Du willst 2026 deinen eigenen Dönerladen in Deutschland eröffnen und fragst dich, wo du anfangen sollst? Der Döner gilt längst als kulinarisches Wahrzeichen, jährlich werden rund 2,4 Milliarden Euro Umsatz erzielt. In acht Schritten zeigt dir dieser Guide, welche Voraussetzungen, Kosten und Genehmigungen du brauchst, um das beliebte Kultgericht in Deutschland verkaufen zu dürfen.
Kann jeder einen Dönerladen eröffnen?
Grundsätzlich kann in Deutschland jede volljährige Person einen Dönerladen eröffnen. Eine besondere Berufsausbildung oder ein Meisterbrief ist nicht vorgeschrieben, da die Gastronomie kein zulassungspflichtiges Handwerk ist. Trotzdem solltest du einige persönliche und fachliche Voraussetzungen mitbringen.
Auf der persönlichen Seite verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis, einen Auszug aus dem Gewerbezentralregister und eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. Auf der fachlichen Seite musst du eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz beim Gesundheitsamt absolvieren und an einer Unterrichtung der IHK gemäß Gaststättengesetz teilnehmen, sobald du alkoholische Getränke ausschenken willst.
Wichtig sind außerdem unternehmerische Eigenschaften: Hygienebewusstsein, Stressresistenz und ein Gespür für gleichbleibende Qualität. Wer einen erfolgreichen Dönerladen führen will, sollte sich für lange Öffnungszeiten und körperliche Arbeit bereit zeigen, denn die Branche lebt von Disziplin und Schnelligkeit am Spieß.
8 Schritte zur Eröffnung eines Dönerladens
Vom ersten Konzeptentwurf bis zur offiziellen Eröffnung dauert es im Durchschnitt sechs bis zwölf Monate. Diese acht Etappen führen dich strukturiert durch den Prozess und helfen dir, typische Anfängerfehler zu vermeiden.
Schritt 1 – Konzept und Zielgruppe definieren
Bevor du auch nur einen Euro investierst, musst du dein Konzept klar formulieren. Möchtest du klassische Döner Imbisse mit Stehtischen betreiben, ein hochwertiges Sit-Down-Restaurant aufbauen oder lieber ein modernes Streetfood-Konzept mit veganen Varianten und Bowls anbieten? Diese Grundsatzentscheidung beeinflusst Standort, Preisstruktur und Investitionsvolumen.
Definiere danach deine Zielgruppe: Schüler:innen und Studierende mit kleinem Budget, Berufspendler:innen am Bahnhof oder Familien in der Vorstadt. Recherchiere die Konkurrenz in einem Umkreis von 500 Metern und überlege, wie du dich von der Konkurrenz abheben willst, etwa durch regionales Fleisch, Bio-Gemüse oder ein klares Branding.
Ein gutes Konzept beantwortet drei Fragen:
- Was verkaufst du?
- Wem verkaufst du es?
- Warum sollen die Kunden zu dir kommen statt zur Konkurrenz um die Ecke?
Schritt 2 – Businessplan erstellen
Der Businessplan ist dein Kompass und gleichzeitig die wichtigste Unterlage für jede Bank. Er besteht aus einem inhaltlichen und einem finanziellen Teil. Im inhaltlichen Teil beschreibst du Geschäftsidee, Markt, Wettbewerb, Marketingstrategie und Rechtsform. Plane mindestens 20 bis 30 Seiten ein.
Der finanzielle Teil entscheidet, ob du eine Finanzierung bekommst. Die Erstellung eines detaillierten Finanzplans umfasst Umsatzprognose, Investitionsplan, Liquiditätsvorschau über drei Jahre sowie Rentabilitätsrechnung. Realistische Zahlen sind hier wichtiger als optimistische, denn Banken erkennen Schönrechnerei sofort.
Schritt 3 – Standort finden
Der Standort entscheidet zu großen Teilen über deinen Erfolg. Ideale Lagen sind Fußgängerzonen, Bahnhofsnähe, Universitätsviertel und Ausgehmeilen mit viel Laufkundschaft, die abends und nachts auf der Suche nach einem schnellen Snack ist.
Achte bei der Besichtigung auf die Quadratmeterzahl (typischerweise 40 bis 80 m² für einen Imbiss), auf die vorhandene Lüftungstechnik und auf den Zustand der Sanitäranlagen. Eine bereits zugelassene Gastronomiefläche spart später Tausende Euro für Umbauten und Brandschutzanpassungen.
