Die Hamburger Hotelgruppe Novum Hospitality hat 2025 rund 40 Häuser auf die Franchise-Marken des IHG-Netzwerks Garner und Candlewood Suites umgestellt und dabei 4,3 % Umsatz verloren. Die Bilanz zeigt, was eine Umflaggung im großen Stil einen Franchisenehmer kurzfristig kostet und warum die Gruppe trotzdem weiter wächst.
Mit 450,9 Millionen Euro Gesamterlösen bleibt Novum Hospitality im Geschäftsjahr 2025 unter dem Vorjahr. Das EBITDA lag bei 33,4 Millionen Euro, der Bruttobetriebsgewinn (GOP) bei 151 Millionen Euro, der RevPAR bei 59,20 Euro. Ihre Bilanz hat die Gruppe am 1. Oktober 2026 vorgelegt.
Den Rahmen setzt der Franchisevertrag mit IHG Hotels & Resorts vom April 2024. Er läuft 30 Jahre und umfasst bis zu 119 Hotels, davon 111 in Deutschland. (Quelle: IHG)
Novum: 35 Garner und 5 Candlewood Suites in einem Jahr
Von den rund 40 umgestellten Bestandshäusern tragen 35 nun das Schild von Garner, fünf laufen als Candlewood Suites. Allein 2025 flossen 35 Millionen Euro in Umflaggung und Modernisierung. Für den Zeitraum von 2024 bis 2026 sind insgesamt 48,5 Millionen Euro eingeplant.
Während der Umbauten blieben Zimmer zeitweise vom Markt. Das erklärt einen Großteil des Rückgangs. „Diese Effekte waren im Zuge der Maßnahmen absehbar und sind Teil unserer langfristigen Investition in die Qualität“, erklärt David Etmenan, CEO und Eigentümer von Novum Hospitality.
Gut zu wissen
Garner ist die Konversionsmarke von IHG für die Mittelklasse. Sie startete 2023 in den USA und dient dazu, bestehende Hotels in das IHG-System zu holen.
Eigentümer, Betreiber und Franchisenehmer in einer Hand
Novum betreibt seine Hotels selbst und besitzt einen Teil der Immobilien. IHG liefert Marke, Vertrieb und Buchungssystem, erhält dafür Franchisegebühren und beteiligt sich an den Umbaukosten.
Die Immobilienplattform der Gruppe bringt heute rund 14 Millionen Euro Mieteinnahmen im Jahr. Nach Fertigstellung von 11 Projekten bis 2032 sollen es 35 Millionen Euro werden. Ein Beispiel für das Tempo: Im September 2026 eröffnete in Frankfurt das 45. Garner seit Vertragsbeginn, ein früheres Novum-Haus mit 84 Zimmern.
Pipeline mit 27 Projekten und rund 5.000 Zimmern
2025 sicherte sich Novum acht neue Projekte mit rund 1.400 Zimmern. Drei Häuser gingen an den Start, darunter das Candlewood Suites Berlin Charlottenburg mit 185 Zimmern, das erste Haus der Marke in Europa. Insgesamt umfasst die Pipeline nun 27 Projekte.
Novum steht damit für einen Trend, den die Hotelkonzerne in ganz Europa vorantreiben: Sie betreiben weniger selbst und vergeben mehr Franchise. Auch IHG baut Garner mit der Übernahme von Pentahotels weiter aus, und Dertour macht Franchise zum stärksten Wachstumshebel seiner Hotelsparte.
Integration bis Mitte 2027: was jetzt zählt
Bis Mitte 2027 will Novum das gesamte Portfolio in das IHG-System überführt haben. Die Zahlen für 2026 werden zeigen, ob die modernisierten Häuser die verlorenen Erlöse zurückholen.
Für Hotelbetreiber:innen, die über einen Markenwechsel nachdenken, liefert Novum einen seltenen Einblick: Der Wechsel in ein großes Franchisesystem bringt Reichweite, kostet aber im ersten Jahr Umsatz und Kapital. Ob sich das rechnet, entscheidet die Auslastung nach dem Umbau, nicht der Umbau selbst.











