Aus einem einzigen Laden in der Kölner Ehrenstraße ist in gut drei Jahren ein Franchise-Netzwerk geworden. Mittlerweile zählt die Marke 20 Filialen. Cookie Couture setzt dabei fast vollständig auf Franchisenehmer:innen und meldet rund 2.500 Partneranfragen. Für Gründungsinteressierte zeigt das Franchise-Konzept, wie ein Trendprodukt zum multiplizierbaren System wird.
Im Frühjahr 2023 eröffneten Niklas Schenk und Kilian Wisskirchen, beide 31 Jahre alt und studierte Betriebswirte, ihren ersten Cookie-Laden in Köln. Heute zählt Cookie Couture 20 Standorte in Deutschland, darunter drei in München und zwei in Hamburg. Bis Jahresende sollen rund zehn Neueröffnungen für 2026 zusammenkommen, weitere Läden sind bereits in Planung, auch an Bahnhöfen.
Cookie Couture: 17 von 20 Läden in Franchise-Hand
Das Wachstum läuft fast ausschließlich über Partner:innen. Nur die beiden Kölner Läden und die Filiale in Düsseldorf führen die Gründer selbst. Die übrigen 17 Standorte betreiben Franchisenehmer:innen.
Die Nachfrage nach Lizenzen ist hoch, das Tempo blieb trotzdem lange bewusst gedrosselt. Vor der Expansion haben die Gründer ihr Konzept zunächst so überarbeitet, dass es sich sauber vervielfältigen lässt. Den eigentlichen Wachstumsschub verorten sie in den vergangenen 18 Monaten.
Diese Zurückhaltung war Kalkül. In der Anfangsphase haben die Gründer an Rezepten, Sortiment und Ladenbild gefeilt, bevor sie Lizenzen vergaben. Das Wissen aus dieser Testphase fließt heute in die Standards, die jede neue Filiale übernimmt. Für Partner:innen ist das ein Vorteil: Sie steigen in ein Konzept ein, das bereits an mehreren Standorten erprobt ist.
Zentrale Teigproduktion, frisch gebacken im Laden
Das Betriebsmodell erklärt einen Teil der Attraktivität für Franchisenehmer:innen. Eine Bäckerei bei Düsseldorf stellt den Teig her und beliefert alle Filialen, gebacken wird erst vor Ort. Für die Toppings gibt die Zentrale genaue Vorgaben, damit jeder Keks überall gleich schmeckt.
Laut Kilian Wisskirchen sind die Abläufe dadurch einfacher als in einem klassischen Fast-Food-Restaurant. In der Zentrale in Köln-Ehrenfeld arbeiten 20 Beschäftigte, davon fünf im Social-Media-Team und zwei in der Produktentwicklung.
Gut zu wissen:
Cookie Couture nennt keine Umsatzzahlen und hat bislang keine Konditionen für Franchisepartner:innen veröffentlicht. Interessierte sollten Eintrittsgebühr, laufende Gebühren und Gesamtinvestition direkt beim System erfragen. Nach BGB muss der Franchisegeber diese Angaben rechtzeitig vor Vertragsabschluss offenlegen.
Gen Z als Zielgruppe, Instagram als Schaufenster
Die Kundschaft ist überwiegend weiblich und zwischen 13 und 25 Jahren alt. Statt Kaffee gibt es inzwischen Matcha, die Einrichtung setzt auf Altrosa und eine Präsentationstheke, im Laden in der Schildergasse hängt ein Spiegel für Selfies. Ein Cookie kostet zwischen 5,90 Euro und 6,90 Euro.
An starken Tagen gehen an einem einzelnen Standort mehr als 1.000 Cookies über die Theke. Netzweit zählt das System nach eigenen Angaben über 100.000 Kund:innen pro Monat. Vorbild ist die US-Franchise-Kette Crumbl, die Kölner Rezepte fallen aber leichter und weniger süß aus.
Kund:innen pro Monat zählt Cookie Couture über alle 20 Filialen hinweg, nach Angaben der Gründer (Quelle: Express).

Bahnhöfe und Einkaufszentren als nächste Etappe
Die Standortwahl folgt einer klaren Linie: hochfrequentierte Innenstadtlagen und Shoppingcenter. Das System ist bereits in mehreren Westfield-Centern vertreten, darunter das CentrO in Oberhausen, der Ruhr Park in Bochum und das Hamburger Überseequartier.
Mit den geplanten Bahnhofsläden erschließt Cookie Couture ein neues Format mit anderem Kundenstrom. Ob der Cookie-Trend die Zielgruppe langfristig bindet, wird die Umsatzentwicklung der bestehenden Partnerbetriebe zeigen. Unternehmer:innen mit Interesse an einem Standort können sich direkt an die Zentrale in Köln wenden und die Verfügbarkeit in ihrer Region prüfen lassen.