Lass dir vom Vermieter unbedingt schriftlich bestätigen, dass die Räumlichkeiten als Gastronomie genutzt werden dürfen. Verhandle bei der Miete eine staffelweise Erhöhung statt einer reinen Indexbindung und kläre Nebenkosten wie Müllentsorgung und gewerbliche Wasseranschlüsse.
Schritt 4 – Behörden und Genehmigungen
Dieser Schritt ist der bürokratisch anspruchsvollste, lässt sich aber mit einer klaren Reihenfolge gut bewältigen. Plane für die Genehmigungen vier bis acht Wochen ein.
Zuerst meldest du dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an, das du im Rathaus deiner Stadt findest. Die Gewerbeanmeldung kostet je nach Kommune zwischen 20 und 65 Euro. Vom Gewerbeamt aus werden Finanzamt, IHK und Berufsgenossenschaft automatisch informiert.
Anschließend benötigst du eine Gaststättenerlaubnis, sobald du alkoholische Getränke ausschenkst. Für reinen Verkauf von alkoholfreien Getränken und Speisen reicht der Gewerbeschein. Die Gaststättenerlaubnis erteilt das Ordnungsamt nach Vorlage von Führungszeugnis, IHK-Unterrichtung und Räumlichkeitsplan.
Diese weiteren Schritte solltest du parallel angehen:
- Steuerliche Erfassung: Fragebogen über ELSTER beim Finanzamt einreichen, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen.
- IHK-Unterrichtung nach § 4 GastG: Pflichtschulung der Industrie und Handelskammern, Dauer 6 bis 8 Stunden, Kosten 80 bis 150 Euro.
- Infektionsschutzbelehrung: Beim Gesundheitsamt, nicht älter als 3 Monate beim Gewerbeantrag, kostet etwa 25 Euro.
- Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN): gesetzliche Unfallversicherung für dich und dein Personal.
- HACCP-Konzept: dokumentiertes Hygienekonzept gemäß EU-Verordnung 852/2004.
- Bauamt und Brandschutz: Nutzungsänderung beantragen, falls die Räumlichkeit bisher nicht gastronomisch genutzt wurde.
Gut zu wissen
Ohne IHK-Unterrichtung darfst du keine Gaststätte mit Alkoholausschank betreiben. Plane diese Schulung also frühzeitig ein, denn Termine sind oft vier bis sechs Wochen im Voraus ausgebucht.
Schritt 5 – Dönerladen einrichten: Geräte und Ausstattung beschaffen
Was braucht man, um einen Dönerladen zu eröffnen? Vor allem die richtige Technik. Das Herzstück ist der vertikale Dönergrill, der je nach Größe und Brennstoffart (Gas oder Strom) zwischen 1.500 und 4.500 Euro kostet. Plane mindestens zwei Spieße ein, damit du Hähnchen und Kalbfleisch parallel anbieten kannst.
Dazu kommen Gemüsekühlung, Tiefkühlschrank, Edelstahlarbeitsflächen, Salatzubereitungstheke, Fritteuse und ein Kassensystem mit TSE-konformer Belegausgabe. Für die Einrichtung des Gastraums solltest du mit zusätzlichen 5.000 bis 20.000 Euro für Theke, Beleuchtung, Sitzmöbel und Branding rechnen.
Viele Gründer:innen entscheiden sich für Leasing statt Kauf, um die Anfangsinvestition zu reduzieren. Bei der KfW gibt es zudem Förderkredite, die speziell auf Gastronomie-Existenzgründungen zugeschnitten sind.
Schritt 6 – Betrieb organisieren und Personal einstellen
Bevor du eröffnest, brauchst du Lieferanten für Fleisch, Brot, Gemüse, Saucen und Getränke. Verhandle mit zwei bis drei Anbietern pro Kategorie, damit du nicht in eine Abhängigkeit gerätst. Achte besonders auf Lieferzuverlässigkeit und gleichbleibende Qualität, denn Kundschaft akzeptiert keine geschmacklichen Schwankungen.
Für einen kleinen Laden mit 40 m² genügen häufig zwei bis drei Mitarbeitende in Vollzeit plus studentische Aushilfen für Stoßzeiten. Achte beim Einstellen auf gültige Gesundheitszeugnisse, Sprachkenntnisse und Belastbarkeit. Der Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde.
