Quick will nach Deutschland zurückkehren: Die belgisch-französische Burgerkette mit mehr als 275 Restaurants, von denen rund 90 Prozent als Franchisebetriebe geführt werden, plant nach eigenen Angaben ab 2027 den Markteintritt in der Schweiz, in Deutschland und in den Niederlanden. Für Franchiseinteressierte entsteht damit eine neue Chance im Quick-Service-Segment, auch wenn konkrete Standorte und Konditionen noch fehlen.
Gegründet 1971, betreibt Quick Restaurants in Frankreich, Belgien, Luxemburg und Marokko. Der Systemumsatz liegt laut Markenangaben bei über 850 Millionen Euro, ein Restaurant in Frankreich erzielt im Schnitt 3,5 Millionen Euro. Am 22. Juni 2026 gründete die Kette drei belgische Gesellschaften, je eine für die Schweiz, Deutschland und die Niederlande. In den 1980er-Jahren war Quick in Deutschland und den Niederlanden schon einmal aktiv.
Drei neue Gesellschaften als Brückenkopf für den Rollout
Die neuen Gesellschaften dürfen Restaurants unter der Marke Quick auch im Franchise-System betreiben. Sie übernehmen zudem bereits angefallene Marktstudien und Vorverhandlungen. Hinter der französischen Holding New Giant International steht der Finanzinvestor H.I.G. Capital, der Quick im Jahr 2021 übernommen hat.
Die Neuausrichtung der Kette verantwortet seit 2022 Frédéric Levacher, Präsident von Quick France. In den neuen Gesellschaften hält er ein unbezahltes Mandat, um sie an die Konzernführung anzubinden.
So formulierte Levacher im März 2025 gegenüber der Nachrichtenagentur AFP das Ziel (aus dem Französischen übersetzt). Vierundzwanzig Monate später wäre März 2027, was zum genannten Zeitplan passt.
Wachstum im Heimatmarkt: Ziel 300 Restaurants in Frankreich
Die Basis wächst schnell. Im März 2025 meldete Quick 245 Restaurants in vier Ländern und rund 800 Millionen Euro Umsatz für 2024, davon 515 Millionen Euro in Frankreich (+25 %). Bis Ende 2028 sollen es in Frankreich 300 Restaurants werden.
Franchisebewerbungen gingen 2024 bei Quick ein, rund zehn davon wurden angenommen (Quelle: AFP, März 2025).

Diese Auswahlquote zeigt, wie selektiv das System Partner:innen aussucht. Für 2025 schätzt Gondola den Umsatz von Quick France auf rund 600 Millionen Euro, mehr als 200 Restaurants sollen in diesem Jahr erreicht sein. Seit der Übernahme durch H.I.G. hat sich das französische Netz laut Gondola fast verdoppelt, damals waren es 107 Restaurants.
Schweiz als Testfall, Deutschland ohne Details
Am weitesten ist Quick in der Schweiz: Mit zwei Kandidat:innen wurde ein „Head of Terms“ unterzeichnet, eine unverbindliche Grundsatzvereinbarung mit unabhängigen Betreibern gab es bereits Mitte Mai. Zuerst dürfte die Westschweiz folgen, wo die Marke bereits bekannt ist. Die Schweiz wäre nach Belgien, Luxemburg, Frankreich und Marokko das fünfte Land. Gondola Foodservice warnt, das Projekt könne scheitern, wenn Standorte oder Wirtschaftlichkeit nicht passen.
Für Deutschland nennt Quick bislang weder Standorte noch ein Partnerprofil noch Franchisekonditionen. Auch der Zeitplan schwankt: Gondola spricht von konkreten Schritten bis 2028, foodservice hatte im September 2025 noch einen Start im Jahr 2026 gemeldet. Der Termin ist damit mindestens ein Jahr nach hinten gerückt.
Was Quick im deutschen Burgermarkt mitbringt
Quick setzt auf die Positionierung „European Tastier Quality Burgers for All“, auf Saucenkompetenz, ikonische Produkte und ein Angebot vom günstigen Menü bis ins Gourmetsegment. Hinzu kommen die wachsende Halal-Gastronomie und ein starkes Familienangebot. In Frankreich grenzt sich die Kette so von McDonald’s, Burger King und KFC ab.
Wie ein Konzept über Ländergrenzen wächst, zeigt auch Burgermeister mit seinem Schritt nach Österreich. Für Quick wären die nächsten Signale erste Standortmeldungen, ein Partnerprofil und die Franchisekonditionen für Deutschland.











