Die Premium-Burgerkette Hans im Glück hat mit der Eröffnung am Mannheimer Paradeplatz ihre 100. Filiale erreicht und gilt damit als etablierter Akteur der Systemgastronomie. Für Franchise-Interessierte ist der Schritt ein Signal: Nach mehreren Krisenjahren stabilisiert sich das Franchise-Netzwerk und öffnet sich erstmals neuen Standorttypen abseits der teuren Innenstadtlagen.
Die 100. Filiale markiert für Geschäftsführer Johannes Bühler einen „Meilenstein”. Seit 2014 führt er das Unternehmen, das sich mit Premium-Burgern und Barkonzept zwischen Fast-Food-Ketten und gehobener Gastronomie positioniert.
Der Weg dorthin verlief holprig. Pandemie, Inflation und ein Skandal um einen früheren Miteigner bremsten das Wachstum. Erst 2025 gelang die Wende, auch durch eine spürbare Neuordnung des Franchise-Netzwerks.
Hans im Glück: Wie die 100. Filiale zum Reifezeugnis wird
Branchenkenner werten die Marke inzwischen als eigenständige Kategorie. „Mit 100 Standorten ist die Premium-Burgerkette in der Liga der Systemgastronomie angekommen”, erklärt Axel Weber, Partner der Beratung Soda Group (Quelle: Interview mit Johannes Bühler. | Handelsblatt)
Die Kette besetze eine Nische zwischen Giganten wie McDonald’s und Burger King und kleinen, gründergeführten Burgerläden. Diese Alleinstellung sichert Hans im Glück Sichtbarkeit, ohne in den reinen Preiskampf der Fast-Food-Riesen zu geraten.
Die Bar- und Burgergrill-Kette erreicht mit dem Standort in Mannheim erstmals die Marke von 100 Restaurants im deutschsprachigen Raum.

Vom Rückschlag zur Trendwende: die schwierigen Jahre nach der Pandemie
Noch vor fünf Jahren hielt Bühler 160 Restaurants bis 2024 für „absolut realistisch”. Es kam anders. Die allgemeine Teuerung trieb die Preise, viele Gäste blieben aus.
Zusätzlich belastete der Skandal um Miteigner Hans-Christian Limmer, der 2024 zu einem umstrittenen Treffen der rechtspopulistischen Szene eingeladen hatte. Das Unternehmen trennte sich umgehend von ihm, doch die Affäre wirkte lange nach. „2024 war ein schwieriges Jahr”, räumt Bühler ein.
Was die Neuordnung für Franchisepartner:innen bedeutet
Den Turnaround führt die Geschäftsführung auch auf einen klaren Eingriff ins Netzwerk zurück. Schwache Betriebe wurden nicht weitergeschleppt, sondern übernommen und saniert.
Für angehende Partner:innen ist das ein doppeltes Signal. Die Zentrale greift bei schwachen Standorten durch, setzt aber zugleich auf wirtschaftlich tragfähige Betriebe. Qualität der Lage und Profitabilität rücken vor reines Wachstumstempo.
Gut zu wissen:
Die Trennung von 20 Franchisenehmern zeigt: Hans im Glück priorisiert nach den Krisenjahren die Profitabilität einzelner Standorte. Wer einsteigen will, sollte vor allem Lage und Wirtschaftlichkeit prüfen.
Liefergeschäft und Autobahn: die nächsten Wachstumsfelder
Künftig will Hans im Glück auf zwei Hebel setzen. Das Liefergeschäft soll wachsen, um Umsätze unabhängig vom Gastraum zu steigern.
Parallel testet die Kette erstmals Standorte, die nicht prominent in der Innenstadt liegen, sondern gut mit dem Auto erreichbar sind. Für Franchise-Interessierte entstehen damit neue Standortprofile abseits teurer Citylagen. Ob die Marke an ihr früheres Expansionstempo anknüpft, dürfte sich an den nächsten Eröffnungen ablesen lassen.