Eine gute Mitarbeiterführung ist entscheidend, um die Motivation zu fördern und die Fluktuation niedrig zu halten. Faire Schichtpläne, klare Aufgabenverteilung und ein angemessener Stundenlohn zahlen sich langfristig aus.
Schritt 7 – Marketing starten
Um schon zur Eröffnung Kunden zu gewinnen, beginnst du mit dem Marketing rund vier Wochen vor dem Start. Ein professionelles Logo, eine einfache Webseite mit Speisekarte und Öffnungszeiten sowie aktive Profile auf Social Media sind heute Pflichtprogramm.
Instagram und TikTok eignen sich besonders gut, da kulinarische Inhalte dort hohe Reichweiten erzielen. Poste regelmäßig kurze Videos vom Spieß, Behind-the-Scenes-Aufnahmen und Sondernangebote. Lokale Influencer:innen kannst du für Eröffnungsbeiträge gewinnen, oft bereits gegen Gratis-Mahlzeiten.
Ergänze digitale Kommunikation mit klassischer Werbung: Flyer in der Nachbarschaft, eine Eintragung bei Google Business Profile, Präsenz auf Lieferplattformen wie Lieferando, Wolt oder Uber Eats. Letztere kassieren zwar 20 bis 30 Prozent Provision, generieren aber ab Tag eins Umsatz.
Schritt 8 – Dönerladen eröffnen
Plane für die Eröffnung ein Soft Opening von zwei bis drei Tagen, bei dem du Familie, Freunde und ausgewählte Lokalmedien einlädst. So kannst du Abläufe testen, die Personalkoordination einspielen und letzte Fehler beheben, bevor die offizielle Eröffnung folgt.
Am Eröffnungstag selbst lohnen sich Aktionen wie ein Eröffnungsrabatt, ein kostenloses Getränk zum Döner oder eine Verlosung. Lade die lokale Presse ein und nutze Social Media intensiv. Ein erfolgreicher Start prägt deine Reputation für die nächsten Monate.
Ist es auch möglich, einen Dönerladen als Franchise zu eröffnen?
Ja, das Franchise-Modell hat sich in der deutschen Döner-Branche durchgesetzt. Es bietet dir ein erprobtes Konzept, einen wiedererkennbaren Markennamen und Unterstützung beim Einkauf, dem Marketing und der Mitarbeiterschulung. Um ein Franchise-Unternehmen zu gründen, zahlst du im Gegenzug eine Eintrittsgebühr und laufende Lizenzgebühren.
Bekannte Döner-Franchise-Systeme in Deutschland sind:
Bevor du einen Franchise-Vertrag unterzeichnest, lass dir das vorvertragliche Informationsdokument aushändigen und prüfe es mindestens 14 Tage vor der Unterschrift mit einem auf Franchise-Recht spezialisierten Anwalt. So vermeidest du böse Überraschungen bei Gebietsklauseln oder Beendigungsregelungen.
Wie viel kostet es, 2026 einen Dönerladen zu eröffnen?
Die Frage nach den Kosten, um einen Dönerladen zu eröffnen, beschäftigt jede:n angehende:n Gründer:in. Insgesamt solltest du für die Eröffnung eines klassischen, kleinen Dönerladens mit einer Gesamtinvestition zwischen 40.000 und 100.000 Euro rechnen. Hochwertige Konzepte mit Sit-Down-Bereich und großem Gastraum können 150.000 Euro oder mehr verschlingen.
Gut zu wissen:
Banken erwarten in der Regel ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent der Gesamtsumme. Förderkredite über die KfW können die Finanzierung erleichtern, insbesondere der ERP-Gründerkredit für Existenzgründungen unter fünf Jahren Bestehen.
