Neue Marktstrategie: Picard wagt den Schritt nach Deutschland
Der französische Tiefkühlspezialist Picard Surgelés startet seine Expansion in den deutschen Markt. Das Unternehmen, das in Frankreich als Marktführer gilt, bringt erstmals eine Auswahl seiner Produkte außerhalb des Heimatmarktes in den europäischen Handel.
Nach Angaben der Geschäftsführung soll die Internationalisierung ein wichtiger Wachstumstreiber werden. Besonders Deutschland steht dabei im Fokus der neuen Vertriebsstrategie. Ziel ist es auch, neue Franchise-Unternehmen zu eröffnen, um das Vertriebsnetz schnell und flexibel auszubauen.
Kooperation mit deutschem Startup Delfo
Für den Markteintritt setzt Picard auf eine Kooperation mit dem deutschen Startup Delfo. Ab Anfang Mai sollen rund 80 Produkte sowohl online als auch in stationären Verkaufsformaten erhältlich sein.
Delfo verfolgt ein hybrides Handelsmodell, das klassische Filialstrukturen mit digitalen Lösungen kombiniert. Dazu gehören:
- ein Online-Shop für Tiefkühlprodukte
- unbemannte Smart Stores
- ein Franchise-System für lokale Partner
Damit entsteht erstmals ein skalierbares Vertriebsnetz, das Picard-Produkte flexibel in deutschen Städten verfügbar macht.
Franchise-Modell als Wachstumstreiber
Ein zentraler Bestandteil der Expansion ist das Franchise-Konzept von Delfo. Partner sollen eigene Verkaufsstandorte betreiben können, während das Startup Technologie, Logistik und Sortiment bereitstellt.
Dieses Modell ermöglicht eine schnelle Marktdurchdringung ohne den Aufbau klassischer Filialnetze im großen Stil. Besonders für urbane Räume und kleinere Standorte gilt das Konzept als vielversprechend.
Neues Sortiment für deutsche Kunden
Das Sortiment von Picard unterscheidet sich deutlich vom klassischen deutschen Tiefkühlangebot. Neben bekannten Basisprodukten setzt das Unternehmen auf innovative und teilweise ungewöhnliche Artikel.
Branchenexperten sehen darin sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung: Während das Sortiment neue Zielgruppen ansprechen könnte, muss sich Picard zunächst im stark etablierten deutschen Tiefkühlmarkt behaupten.
Wettbewerb im europäischen Tiefkühlmarkt
Picard betreibt in Frankreich und Belgien rund 1.100 Filialen und erzielte zuletzt einen Umsatz von etwa 1,8 Milliarden Euro bei einer hohen EBITDA-Marge.
Ein wichtiger indirekter Partner im Markt ist der britische Wettbewerber Iceland Foods, der mit rund 4,7 Milliarden Euro Umsatz deutlich größer ist, jedoch geringere Margen erzielt. Auch mit Iceland arbeitet Delfo bereits in Deutschland zusammen und hat erste Produkte eingeführt.
Digitales Einkaufserlebnis als Zukunftsmodell
Delfo setzt konsequent auf ein vollständig digitales Einkaufskonzept. In den Filialen wird bargeldlos bezahlt, ausschließlich per Karte oder Smartphone.
Zusätzlich bietet eine App Zugang zu den Märkten und ermöglicht einen flexiblen, nahezu automatisierten Einkauf. Damit positioniert sich das Unternehmen als moderner Anbieter im wachsenden Segment der digitalen Lebensmittel- und Franchise-Handelsmodelle.











