L’Osteria verliert einen ihrer beiden Gründer: Klaus Rader ist am 9. Oktober 2026 im Alter von 63 Jahren bei einem Rallye-Unfall auf Mallorca gestorben. Der Tod trifft ein System mit mehr als 210 Franchise-Restaurants, das bis 2030 auf 500 Standorte wachsen will. Für Franchisepartner:innen zählt jetzt, wie es im Netz weitergeht.
Rader war bei der „550 Challenge Mallorca“ als Testfahrer unterwegs, als sein Porsche auf der Gebirgsstraße Ma-10 zwischen Pollença und Lluc von der Fahrbahn abkam und einen Abhang hinabstürzte. Seine 39-jährige Beifahrerin wurde verletzt. Die spanische Polizei ermittelt noch zur Ursache, die Veranstalter sagten die restlichen Wertungsprüfungen ab. L’Osteria bestätigte den Tod des Mitgründers noch am selben Tag.
Vom jüngsten McDonald’s-Franchisenehmer zum L’Osteria-Gründer
Rader kannte das Franchising aus eigener Praxis: Laut Unternehmen war er einst der jüngste McDonald’s-Franchisenehmer Deutschlands. Im Jahr 1999 übernahm er gemeinsam mit Friedemann Findeis ein italienisches Restaurant in Nürnberg. Daraus entstand eine Gruppe, die heute rund 10.000 Menschen aus mehr als 110 Nationen beschäftigt.
Ab 2009 öffnete sich das System für Franchisepartner:innen, 2011 folgte mit Linz das erste Restaurant in Österreich. Rader gehörte zudem zu den Gründern von Vapiano.
„Mit Klaus verlieren wir einen prägenden Teil unserer L’Osteria-Familie“, schreibt das Unternehmen in einem Beitrag auf Instagram. Weiter heißt es: „Wir werden Klaus in unseren Herzen tragen.“
442 Millionen Euro Umsatz: Wo L’Osteria heute steht
Im Ranking der Top-100-Gastronomieunternehmen, das der Deutsche Franchiseverband im März 2026 veröffentlichte, steht L’Osteria als deutsche Nummer eins mit 442 Millionen Euro Nettoumsatz. (Quelle: DFV) Die Gruppe FR L’Osteria SE kam laut WirtschaftsWoche im Jahr 2024 auf rund 486 Millionen Euro, etwa 100 Millionen Euro mehr als zwei Jahre zuvor.
Nettoumsatz von L’Osteria laut Ranking der Top-100-Gastronomieunternehmen (Quelle: DFV, März 2026).

Das Tempo ist hoch: 27 Neueröffnungen im Jahr 2024, bis Mitte 2025 bereits 13 weitere, mehr als 20 geplant. Bis 2030 soll das Netz in Europa auf 500 Restaurants wachsen. Im Februar 2025 sicherte sich das Unternehmen zudem 60 Millionen Euro von einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank.
McWin am Steuer: Das Franchise-Modell nach Rader
Seit Januar 2023 hält die Investmentgesellschaft McWin rund zwei Drittel an FR L’Osteria SE, die Bewertung lag laut Medienberichten bei etwa 400 Millionen Euro. Rader und Findeis blieben Minderheitsgesellschafter, Rader saß im Aufsichtsrat. Wie die Gremien nun besetzt werden, hat das Unternehmen bislang nicht mitgeteilt.
Wie das Modell auch im Ausland trägt, zeigt der Einstieg in Dänemark, wo für den Sommer 2026 das erste Restaurant in Aalborg geplant war. Die Marke ist bei den Franchise Awards 2026 bereits ausgezeichnet worden.
So ordnete der Branchenexperte im August 2025 gegenüber der WirtschaftsWoche die Entwicklung der Systemgastronomie ein. Die Zahlen stützen ihn: Die Systemgastronomie wuchs 2024 laut Bundesverband der Systemgastronomie um 12 %, der reale Gastronomieumsatz sank laut Dehoga um 3,8 %.
Was Franchiseinteressierte jetzt beobachten sollten
Konkrete Änderungen an Strategie oder Führung hat L’Osteria bislang nicht angekündigt. Drei Punkte verdienen Aufmerksamkeit: die Ermittlungen der spanischen Polizei, Aussagen von McWin und Geschäftsführung zur Nachfolge im Aufsichtsrat sowie der Fahrplan für Dänemark.
Wer als Unternehmer:in selbst einsteigen möchte, durchläuft bei L’Osteria laut Unternehmen zehn Schritte. Sie reichen von der Online-Bewerbung, die innerhalb von 14 Tagen geprüft wird, über Gespräche und einen Probetag bis zum Franchisevertrag, zur Schulung und zur Eröffnunng.