Kostenpostenaufstellung Dönerladen eröffnen
| Kostenposten | Geschätzte Kosten 2026 (EUR) |
|---|---|
| Gewerbeanmeldung | 20 bis 65 |
| Gaststättenerlaubnis (Konzession) | 200 bis 1.000 |
| IHK-Unterrichtung nach § 4 GastG | 80 bis 150 |
| Infektionsschutzbelehrung | 25 |
| Notar, Handelsregister (bei UG/GmbH) | 300 bis 800 |
| Mietkaution (2 bis 3 Monatsmieten) | 3.000 bis 9.000 |
| Umbau und Renovierung | 10.000 bis 40.000 |
| Küchengeräte (Dönergrill, Kühlung, Fritteuse) | 8.000 bis 25.000 |
| Einrichtung Gastraum (Theke, Möbel, Beleuchtung) | 5.000 bis 20.000 |
| Kassensystem TSE-konform | 800 bis 2.500 |
| Warenerstausstattung (Fleisch, Gemüse, Getränke) | 2.000 bis 5.000 |
| Marketing zur Eröffnung | 1.000 bis 5.000 |
| Betriebskapital für 3 Monate (Strom Gas, Miete, Personal) | 10.000 bis 30.000 |
| Gesamtinvestition | 40.000 bis 100.000 |
Zu diesen einmaligen Investitionen kommen laufende Kosten zwischen 5.000 und 15.000 Euro monatlich, je nach Standort und Personalstärke. Die größten Posten sind Miete, Personal sowie der Wareneinsatz, der typischerweise 30 bis 35 Prozent des Umsatzes ausmacht.
Kostenvergleich eigenständiger Dönerladen oder Franchise
Die Wahl zwischen eigenständigem Laden und Franchise ist eine strategische. Während du beim eigenen Konzept volle Freiheit genießt, bietet ein Franchise-System ein erprobtes Modell mit deutlich geringerem Risiko, dafür mit höheren laufenden Kosten.
| Kostenposten | Eigener Dönerladen | Franchise-Dönerladen |
|---|---|---|
| Eintrittsgebühr | 0€ | 2.700 € bis 50.000 € |
| Mindest-Eigenkapital | 10.000 € bis 30.000 € | 5.000 € bis 50.000 € |
| Gesamtinvestition | 40.000 € bis 100.000 € | 50.000 € bis 250.000 € |
| Laufende Lizenzgebühren | keine | 2,5 % bis 7 % vom Umsatz oder Festbetrag (z. B. 2.500 €/Monat) |
| Marketingbeitrag | frei wählbar | 1 % bis 3 % vom Umsatz |
| Schulung und Support | selbstorganisiert | im Franchise-Paket enthalten |
| Markenbekanntheit ab Tag 1 | keine | vorhanden |
| Konzeptfreiheit | vollständig | eingeschränkt durch Vertrag |
Redaktionstipp
Wenn du wenig Erfahrungen in der Gastronomie hast, lohnt sich ein Franchise-System trotz höherer Kosten meistens. Die Erfahrungen anderer Franchisenehmer:innen zeigen: Ein bewährtes Konzept mit Schulung senkt das Risiko des Scheiterns erheblich, vor allem in den ersten 18 Monaten.
Für einen klassischen kleinen Dönerladen solltest du mit einer Gesamtinvestition von 40.000 bis 100.000 Euro rechnen. Das Eigenkapital, das die Bank von dir erwartet, liegt typischerweise bei 20 bis 30 Prozent dieser Summe, also zwischen 10.000 und 30.000 Euro. Förderkredite der KfW können den Rest finanzieren.
Du brauchst eine Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt, eine Gaststättenerlaubnis bei Alkoholausschank, eine Infektionsschutzbelehrung des Gesundheitsamts, die IHK-Unterrichtung nach § 4 GastG und die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. Ein dokumentiertes HACCP-Hygienekonzept ist zudem Pflicht.
Nein, eine formelle Berufsausbildung ist nicht vorgeschrieben, denn die Gastronomie ist kein zulassungspflichtiges Handwerk. Du musst aber an einer IHK-Unterrichtung teilnehmen und eine Hygieneschulung absolvieren. Erfahrungen in der Gastronomie sind zwar nicht gesetzlich erforderlich, helfen aber enorm beim Aufbau eines stabilen Betriebs.
Ein Dönerladen erwirtschaftet im Durchschnitt einen Monatsumsatz zwischen 20.000 und 50.000 Euro, stark abhängig von Standort, Konzept und Öffnungszeiten. Die Branche generiert insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro jährlich in Deutschland. Die Nettomarge liegt nach Abzug aller Kosten typischerweise bei 8 bis 15 Prozent.
Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Ein Franchise bietet dir Markenbekanntheit, Schulungen und ein erprobtes Konzept, kostet aber Eintrittsgebühr und laufende Lizenzgebühren. Ein eigenständiger Laden bedeutet volle Konzeptfreiheit, aber höheres unternehmerisches Risiko. Erstgründer:innen profitieren häufig vom Franchise-Modell, erfahrene Gastronom:innen oft vom eigenen Konzept.











