Galeria hat im laufenden Insolvenzverfahren ein Massedarlehen des US-Investors Gordon Brothers vereinbart. Der Kredit sichert den Warennachschub für das Weihnachtsgeschäft in 83 Filialen. Offen bleibt, wie viele Standorte den Sanierungskurs von Insolvenzverwalter Frank Kebekus überstehen, und genau diese Frage beschäftigt Händler, Vermieter und Franchisesysteme.
Am 20. Oktober 2026 meldete die Warenhauskette, dass das Amtsgericht Düsseldorf und der Gläubigerausschuss die Finanzierung gebilligt haben. Ein Massedarlehen nimmt ein Unternehmen während des Insolvenzverfahrens auf: Der Geldgeber rückt in der Gläubigerliste nach vorn und trägt damit ein vergleichsweise geringes Risiko. Die Summe nennt Galeria nicht. Anfang Oktober hatte das Unternehmen zum vierten Mal Insolvenz angemeldet. (Quelle: Handelsblatt)
Gordon Brothers: Was das Massedarlehen absichert
Das Geld fließt in den laufenden Betrieb und in den Wareneinkauf für die Wochen vor Weihnachten. Galeria spricht von „deutlich mehr Spielraum“ und erklärt: „Damit ist der kontinuierliche Warenzufluss gesichert.“ Zahlungen lassen sich wieder über die regulären Abläufe prüfen und freigeben. (Quelle: Handelsblatt)
Auch Kund:innen spüren die Einigung: Gutscheine sind wieder einlösbar, Neukäufe laufen ohne Einschränkung. Gordon Brothers kennt das Unternehmen bereits. Im Juni hatte der Investor eine besicherte Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2029 zugesagt. (Quelle: Lebensmittelpraxis/dpa, ZDFheute)
Warenhäuser betreibt Galeria derzeit. Sie bleiben vorerst geöffnet, über Schließungen ist noch nicht entschieden. (Quelle: Lebensmittelpraxis/dpa)

Frank Kebekus: Sanierung mit offenem Ausgang für die Standorte
Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus will jede Filiale einzeln auf ihre Wirtschaftlichkeit prüfen. Dabei dämpft er die Erwartung, dass alle Häuser überleben.
Schon im Juli hatte Galeria 33 seiner 83 Warenhäuser auf den Prüfstand gestellt, darunter Standorte in Berlin, Köln, München und Mainz. Geschäftsführer Tilo Hellenbock kündigte an, jeden Standort einzeln und ergebnisoffen zu betrachten. (Quelle: dpa über FashionUnited)
Das Insolvenzgeld deckt die Gehälter der rund 12.000 Beschäftigten für bis zu drei Monate. Arbeitsplätze garantiert es nicht. (Quelle: ZDFheute)
Eigentümer unter Druck: Kritik an zu geringen Investitionen
NRDC und eine Holding des Unternehmers Bernd Beetz hatten Galeria im Sommer 2024 übernommen. Expert:innen und die Gewerkschaft Verdi werfen den Eigentümern vor, seither zu wenig Geld in die Häuser investiert zu haben. (Quelle: Lebensmittelpraxis/dpa)
Galeria ist keine Franchise-Marke, sondern eine Filialkette in Konzernhand. Die Standortlogik gleicht sich aber: Lage, Miete und Kundenfrequenz entscheiden, ob eine Fläche trägt. Für Vermieter und Handelsnetze in Innenstädten dürfte die Schließungsliste deshalb zur wichtigsten Meldung der nächsten Wochen werden (Einschätzung der Redaktion).
Weihnachtsgeschäft als Bewährungsprobe für die Sanierung
Kebekus kündigt eine gründliche Durchleuchtung an: „Wir drehen jetzt jeden Stein um und schauen uns alles an.“ Zugleich wirbt er um Vertrauen und erklärt, Kund:innen könnten im Weihnachtsgeschäft ohne Bedenken einkaufen. (Quelle: ZDFheute, 16. Oktober 2026)
Parallel verhandelt Kebekus mit Lieferanten und mit Gordon Brothers, dem Hauptgläubiger, über den weiteren Sanierungsweg. Das Amtsgericht Düsseldorf hatte ihn als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. (Quelle: ZDFheute)
Drei Signale bleiben zu beobachten: eine veröffentlichte Schließungsliste, die Umsätze im Dezember und die Frage, welche Flächen frei werden. Ein Teil davon könnte für expandierende Filial- und Franchisesysteme interessant werden. Zu Zahl und Zeitplan der Schließungen hat Galeria bislang keine Angaben gemacht.











