 10.000 – 50.000 € einmalig (je Marke)
Laufende Gebühren Lizenz/Marketing für Franchise (4 – 10 % des Umsatzes)
Marketing eigenständig geplant & bezahlt zentralisiertes Marketing + lokale Maßnahmen
Risiko komplett beim Gründer Risiko teils geteilt, Konzept bereits erprobt

Gibt es Förderprogramm, die beim Selbstständig machen unterstützen?

Ja, auch als Gründer in der Gastronomie stehen Ihnen staatliche Förderprogramme, Kredite und Zuschüsse zur Verfügung. Viele Förderprogramme müssen jedoch bereits vor der Gründung, bzw. vor der Gewerbeanmeldung beantragt werden und erfordern einen professionellen Businessplan.

Hierzu zählen:

  • KfW Bankengruppe: ERP-Gründerkredit „StartGeld“: Zinsgünstiges Förderdarlehen, das über Hausbanken beantragt wird.  
  • Bundesförderprogramme & Landesförderung: Bund und Länder bieten Finanzierungen und Investitionsprogramme für Existenzgründungen an. 
  • Zuschüsse über Agentur für Arbeit / Jobcenter: Wer Arbeitslosengeld bezieht hat die Möglichkeit einen Gründungszuschuss, Einstiegsgeld oder Investitionszuschüsse zu beantragen und Startkosten zu erleichtern.  
  • Mikrokreditfonds Deutschland: Kleinere Finanzierungen (bis zu rund 10.000 Euro) ohne große Sicherheiten für kleine Beträge.  
  • Beratungs- und Coaching-Förderungen: Zuschüsse für Gründungsberatung, Coachings oder digitale Maßnahmen werden z. B. über BAFA, IHKs oder EU-Förderprogramme ang

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