Die Berliner Burgerkette Burgermeister treibt ihr Franchise-Modell erstmals international voran und unterzeichnet einen Master-Franchise-Vertrag für den polnischen Marktbricht. Mindestens 20 Standorte sollen innerhalb von 36 Monaten in den größten polnischen Städten entstehen. Stettin ist bereits eröffnet, Łódź folgt unmittelbar. Das Franchise-Unternehmen baut dabei gezielt auf den Berliner Kultstatus seiner Marke.
Mit dem Vorstoß nach Polen startet Burgermeister seine erste internationale Expansion. Das 2006 in einem ehemaligen Toilettenhäuschen am Berliner Schlesischen Tor gegründete Unternehmen betreibt aktuell 30 Standorte in Deutschland und beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeitende. Im Jahr 2025 verkaufte die Kette nach eigenen Angaben über 6 Millionen Burger und erzielte einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Der polnische Markt für Schnellrestaurants gilt als einer der wachstumsstärksten in Mittel- und Osteuropa, ein Umfeld, das die Berliner Marke jetzt offensiv erschließen möchte.
Polen als strategischer Brückenkopf in Mittel- und Osteuropa
Die exklusiven Rechte für den polnischen Markt liegen bei der neu gegründeten Gesellschaft Burgermeister Polska sp. z o.o. Der erste Standort ist bereits in Stettin eröffnet, gerade einmal 150 Kilometer von Berlin entfernt. Diese geografische Nähe war laut Unternehmen ein entscheidendes Auswahlkriterium. Łódź folgt in den nächsten Wochen, ein dritter Standort befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen.
Master-Franchise und Sub-Franchise-Programm für schnelles Wachstum
In Polen verfolgt die Burgerkette ein zweistufiges Wachstumsmodell. Neben den eigenbetriebenen Standorten startet das Unternehmen zeitgleich ein Sub-Franchise-Programm. Lokale Selbstständige erhalten Zugang zur Marke, zur Lieferkette, zu Schulungen und zur operativen Unterstützung der Berliner Zentrale. Parallel prüft das Management gezielte Übernahmen bestehender Gastronomieflächen, um den Rollout zu beschleunigen.
Die Verantwortung für die internationale Expansion liegt bei Robert Fügert und Cebrail Karabelli. Die operative Steuerung in Polen übernimmt ein dreiköpfiges Führungsteam vor Ort: Eryk Libelt verantwortet den Netzwerkaufbau, Karol Tarniowy die Großnetzwerke und Bartosz Suchecki das Tagesgeschäft. Das Modell soll internationale Markenstandards mit lokaler Marktkenntnis verbinden.
60 bis 100 Millionen Euro Umsatzziel im polnischen Markt
Diese Spanne hat sich Burgermeister mittelfristig als Jahresumsatz im polnischen Markt vorgenommen. Sie entspricht in etwa dem deutschen Gesamtumsatz im Jahr 2025.

Mit dieser Zielmarke unterstreicht das Unternehmen die strategische Bedeutung des Auslandsgeschäfts. Nach eigenen Angaben verfügt Burgermeister über Produktionskapazitäten für mehr als 100 Standorte weltweit. Die Investitionen werden über die Master-Franchise-Struktur und über Sub-Franchise-Partner finanziert. Damit minimiert die Berliner Marke ihr eigenes Kapitalrisiko und kann das Netzwerk dennoch zügig skalieren. Für 2026 und 2027 stehen vor allem die Metropolregionen Warschau, Krakau und Breslau im Fokus, ergänzt um schnell wachsende Sekundärstädte.
Ein umkämpfter Burgermarkt und der Test der Markenkraft
Der polnische Schnellrestaurantmarkt wird von etablierten internationalen Ketten dominiert. McDonald’s, Burger King und KFC betreiben dort jeweils mehrere hundert Filialen. Burgermeister setzt dagegen auf seinen Berliner Kultstatus, eigene Produktion und ein differenziertes Markenerlebnis. Ob diese Positionierung in Warschau oder Krakau dieselbe Anziehungskraft entfaltet wie in Berliner Szenevierteln, gilt als zentrale Frage der kommenden Monate. Die Branche wird zudem genau beobachten, ob das Sub-Franchise-Modell schnell genug Partner anzieht. Sollte die polnische Expansion gelingen, plant das Unternehmen bereits weitere europäische Märkte, darunter Großbritannien.
Gut zu wissen
Burgermeister wurde 2006 in einem ehemaligen U-Bahn-Toilettenhäuschen am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg gegründet. Aus diesem Kult-Standort entwickelte sich innerhalb von knapp zwanzig Jahren eine der wachstumsstärksten Burgerketten Deutschlands mit aktuell 30 Filialen und mehr als 1.000 Mitarbeitenden.











