Das Hannoveraner Nachhilfeinstitut Bestnote öffnet sein Modell offensiv für Franchisepartner:innen. Mit einer am 7. Oktober 2026 veröffentlichten Mitteilung bekräftigt die Bestnote Franchise GmbH ihr Ziel von rund 100 Standorten bis 2030. Für Gründer:innen ohne pädagogische Ausbildung entsteht damit ein neuer Einstieg in den Bildungsmarkt.
Seit 2020 operativ tätig, tritt das Unternehmen seit 2023 unter der Marke Bestnote auf. Die Website listet derzeit neun Institute: sieben in Hannoveraner Stadtteilen wie Badenstedt, Bothfeld oder Misburg, dazu Pinneberg und Herford. Nach eigenen Angaben arbeiten mehr als 200 Lehrkräfte für das Netz. Die Oktober-Mitteilung ist bereits die vierte seit Juni 2026, und ihr Fokus ist eindeutig: Gesucht werden Franchisenehmer:innen.
Bestnote: 100 Standorte bis 2030 als erklärtes Wachstumsziel
Bis 2030 will das System sein Franchise-Netzwerk rund verzehnfachen. „Unser Ziel sind rund 100 Standorte bis 2030“, erklärt Johann Nowak, Mitglied der Geschäftsführung der Bestnote Franchise GmbH. Er relativiert die Zahl selbst: Wichtiger als das Tempo sei, mit den richtigen Partner:innen zu wachsen.
Standorte will Bestnote bis 2030 in Deutschland betreiben. Heute sind es neun. (Quelle: Bestnote Franchise GmbH)

Hinter dem Projekt steht ein fünfköpfiges Führungsteam mit Wartan Margarjan, Johann Nowak, Jan Hoppe, Roman Zimmermann und Tung Phung. Nowak führt selbst einen Nachhilfebetrieb. Seine Erfahrungen aus dem Tagesgeschäft sind in das Franchisekonzept eingeflossen.
Ein Standortmodell mit klaren Kennzahlen
Das Konzept ist präzise umrissen. Ein typisches Institut belegt 120 bis 150 m² mit mehreren Lernräumen. Im Vollausbau betreut ein Standort 100 bis 120 Schüler:innen mit rund zehn Lehrkräften, der Start gelingt laut Unternehmen schon mit ein bis zwei Lehrkräften.
Beim Personal geht Bestnote einen eigenen Weg: Die Lehrkräfte werden überwiegend fest angestellt statt auf Honorarbasis beschäftigt, bevorzugt Studierende und jüngere Pädagog:innen. Unterrichtet wird einzeln oder in Kleingruppen, im Institut oder bei den Familien zu Hause. Die Formel „90/10“ fasst den Ansatz zusammen: 90 % Lernen, 10 % gemeinsame Aktivitäten.
Unternehmer:innen statt Lehrkräfte: das gesuchte Partnerprofil
Ein Lehramtsstudium ist keine Voraussetzung. Die Partner:innen führen das Institut als Unternehmer:innen, die fachliche Arbeit übernehmen qualifizierte Lehrkräfte. Bestnote spricht vier Profile an: Unternehmer:innen mit Wunsch nach einem zweiten Standbein, junge Akademiker:innen, pädagogische Fachkräfte und bestehende Nachhilfeanbieter.
Beim Kapital bleibt das System zurückhaltend. Laut Franchise-Website genügen 5.000 bis 10.000 Euro Eigenkapital für den Start, die Gesamtinvestition wird im persönlichen Gespräch geklärt. Zu Eintrittsgebühr und laufenden Gebühren gibt es bislang keine öffentlichen Angaben. Jeder Standort erhält ein festes Vertragsgebiet.
Gut zu wissen
In Deutschland gilt die vorvertragliche Aufklärungspflicht: Der Franchisegeber muss Ihnen alle wesentlichen Zahlen, darunter Gebühren und Investitionsbedarf, rechtzeitig vor Abschluss des Franchise-Vertrags vorlegen. Fordern Sie diese Unterlagen schriftlich an.
Nachhilfe-Franchise im Norden: der Wettbewerb um Partner:innen zieht an
Bestnote ist nicht allein. Nur zwei Tage nach der Hannoveraner Mitteilung hat eazy learning aus Ganderkesee sein Nachhilfe-Franchise mit zehn Standorten im Norden geöffnet, Hannover zählt zu den Zielregionen. Dazu kommen etablierte Netze wie Schülerhilfe und Studienkreis.
Ein gemeinsamer Hebel ist das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT), über das Familien mit geringem Einkommen Nachhilfe staatlich finanzieren lassen können. Bestnote begleitet seine Standorte bei Antrag und Abrechnung. Erster Gradmesser für das 100er-Ziel werden die Eröffnungen im Jahr 2027 sein. Interessierte können die Verfügbarkeit von Gebieten in ihrer Region direkt beim System anfragen.











