Kann man eine dm-Filiale in 2026 eröffnen?

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lächelnde kunden verlassen dm mit einkaufstaschen
© dm/Helge Kirchberger

Der dm-Drogerie-Markt ist seit Jahrzehnten eine der beliebtesten Einkaufsadressen in Deutschland mit einer sehr hohen Kundenzufriedenheit.

Das Unternehmen zählt in Deutschland über 2.100 Filialen, beschäftigt mehr als 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielt Milliardenumsätze. Kein Wunder also, dass viele unternehmerisch denkende Menschen sich fragen: Könnte ich selbst eine dm-Filiale eröffnen und an diesem Erfolg teilhaben?

Die Idee klingt verlockend. Doch leider ist das nicht so ohne Weiteres möglich, da dm ein eigenes Filialsystem verwendet.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum das dm-Modell kein Franchise ist, wie das Unternehmen stattdessen funktioniert sowie andere Drogerie-Ketten in Deutschland strukturiert sind.

Ist dm ein Franchise-Unternehmen?

Die kurze Antwort lautet: Nein. dm ist kein Franchise-Unternehmen und bietet kein dm-Franchise an. Weder in Deutschland noch im Ausland können Sie eine dm-Filiale als selbstständiger Franchisenehmer eröffnen. Alle dm-Standorte weltweit gehören dem Unternehmen selbst und werden zentral geführt. Es handelt sich um ein klassisches Filialsystem, kein Franchisesystem.

Was bedeutet das konkret?

Im klassischen Franchise-Modell vergibt ein Franchisegeber Lizenzen an selbstständige Unternehmer, die dann unter der Marke des Franchisegebers eigenständige Standorte betreiben. Der Franchisenehmer investiert eigenes Kapital, trägt das unternehmerische Risiko und zahlt dafür laufende Gebühren an den Franchisegeber.

Bei dm läuft das vollkommen anders: Alle Filialen sind unternehmenseigene Betriebe. Das bedeutet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – einschließlich der Filialleitung – sind Angestellte der dm-Drogerie markt GmbH & Co. KG. Es gibt keine externen Eigentümer einzelner Standorte. Das gesamte Netzwerk wird zentral gesteuert: Sortiment, Preise, Ladengestaltung, Lieferketten und Marketingmaßnahmen liegen vollständig in der Hand des Unternehmens.

Warum setzt dm auf eigene Filialen statt auf Franchise?

Diese Entscheidung ist kein Zufall, sondern ganz bewusst Teil der Unternehmensphilosophie. Gründer Götz Werner, der dm 1973 in Karlsruhe aus der Taufe hob, legte von Beginn an großen Wert auf eine einheitliche Unternehmenskultur, flache Hierarchien und hohe Mitarbeiterzufriedenheit. Eigenverantwortliches Handeln der Mitarbeitenden sollte intern gefördert werden – nicht über externe Lizenzpartner.

Also: Indem dm auf externe Franchisenehmer verzichtet, behält das Unternehmen die vollständige Kontrolle über Qualitätsstandards, Kundenerlebnis und Markenauftritt. Jede Filiale soll sich für den Kunden gleich anfühlen – egal ob in München, Hamburg oder Wien. Das lässt sich mit einem Franchise-System deutlich schwerer garantieren als mit einem zentralisierten Filialnetz.

Andere Drogerieketten in Deutschland: Müller und Rossmann

Wer sich jetzt fragt, ob vielleicht andere große Drogerieketten in Deutschland ein Franchise-Modell anbieten, wird auch hier enttäuscht: Weder Müller noch Rossmann arbeiten mit externen Franchisenehmern.

Müller Ltd. & Co. KG wurde 1953 von Erwin Müller in Ulm gegründet und ist bis heute vollständig in Familienbesitz. Mit rund 900 Filialen in Deutschland und weiteren Standorten in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Spanien und Italien gehört Müller zu den größten Drogeriehandelsketten Europas – und betreibt alle Standorte ausschließlich in eigener Regie. Das Sortiment ist deutlich breiter als das von dm und umfasst neben Drogerieartikeln auch Spielzeug, Bücher, Musik und Schreibwaren. Externe Partnermodelle oder Lizenzkonzepte gibt es nicht.

Rossmann ist mit über 2.200 Filialen allein in Deutschland die zweitgrößte Drogeriekette neben dm im Land und ebenfalls kein Franchise-Unternehmen. Das Unternehmen wurde 1972 von Dirk Rossmann in Hannover gegründet und wird bis heute mehrheitlich von der Familie Rossmann sowie zu 40 % von der südkoreanischen AS Watson Group gehalten. Alle deutschen Standorte sind direkte Filialen – ohne Lizenznehmer, ohne Franchise-Partner. Auch im Ausland, wo Rossmann in Polen, Ungarn, Tschechien, der Türkei und weiteren Ländern aktiv ist, setzt das Unternehmen auf eigene Niederlassungen.

Das Muster dahinter:

Alle drei großen deutschen Drogerieketten, dm, Rossmann und Müller, haben sich bewusst gegen das Franchise-Modell entschieden. Der Grund ist jeweils ähnlich: Drogeriemärkte leben von straff kontrollierten Einkaufskonditionen, zentraler Logistik und einheitlichem Markenauftritt. Das lässt sich in einem Filialsystem effizienter umsetzen als über ein dezentrales Netzwerk aus selbstständigen Franchisenehmern. 

Alles in Allem bieten also weder dm, noch Rossmann oder Müller einen Weg, als selbstständiger Partner an diesen Businessmodellen teilzuhaben, um ein Franchise-Unternehmen zu eröffnen

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