Accor hat zum 2. November 2026 zwei bestehende Hotels in Hildesheim und Saarbrücken per Franchisevertrag unter die Marken Mercure und ibis Styles geholt.Zusammen bringen sie 352 Zimmer ins deutsche Netz. Für Hotelbetreiber:innen zeigt der Schritt, wie der Konzern hierzulande wächst: weniger über Neubauten, mehr über den Markenwechsel laufender Häuser.
Hinter beiden Häusern steht die B&L Gruppe Hamburg, ein Immobilien- und Investmentspezialist mit mehr als 55 Jahren Marktpräsenz. Sie betreibt das Mercure Hildesheim Center mit 150 Zimmern und das ibis Styles Saarbrücken Center mit 202 Zimmern als Franchisenehmerin auf Basis von Franchiseverträgen.
Accor machte die Aufnahme am 3. November öffentlich. Die Zusammenarbeit mit B&L reicht über die beiden Standorte hinaus: Auch drei geplante Hotels im Hamburger ÜberseeQuartier gehören dazu.
Mercure Hildesheim und ibis Styles Saarbrücken: zwei Marken, zwei Zielgruppen
Das Hildesheimer Haus liegt direkt am Hauptbahnhof, die historische Altstadt erreichen Gäste in rund zehn Minuten zu Fuß. Drei Tagungsräume und die „Bistro.Lounge” mit 90 Sitzplätzen richten es auf Geschäftsreisende und kleinere Veranstaltungen aus. Als Mercure gehört es zu einer Marke, die weltweit mehr als 1.000 Hotels zählt.
In Saarbrücken setzt Accor auf die Economy-Marke ibis Styles. Von den 202 Zimmern sind 20 als Vierbettzimmer angelegt, gedacht für Familien und Gruppen. Lobby, Frühstücksrestaurant und eine Bar mit 160 Sitzplätzen ergänzen das Angebot. Das Haus liegt nahe Hauptbahnhof und französischer Grenze.
Konversionen als Wachstumsmotor: Was der Markenwechsel Betreiber:innen bringt
Accor beschreibt Konversionen und Rebrandings als zunehmend wichtigen Wachstumspfad. Bestehende Häuser erhalten durch den Wechsel im Franchise-Modell Zugang zu den Konzernmarken und zur Vertriebsplattform. Dazu zählt ALL Accor, das Buchungs- und Treueprogramm, das Direktbuchungen steigern und Gäste länger binden soll.
Für Eigentümer:innen und Betreiber:innen heißt das: Das Haus behält seinen Standort und seinen Betreiber, Marke und Vertriebsweg kommen vom Konzern als Franchisegeber. Im Fall von Hildesheim und Saarbrücken führt die B&L Gruppe beide Hotels selbst, im Rahmen der Franchiseverträge.
weitere Hotels hat Accor nach eigenen Angaben derzeit in Deutschland in der Entwicklungspipeline. (Quelle: Accor)

Accor im Halbjahr: 5.835 Hotels und eine Pipeline von 1.595 Häusern
Weltweit zählte der Konzern Ende Juni 5.835 Hotels mit 881.928 Zimmern. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 109 Eröffnungen hinzu, die Pipeline umfasst 1.595 Hotels und liegt 11,4 % über dem Vorjahr. Den Verkauf der Beteiligung an Essendi nennt Accor den letzten Schritt zum konsequenten Asset-light-Modell. (Quelle: Accor, Hogapage)
Im deutschen Markt lief das zweite Quartal verhaltener: Der RevPAR fiel leicht negativ aus, weil der Messekalender weniger günstig war. Deutschland steht laut Accor für 11 % des Zimmerumsatzes der Region Europa und Nordafrika. Neue Verträge sind in dieser Lage ein Signal für Vertrauen in die Standorte. (Quelle: Accor, Tageskarte)
Wettbewerb um bestehende Hotels: Auch IHG setzt in Deutschland auf Umwandlungen
Accor steht mit dieser Strategie nicht allein. IHG meldet in Deutschland mehr als 250 eröffnete und geplante Hotels. In den ersten drei Quartalen 2026 entfielen hierzulande 100 % der Vertragsabschlüsse und 93 % der Eröffnungen auf Konversionen. (Quelle: IHG, Tageskarte)
Zu beobachten bleibt, welche der 30 Pipeline-Hotels Accor als Nächstes bekannt gibt und ob B&L die Kooperation über das ÜberseeQuartal hinaus ausbaut. Betreiber:innen unabhängiger Häuser können bei den Franchise-Marken direkt anfragen, welche Konditionen und Umbauauflagen für einen Wechsel gelten.











