Der Sportartikelriese Decathlon schenkt jeder und jedem berechtigten Beschäftigten weltweit Gratisaktien im Wert von durchschnittlich 2.000 Euro. Das neue Programm Decathlon Seed knüpft an klare Bedingungen: mindestens drei Monate Betriebszugehörigkeit und Verbleib im Unternehmen bis 2029. Auch die deutschen Decathlon-Teams sind eingeschlossen.
Am 17. Juni 2026 kündigte Decathlon die Ausgabe von Gratisaktien an alle berechtigten Beschäftigten an. Der Konzern feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen und legt zugleich starke Zahlen vor.
2025 erreichte das Geschäftsvolumen (GMV) 20,7 Milliarden Euro, ein Plus von +7,1 %. Der Nettoumsatz lag bei 16,8 Milliarden Euro, das Nettoergebnis stieg um +16 % auf 910 Millionen Euro. Weltweit zählt die Gruppe 102.913 Beschäftigte und 1.902 Geschäfte in 82 Ländern. (Quelle: Decathlon)
Decathlon Seed: diese Bedingungen müssen Beschäftigte erfüllen
Das Programm Decathlon Seed macht keine Unterschiede nach Position oder langer Betriebszugehörigkeit. Ob im Verkauf, in der Produktion oder in der Logistik: Alle direkt Beschäftigten kommen grundsätzlich infrage. Zwei Bedingungen sind dabei zentral:
- Mindestens drei Monate Betriebszugehörigkeit zum Stichtag.
- Verbleib bis zum 16. Juni 2029, ohne Unterbrechung des Arbeitsvertrags.
Wer das Unternehmen vorher verlässt, verliert den Anspruch. Damit bindet Decathlon den Vorteil an eine dreijährige Treuephase.
2.000 Euro in Aktien, deren Wert über drei Jahre schwankt
Jede und jeder Berechtigte erhält Gratisaktien im Gegenwert von durchschnittlich 2.000 Euro. In Ländern, in denen die direkte Ausgabe von Aktien an rechtliche oder steuerliche Grenzen stößt, zahlt der Konzern stattdessen einen gleichwertigen finanziellen Vorteil.
Der Wert der Zuteilung steht nicht fest. Er entwickelt sich über eine dreijährige Erwerbsperiode je nach kollektiver Leistung des Unternehmens.
Durchschnittlicher Wert der Gratisaktien je berechtigte:r Beschäftigte:r weltweit, ausgezahlt über das Programm Decathlon Seed.

„Indem wir unseren Teamkolleg:innen die Möglichkeit geben, stärker an der künftigen Wertschöpfung des Unternehmens teilzuhaben, bauen wir gemeinsam ein nachhaltiges Projekt auf, das auf Vertrauen, Engagement und kollektivem Erfolg beruht”, erklärt Julien Leclercq, Verwaltungsratsvorsitzender von Decathlon.
Mitarbeiterbeteiligung seit 1987 und ein Streik im Hintergrund
Decathlon erfindet die Mitarbeiterbeteiligung nicht neu. Bereits 1987 legte der Konzern den Grundstein dafür. Ende 2025 hielten 52.491 Beschäftigte, also 51 % der weltweiten Belegschaft, Anteile am Unternehmen. (Quelle: Decathlon)
Mit Decathlon Seed will die Gruppe diese Beteiligung auf nahezu alle berechtigten Teams ausweiten. Die Ankündigung folgt auf den 6. Juni 2026, als Decathlon in Frankreich erstmals einen Streik rund um die Verteilung der Unternehmensgewinne erlebte.
Ein Programm dieser Größenordnung entsteht nicht in wenigen Wochen. Vor dem Hintergrund des Konflikts erhält die Ankündigung jedoch eine besondere Resonanz, zumal die Debatte über die Verteilung der Wertschöpfung längst über den Handel hinausreicht.
Decathlon bleibt ein integriertes Netzwerk
Gut zu wissen:
Das Programm gilt für die direkt bei Decathlon angestellten Beschäftigten, auch in den deutschen Filialen und Support-Strukturen. Nicht erfasst sind die Betreiber:innen franchisierter Decathlon-Standorte, die als selbstständige Unternehmer:innen agieren.
Decathlon bleibt vor allem ein integriertes Netzwerk, die Franchise ist bislang nur in wenigen Ländern erprobt. Wie der Konzern den Wert teilt, während er sein weltweites Wachstum beschleunigt, bleibt zu beobachten.
Die nächsten Schritte, vor allem eine mögliche Öffnung für externe Partner:innen, dürften Branche und Beschäftigte aufmerksam verfolgen.











