Die Verbundgruppe ElectronicPartner gründet eine eigene Landesgesellschaft für Deutschland und bündelt dort Einkauf, Vertrieb und Marketing für die Marken EP: und MEDIMAX. Mitglieder und Franchisepartner:innen im Elektrofachhandel erhalten damit eine zentrale Anlaufstelle. Der Umbau kommt mit einem überraschenden Wechsel in der Führung.
Das Unternehmen aus Düsseldorf machte den Schritt am 29. Oktober 2026 öffentlich. Eine solche Landesgesellschaft betreibt ElectronicPartner bereits in Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. Sie passt zur Neuausrichtung, die seit Anfang 2026 läuft. Das Geschäftsjahr 2025 schloss die Gruppe mit einem Zentralumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro ab, im dritten Jahr in Folge auf gleichem Niveau. Der Umsatz in Deutschland wuchs um 1,4 %. (Quelle: ElectronicPartner)
Landesgesellschaft Deutschland: Das ändert sich bei Einkauf, Vertrieb und Marketing
Einkauf, Vertrieb und Marketing wandern künftig in die neue Gesellschaft. ElectronicPartner nennt klarere Zuständigkeiten, schnellere Entscheidungen und einen schärferen Blick auf die Bedürfnisse von Mitgliedern und Franchisepartner:innen als Ziele. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der Marken EP: und MEDIMAX. Die Struktur folgt dem Modell der drei Auslandsmärkte.
Einen Zeitplan nennt das Unternehmen nicht. Zahlen zur Größe der neuen Einheit liefert die Berichterstattung ebenfalls nicht.
Gut zu wissen
ElectronicPartner ist eine Verbundgruppe. Die Fachhändler:innen der Marke EP: sind Mitglieder, keine Franchisenehmer:innen. Im Format MEDIMAX arbeitet die Gruppe dagegen mit Franchisepartner:innen.
Martin Wolf kommt: Ein Rückkehrer mit EP-Vergangenheit übernimmt die Leitung
Martin Wolf wird Geschäftsführer der Landesgesellschaft. Er kommt von EK Retail, wo er als Geschäftsführer die Konzepte electroplus und küchenplus verantwortete. Zwischen 1991 und 2012 arbeitete er bereits für ElectronicPartner und MEDIMAX.
Bis zu seinem Start führt Karl Trautmann die Gesellschaft kommissarisch. Er war früher Vorstandsmitglied und sitzt heute im Verwaltungsrat. Einen Starttermin für Wolf nennt das Unternehmen nicht.
Patrick van Tent, seit dem Frühjahr 2026 im Vorstand, widmet sich wieder vollständig ElectronicPartner Nederland. Der Verwaltungsrat hatte ihn darum gebeten. „Wir schätzen Patrick van Tent sehr für seine langjährige erfolgreiche Führungstätigkeit“, erklärt Michael Haubrich, Vorsitzender des Verwaltungsrats. ChannelPartner wertet den Schritt als überraschende Wende gegenüber den bisherigen Umbauplänen.
MEDIMAX unter Druck: Warum der Umbau für Franchisepartner:innen zählt
Handlungsdruck gibt es vor allem bei den Großflächen. Der Umsatz des Formats MEDIMAX sank 2025 um 6,6 %, was das Unternehmen auf den Druck im großflächigen Handel zurückführt. Die Franchisepartner:innen sollen sich stärker zum Fachhandel entwickeln. ElectronicPartner will sie mit Angeboten für Know-how und Service unterstützen.
Umsatzrückgang des Formats MEDIMAX im Geschäftsjahr 2025. (Quelle: ElectronicPartner)

Anders sieht es im Fachhandel aus. Das Segment EP: wuchs flächenbereinigt um 1,4 % und lag damit 0,6 Prozentpunkte über dem Marktvergleich der GfK. Hinzu kamen 38 neue Mitglieder: 13 Fachhändler:innen, 21 ServicePartner und vier Unternehmen mit eigenem Profil.
Die Richtung hatte Vorstand Patrick van Tent im März 2026 so beschrieben:
Ausblick: Diese Signale sollten Mitglieder und Franchisepartner:innen beobachten
Offen bleibt, wann Martin Wolf startet und wie die neue Gesellschaft Konditionen, Sortimentsentscheidungen und Marketingbudgets organisiert. Für Betreiber:innen von MEDIMAX-Märkten zählt vor allem, ob die Zentrale den Weg zum Fachhandel mit konkreten Programmen untermauert.
Interessierte Unternehmer:innen sollten zudem verfolgen, ob die Gruppe weitere Mitglieder für EP: gewinnt, wie zuletzt mit 38 Neuzugängen. Die nächsten Mitteilungen aus Düsseldorf dürften zeigen, wie schnell die Landesgesellschaft Gestalt annimmt.











